Robert A. Wilson (* 18. Januar 1932) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Bestsellerautor.
Robert Anton Wilson wurde am 18. Januar 1932 entweder in Brooklyn oder in Long Island als Sohn von John Joseph und Elizabeth Wilson geboren. In seiner Kindheit erkrankte er an Kinderlähmung, wurde jedoch mit der damals durch die American Medical Association nicht anerkannten „Sister-Kenny-Methode“ geheilt. Wie Wilson mehrfach berichtete, war das für ihn der erste Vorfall, der ihn an den Autoritäten zweifeln und auch Ergebnisse von alternativen, nicht anerkannten Methoden erwarten ließ. Die Krankheit soll mit der Grund dafür gewesen sein, weshalb er später nicht zum Koreakrieg eingezogen wurde, da er mit einem Bein leicht hinkte.
Angeblich erkannte ein Nachbar Wilsons Redetalent, als dieser erst vier Jahre alt war, und legte seinen Eltern nahe, ihn auf eine Wirtschaftsschule zu schicken. Diese schickten ihn allerdings auf eine katholische Grundschule. Seine Schulzeit dort wurde durch Schläge und äußerst strenge Unterrichtsmethoden geprägt. Es war ihm auch nicht gerade behilflich, dass er sich im Laufe seiner Zeit dort entschloss, Atheist zu werden. Dennoch meint Wilson in einem Interview: „Auf die guten Nonnen – dafür, dass sie mir sagten, welche Bücher ich nicht lesen dürfe.“
Als er dann 1946 seine Eltern überzeugt hatte, ihn auf eine öffentliche, mathematisch-naturwissenschaftliche Schule zu schicken, begann er, sowohl zahlreiche Autoren seiner Zeit als auch klassische zu lesen. Während seines Mathematikstudiums nimmt er verschiedene Jobs – u.a. als Ingenieursgehilfe – an.
In den 1950er Jahren studierte Wilson am Brooklyn Polytechnic Institute Elektroingenieurswesen und er begann, seine ersten Geschichten zu schreiben, die nie veröffentlicht wurden. Später wechselte er sein Hauptfach und studierte Mathematik. Er verbrachte viel Zeit in Jazz-Bars, hatte eine Affäre mit einer Afroamerikanerin und begann, Cannabis zu rauchen.
1956 hielt Wilson seine erste Vorlesung über „Wissenschaft, Pseudowissenschaft und Science Fiction" an der New York Academy of the Sciences. Angeblich saß auch seine spätere Frau Arlen Riley im Publikum. Er traf sie jedoch erst zwei Jahre später und heiratete sie kurz darauf.
In den frühen 1960ern begann er, mit psychedelischen Drogen zu experimentieren. Zunächst probierte er Peyote aus. Zu dieser Zeit lebte er mit seiner Familie in einer alten Sklavenhütte in den Wäldern außerhalb von Yellow Springs, Ohio. Den Lebensunterhalt verdiente Wilson mit verschiedenen Anstellungen als Redakteur, bis er schließlich 1965 Leserbriefredakteur beim Playboy wurde. Diese Briefe lieferten ihm viel Inspiration für die Illuminatus!-Trilogie, die er zusammen mit Robert Shea, einem Arbeitskollegen, schrieb. 1964 traf er bei seiner Arbeit das erste mal Timothy Leary, mit dem er sich anfreundete und mit dem er 1978 „Neuropolitics“ veröffentlichte, das ihm zum Durchbruch verhalf. Zwei Jahre danach begegnete er William S. Burroughs, der ihn auf die seltsamen Synchronizitäten mit der Zahl 23 aufmerksam machte, die auch in verschiedenen Büchern Wilsons verarbeitet sind. Während seiner Zeit beim Playboy nahm er Kontakt zu Kerry Thornley auf, einem der Gründer des Discordianismus. Er schrieb einige Artikel für dessen Magazin „New Libertarian“.
1968 wurden er und Robert Shea bei Protestkundgebungen am Rande des Parteitags der Demokraten mit Tränengas beschossen. Zu dieser Zeit waren sie dabei, Illuminatus! zu überarbeiten, weshalb die Erlebnisse des Parteitags mit in das Buch eingebaut wurden.
1971 kündigte Wilson seinen Job beim Playboy, um sich ernsthafter dem Schreiben widmen zu können. Als seine Ersparnisse nach einem Jahr aufgebraucht waren, musste die Familie zwei Jahre von der Wohlfahrt leben, bevor Wilson mit seinem Schreiben genug Geld verdiente. Illuminatus! wurde 1975 nach langem Kampf mit den Verlagen gekürzt veröffentlicht.
Am 3. Oktober 1976 wurde Luna, die Tochter der Wilsons, erschlagen.
1982 bis 1988 lebten die Wilsons in Irland, einerseits um gegen Ronald Reagans Präsidentschaft zu protestieren, aber auch um sich mit ihren irischen Wurzeln zu beschäftigen. Als sie später nach Kalifornien zurückkehrten, entdeckte Wilson seine Liebe zum Film. Seine Werke aus dieser Zeit beschäftigen sich oft mit den Filmen von Stanley Kubrick und Welles.
Mitte der 1990er zogen Arlen und Robert Wilson dann nach Capitola nahe Santa Cruz, wo Arlen am 22. Mai 1999 starb. In den folgenden Jahren fesselte das Post-Polio-Syndrom Wilson an den Rollstuhl, weshalb er sich auch verstärkt für die Entkriminalisierung von Cannabis als Medikament einsetzte. Nach dem Nachlassen der Symptome ist er heute wieder fähig zu gehen. Er hält des öfteren Vorträge und veröffentlicht auch weiterhin Bücher.
Inhaltlich pflegt Wilson ein breites Spektrum von Sujets aus der Quantenmechanik, der Drogen-Subkultur und der Welt der geheimen Initiationsorden. Sein immer wiederkehrendes Thema ist dabei die Relativität der Wahrheit und der Grenzbereich zwischen Rauschzuständen und mystischen Erfahrungen. Dies bringt auch ein Interesse an Phänomenen mit sich, die sich in das bestehende Wissenssystem nicht einordnen lassen. Sein Ziel ist die "Selbst-Programmierung" der Menschen zu größerer Bewusstheit und Freiheit, auch mittels der Erschütterung vertrauter Weltbilder. So sollen auch seine Bücher zum Denken anregen: Vieles in ihnen ist ein absichtliches Foppen und Verwirren des Lesers. R.A.W. versucht seinen Lesern ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber allen „Autoritäten“ nahezubringen. Was seine eigenen Ideen miteinschließt.
R.A.W. sieht das Internet als eines der bedeutendsten Werkzeuge zur Weiterentwicklung der menschlichen Intelligenz an. Wer einer solchen Anzahl sich widersprechender Signale ausgesetzt ist, muss früher oder später beginnen selber zu denken, so folgert er.
Er beschäftigt sich auch mit politischen Verschwörungen und Verschwörungstheorien. Wilson erfand selbst einige - satirische - Verschwörungen und förderte die Religion des Diskordianismus sowie die Operation Mindfuck. Zu seinem großen Vergnügen haben diese Dinge mittlerweile ein starkes, besonders in der Internetkultur verbreitetes Eigenleben entfaltet. Zur Beschreibung von Kommunikationsproblemen in Hierarchien benutzte er den Begriff des Snafu-Prinzips. Die Nihilistische Anarchistenhorde (NAH) entstammt den Büchern von Robert Anton Wilson. Die N.A.H. verteilte unter anderem Bastelbögen zum Bau von Atombomben und machte durch Sprüche wie „Hupen Sie, wenn Sie bewaffnet sind!“ auf sich aufmerksam.
Zu Wilsons Vorbildern gehören neben Friedrich Nietzsche unter anderem Aleister Crowley und Charles Hoy Fort. Stilistisch pflegt er das Erbe von James Joyce und William S. Burroughs. Zusammen mit Robert Shea wurde er für die Romantrilogie Illuminatus! 1986 in die Prometheus Hall of Fame aufgenommen.
Siehe auch: Rauss Elysium
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