Robert Adolf Ferdinand Stemmle, häufig kurz: R. A. Stemmle oder Robert A. Stemmle (* 10. Juni 1903 in Magdeburg; † 24. Februar 1974 in Baden-Baden) war ein deutscher Autor, Regisseur und Produzent.
Ausbildung und Berufsfindung
Nach der Erlangung der Hochschulreife 1919 am Städtischen Gymnasium in Magdeburg schlug Robert Stemmle den Pädagogikberuf ein und machte von 1919–1923 sein Lehrerexamen in
Genthin. Doch anstatt gleich in den Lehrberuf zu wechseln, bereiste er mit einem Wandertheater, der sogenannten
Blachetta-Truppe erst einmal zwei Jahre Deutschland; dort arbeitete er als Schauspieler und Drehbuchautor. Eine Lehrtätigkeit wie sein Vater übte er erst ab 1925 an der Versuchsschule in Magdeburg-Buckau aus, die sich der
Reformpädagogik verpflichtet fühlte. Dort baute er eine Puppenbühne auf und beteiligte sich als Spieler und Autor an zahlreichen Veranstaltungen auch außerhalb der Schule. 1927 nahm er mit der von ihm geleiteten Handpuppenbühne des Volksbühnen-Verbandes an der Deutschen Theaterausstellung in Magdeburg teil und sein Erfolg befleißigte ihn nun endgültig zum Berufswechsel. So zog er 1928 nach Berlin und versuchte sich am theaterwissenschaftlichen Zweig der
Friedrich-Wilhelms-Universität.
vor 1945
Zusammen mit dem
Kabarettisten
Werner Finck gründete er 1929 "
Die Katakombe" und schrieb seitdem auch politisch engagierte Stücke für die Bühne. Er asisstierte
Max Reinhardt und arbeitete an der Seite von
Erik Charell oder dem Regisseur
Ludwig Berger. Als sein selbst verfasstes Stück
Kampf um Kitsch (1931) mit
Therese Giehse in der Hauptrolle an der
Volksbühne ein großer Erfolg wurde, war er bereits als Hauptdramaturg bei der
Tobis-Film angestellt. 1934 inszenierte er seinen ersten eigenen Film. Es handelte sich um die erste Verfilmung des Romans
Die Feuerzangenbowle unter dem Titel
So ein Flegel mit
Heinz Rühmann und
Oskar Sima. Doch auch an ausländischen Produktionen war er beteiligt, so unter anderem am
Drehbuch zu dem französischen Streifen
La Kermesse héroïque von 1935 (deutscher Titel:
Die klugen Frauen). Als Stemmle 1937 die Schauspielerin
Gerda Maurus heiratete - der Ehe entstammt die Tochter Philine -, war er bereits anerkannter Regisseur und Drehbuchschreiber bei der
UFA. Bekannt war er dafür, dass seine Drehbücher oft wie Erzählungen lesbar blieben, seine Erzählungen direkt spielbare Dialoge enthielten.
nach 1945
Nach dem Krieg durfte Robert Stemmle in allen
Besatzungszonen arbeiten. So war er als Regisseur an Theatern in
Heidelberg, Berlin und
München beschäftigt. Er inszenierte in Ostberlin eine Oper ("Die Kluge") und führte in Westberlin Regie bei Hörspielen des
NWDR. 1948 schrieb er den Roman
Die Affäre Blum, zu welchem er auch für die
DEFA-Verfilmung das Drehbuch verfasste. Seit 1949 bis zu seinem Tode war Stemmle nur noch als freier Autor und Regisseur bei Film und Fernsehen beschäftigt. 1954 gründete er mit der Maxim-Film GmbH eine eigene Filmfirma und produzierte drei Spielfilme.
Schlagerfilme und romantische Fernwehstreifen (die
Italienwelle) tragen ebenso seine Handschrift wie mehrere
Edgar Wallace - und
Karl May - Serien. Nach dem Tode seiner Frau 1968 heiratete er Annelise Lippert. Bei den Dreharbeiten zu einer TV-Produktion des Südwestfunks bekam Robert Stemmle 1974 einen Herzanfall und verstarb wenig später am 24. Februar 1974 in Baden-Baden.
Preise und Auszeichnungen
- Preis der Internationalen Filmfestspiele Venedig für “Berliner Ballade”, 1949 (mit Gert Fröbe)
- Blue Ribbon Award für “Almost Angels”, 1962
- Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold für sein Gesamtwirken, 1973.
Romane und Erzählungen
Ab 1958 brachte R.A. Stemmle einige seiner Drehbücher auch als Romane heraus. Darunter waren:
- Merkwürdige Verbrechen in aktenmässiger Darstellung
- Hier hat der Spass ein Ende
- Aus heiterm Himmel
- Ja, ja, ja, ach ja, s'ist traurig, aber wahr
- Affäre Blum (1948)
- Ich war ein kleiner PG
- Herzeleid auf Leinewand
- Der Mann, der Sherlock Holmes war
- Reise ohne Wiederkehr
- Onkel Jodokus und seine Erben
- Mein Schicksal waren die Zigeuner
- Die Geburt der Komödie
Filme (Auswahl)
Regie
- Rasputin (1966) (TV)
- Der Fall Jakubowski - Rekonstruktion eines Justizirrtums (1964) (TV)
- Affäre Blum
- Majestät auf Abwegen (1958)
- Die Ganze Welt singt nur Amore (1956)
- Ein Herz voll Musik (1955)
- Emil und die Detektive (1954)
- Toxi (1952)
- Heimweh nach dir (1952)
- Berliner Ballade (1948)
- Herr Sanders lebt gefährlich (1944)
- Kleiner Mann - ganz groß! (1938)
- Gleisdreieck (1937)
- Der Raub der Sabinerinnen (1936)
- Charleys Tante (1934)
- So ein Flegel (1934)
Drehbuch
Weblinks
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