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Robert Hooke (* 18. Juli 1635 auf der Isle of Wight; † 3. März 1703 in London) war ein englischer Physiker, Mathematiker und Erfinder. Er ist der Entdecker der Zellen in Pflanzen.

Leben


Hooke Mikroskop.jpg Robert Hooke wurde in Freshwater auf der Isle of Wight geboren. Die Schule besuchte er in Westminster. Ab 1653 studierte er in Oxford. 1655 lernte er Robert Boyle kennen, der ihn zu sich holte. Gemeinsam entwickelten sie eine neue Luftpumpe. 1662 wurde Hooke in die Royal Society in London aufgenommen und war ab 1664 bis zu seinem Tod Kurator der physikalischen Abteilung. Zwischen 1677 und 1682 bekleidete er zusätzlich das Amt des Sekretärs der Gesellschaft. 1665 wurde er Professor für Geometrie in Oxford und brachte im selben Jahr sein berühmtes Werk Micrographia heraus. Dieses Buch enthält hervorragende mikroskopische Zeichnungen, die er nach Beobachtungen mit einem zweilinsigen Mikroskop angefertigt hatte. Dabei erkannte er den Aufbau pflanzlichen Gewebes aus Zellen.

Leistungen


Hooke verwendete 1658 als erster die Federunruh zur Regelung von Uhren und schlug Verbesserungen für Pendeluhren vor. Nach der großen Feuersbrunst in London 1666 wurde Hooke zum Landvermesser von London ernannt. Er entwarf viele Gebäude, u. a. das Montague House und das Bethlehem Hospital.

Monument-Great-Fire.jpg Hooke ahnte einige der bedeutendsten Entdeckungen und Erfindungen seiner Zeit voraus, war aber nicht in der Lage, sie selbst zu vollenden. So hatte er Isaac Newton in einem Brief seine Vermutung mitgeteilt, dass das Gravitationspotential mit 1/r abfällt. Später diskutierte er mit Christopher Wren und Edmond Halley in einem Londoner Pub die Frage, ob man die Keplerschen Gesetze nicht mathematisch exakt herleiten könne. Die Runde kam zu keinem Ergebnis und beschloss, Halley zu Newton zu senden. Ihm gelang es dann, Newton zur Vollendung der Philosophiae Naturalis Principia Mathematica zu überreden. Hookes bleibendes Verdienst besteht darin, die Theorie der Elastizität richtig formuliert zu haben: Ein Körper dehnt sich im Verhältnis zur Kraft, die auf ihn wirkt. Diese nach ihm Hookesches Gesetz benannte Beziehung entdeckte er 1678. Sie ist eines der Fundamentalgesetze der Festkörpermechanik.

Hooke war auch Wegbereiter der mikroskopischen Forschung und publizierte seine Ergebnisse, zu denen auch die Entdeckung der Pflanzenzellen gehört. 1684 baute er einen optischen Telegraphen. Außerdem analysierte er das Wesen der Verbrennung.

Hooke hatte vermeint, eine kleine jährliche Positionsänderung des in London im Zenit stehenden Sterns gamma Draconis beobachtet zu haben, was die seit der Antike gesuchte Fixsternparallaxe sein konnte, also der Beweis für das heliozentrische Weltsystem. Nach dem Großen Brand von London 1666, benutzten Hooke und Wren die Gelegenheit, das Denkmal als ein Zenitteleskop auszulegen. Allerdings war die Anbringung der Linse an der Spitze nicht stabil genug gegen Wind, sodass kein zufriedenstellendes Resultat erzielt werden konnte. Erst 50 Jahre später wurden die Messungen von James Bradley und Samuel Molyneux mit einem wesentlich kleineren, doch stabil montierten Zenitteleskop wiederholt. Der Effekt war viel zu groß für eine Parallaxe. Sie hatten die Aberration des Sternlichts entdeckt, damit 1728 die Bewegung der Erde bewiesen.

Werke


Bildnisse


Robert Hooke.jpeg Der Frankfurter Ratsherr und Jurist Zacharias Conrad von Uffenbach besuchte im Jahr 1710 die Royal Society und berichtet, die dort vorhandenen Bildnisse von Boyle und Hooke gesehen zu haben. Obwohl die Existenz eines Porträts von Robert Hooke damit durch einen zeitgenössischen Bericht belegt ist, scheint heute kein Bildnis des Wissenschaftlers mehr bekannt zu sein. Im Jahr 2003 sorgte die Behauptung der englischen Historikerin Lisa Jardine, das verschollene Porträt von Hooke wiederentdeckt zu haben, für nicht geringes Aufsehen. Allerdings konnte Jardines Hypothese unabhängig voneinander durch Prof. William Jensen von der University of Cincinnati und durch Andreas Pechtl von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz widerlegt werden. Beide identifizierten anhand geeigneter Kupferstichporträts das fragliche Ölgemälde als ein Bildnis des Jan Baptist van Helmont.

Ebenfalls 2003 veröffentlichten Lokalhistoriker von der Isle of Wight einen in der Öffentlichkeit bedauerlicherweise kaum wahrgenommenen Beitrag über ein von ihnen entdecktes handschriftliches Dokument Robert Hookes, das neben seiner Unterschrift auch einen Abdruck seines persönlichen Siegels enthält. Das Siegel zeigt das Profilporträt eines kahlköpfigen Mannes. In diesem Siegelbildnis die Gesichtszüge Robert Hookes erkennen zu wollen, wäre sicherlich etwas voreilig. Nichtsdestotrotz sollte eine mögliche Zuweisung dieses Bildnisses ernsthaft diskutiert werden.

Ferner sei an dieser Stelle noch auf ein Detail des Kupferstichfrontispizes von Chambers' Cyclopaedia in der Ausgabe von 1728 hingewiesen, das die schemenhafte Büste von Robert Hooke zeigt. Ein Verweis auf diesen Kupferstich findet sich in den Weblinks.

Im Internet sind darüber hinaus zahlreiche vorgebliche Bildnisse als "Robert Hooke" hinterlegt, die entweder nachweislich Phantasieporträts sind oder deren Authentizität klar abgelehnt werden muss.

Literatur


  • Jardine, Lisa: The Curious Life of Robert Hooke: The Man Who Measured London, New York 2004: HarperCollins, ISBN 006053897X

Weblinks


  • http://www.roberthooke.org.uk/
  • http://www.ucmp.berkeley.edu/history/hooke.html
  • http://www.engrlib.uc.edu/science/scientists/hooke.html
  • http://www.she-philosopher.com/players/RHsplash.html
  • http://freespace.virgin.net/ric.martin/vectis/hookeweb/face.htm

Physiker (17. Jh.) | Botaniker | Ingenieur, Erfinder, Konstrukteur | Mann | Geboren 1635 | Gestorben 1703

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