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Robert Rauschenberg (* 22. Oktober 1925 in Port Arthur, Texas) ist ein US-amerikanischer Maler und Objektkünstler und Wegbereiter der Pop-Art in den USA. Rauschenberg3.JPG Rauschenberg vertritt die Ansicht, dass die von ihm angestrebte Wiederanbindung der künstlerischen Bildwirklichkeit an die Lebenswirklichkeit am klarsten dadurch geleistet werden könne, indem man Teile der realen Welt unverändert in die Kunst hereinholt.

So kombiniert er in seinen Werken etwa Tennisbälle, Autoreifen, Fahrräder und ausgestopfte Ziegen auf hintersinnige Weise. Anders als andere Materialkünstler verändert er diese materiellen Reste der "realen Welt" jedoch nicht, sondern belässt sie so, wie sie sind. Damit knüpft er direkt an die Arbeit seines Freundes John Cage an, der, um neue Klangbereiche zu erschließen, Alltagsgeräusche in seine Kompositionen mit aufnimmt.

Am charakteristischsten sind Rauschenbergs sogenannte Combine Paintings, in denen er die Malerei mit Collagen und Assemblagen aus den verschiedensten Materialien kombiniert. Sie lassen stets eine satirische Absicht erkennen und sind ironische Paraphrasen von Träumen der Konsumgesellschaft und von typischen Figuren unserer Zeit.

Künstlerische Vorbilder und Wesensverwandte sind für Rauschenberg vor allem auch deutsche Künstler wie der Dadaist Kurt Schwitters, der Maler und Kunsttheoretiker Josef Albers, aber auch der Fett-und-Filz-Künstler Josef Beuys.

Kunsthistorisch gilt der immer noch äußerst agile 80jährige als bahnbrechender Vorreiter der amerikanischen Pop-Art. 1998 wurde ihm der Praemium Imperiale verliehen, eine Art „Nobelpreis für Kunst“ des japanischen Kaiserhauses.

Der Maler, der sich selber augenzwinkernd als "Straßenkötermischung" bezeichnet, hat deutsche und indianische Wurzeln: Ein Großvater kam aus Berlin, eine Großmutter war eine Cherokee.

Zitate


  • "Ich bin der Meinung, dass ein Kunstwerk wirklicher ist, wenn es aus Teilen der wirklichen Welt gemacht ist.“
  • "Ich hasse Ideen, wenn ich doch mal eine habe gehe ich spazieren um sie zu vergessen."
  • "Kunst soll kein Konzept haben... Das ist das einzige Konzept, das für mich durchgängig gegolten hat"

Wichtige Einzelausstellungen


  • Robert Rauschenberg - Retrospektive. Solomon R. Guggenheim Museum, New York; The Menil Collection, Contemporary Arts Museum, Houston; Museum Ludwig, Köln; Guggenheim Bilbao Museoa. September 1997 - März 1999
  • Robert Rauschenberg - Combines. The Metropolitan Museum of Art, New York; The Museum of Contemporary Art, Los Angeles; Musée national d'art moderne, Centre Georges Pompidou, Paris; Moderna Museet, Stockholm. Dezember 2005 - May 2007

Literatur


  • R. Rauschenberg im Gespräch mit Barbara Rose. Aus dem Amerikanischen übersetzt von L. Gorris. Köln 1989.
  • Leo Steinberg: Encounters with Rauschenberg (a lavishly illustrated lecture). Houston/Chicago/London 2000.
  • Hanno Rauterberg: Interview mit RR: »Ich habe meinen Himmel«. In: DIE ZEIT 12.01.2006 Nr.3. Der Jahrhundertkünstler Robert Rauschenberg ist 80 Jahre alt und krank, die Zeit, die ihm bleibt, gilt seinen Bildern. Interviews will er nicht mehr geben. Dann aber spricht er doch – über seine deutsche Herkunft, seine Liebe zur Müllkunst und die Angst vor dem Sterben

Weblinks


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