Robert Jungk (* 11. Mai 1913 in Berlin; † 14. Juli 1994 in Salzburg; eigentlich Robert Baum) war Dr. phil., Publizist, Journalist und einer der ersten Zukunftsforscher.
Er wurde in Berlin geboren. Sein Vater war der Dramaturg, Schauspieler und Regisseur David Baum (Künstlername Max Jungk, 1872-1937), seine Mutter die Schauspielerin Sara Bravo (Künstlername Elli Branden, 1885-1948). Als Schüler des humanistischen Mommsen-Gymnasiums in Berlin-Charlottenburg nimmt er an der antibürgerlichen deutsch-jüdischen Jugendbewegung teil (Sozialistischer Schülerbund SSB und Internationale Arbeiterhilfe IAH). Nach dem Abitur 1932 nimmt er ein Philosophie-Studium an der Universität Berlin auf.
Am Tage nach dem Reichstagsbrand verhaftet, emigriert Jungk zwangsweise nach Paris (Mai 1933). Es folgen Studium an der Sorbonne, Filmarbeiten in Frankreich und Spanien und Tätigkeiten für deutschsprachige Pressedienste von Emigranten, sowie ein zeitweiser Aufenthalt in Prag. Von 1939 bis 1945 arbeitet er in Zürich für schweizerische Tages- und Wochenzeitungen unter verschiedenen Pseudonymen, insbesondere als "F.L." für die Weltwoche.
Nach 1945 arbeitet er in Paris, Washington (D.C.) und Los Angeles als Korrespondent für schweizerische, deutsche, holländische und französische Publikationen. 1957 siedelt er nach Österreich über (zunächst Wien, ab 1970 in Salzburg).
1952 erscheint sein erstes Werk Die Zukunft hat schon begonnen zu Fragen der Zukunft der Menschheit.
Jungk gehört zu den bedeutendsten Pionieren der internationalen Umwelt- und Friedensbewegung. Er erfand die Zukunftswerkstatt und gründete 1985 die Internationale Bibliothek für Zukunftsfragen / Robert-Jungk-Stiftung. Seit 1964 war er Mitherausgeber der Buchreihe Modelle für eine neue Welt. Ab 1980 ist Jungk aktiv in der Friedensbewegung (u.a. Sprecher auf der Großdemonstration in Bonn, 1983; Teilnahme an der Sitzblockade in Mutlangen, 1985).
1986 erhielt er den Alternativen Nobelpreis. 1992 trat er als Kandidat der österreichischen Grünen erfolglos bei der Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten an. Er erhielt 5,7 Prozent der Stimmen.
Alle zwei Jahre wird in NRW der Robert Jungk Preis für zukunftsweisende Projekte vom Städtenetzwerk NRW in Zusammenarbeit mit der Robert Jungk Stiftung, Salzburg und verschiedenen Ministerien in NRW vergeben. Die Preisverleihung findet immer in den Jahren mit ungeraden Zahlen (2003, 2005, 2007) statt und wird von Andreas Liebold moderiert. Die Robert-Jungk-Oberschule in Berlin wurde nach ihm benannt.
Mann | Deutscher | Publizist | Journalist | Geboren 1913 | Gestorben 1994
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