Roaming bezeichnet die Nutzung eines Kommunikationsendgerätes oder auch nur die Nutzung der Teilnehmeridentität in einem anderen Netzwerk (visited network) als dem Heimatnetzwerk (home network). Hierzu ist erforderlich, dass die Betreiber der beiden Netzwerke ein Roamingabkommen getroffen haben sowie die erforderlichen Signalisierungs- und Datenverbindungen zwischen ihren Netzen geschaltet haben.
Auch einige Satellitentelefone bieten diese Möglichkeit.
Wichtiger Vorteil des SIM-card-roaming ist die Erreichbarkeit unter der bekannten Mobiltelefonnummer.
Durch das Einbuchen im besuchten Netz erfährt das Heimatnetz den Standort des Teilnehmers und kann ankommende Gespräche in das besuchte Netz weitervermitteln.
Bei Prepaidkarten kann Roaming je nach Karte entweder nicht möglich sein (d.h. die Karte funktioniert im Ausland überhaupt nicht), eingeschränkt möglich sein (z.B. ankommende Rufe werden in das fremde Netz weitergeleitet und SMS können wie gewohnt gesendet und empfangen werden) oder ohne Einschränkung möglich sein.
Der Transfer der Roamingdaten wird von sog. Clearing-Häusern realisiert, deren Aufgabe die weltweite Übermittlung der Telefoniedaten der verschiedenen Netzanbietern ist. Zusätzlich zur reinen Übermittlung dieser Daten werden auch Dienste wie Datenkonsistenz-Checks, Tarifüberprüfung und Rechnungsabwicklung von den Clearing-Häusern übernommen. Es existieren weltweit nur einige wenige Netzanbieter, die diese Aufgaben noch selbst übernehmen.
Die hohen Roaminggebühren europäischer Mobilfunkanbieter sind in den letzten Jahren wiederholt kritisiert worden, unter anderem von der für Telekommunikation zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding.
Aufgrund der immer wieder vorkommenden Fehler bei der Verbindungsdatenübermittlung und -berechnung ist die Abrechnungsfehlerquote sehr hoch. Die Netzbetreiber versuchen jetzt durch Einführung von sogenannten Zonen eine vereinfachte Abrechnung zu "erzwingen". Dem Kunden wird dabei eine Preissicherheit und eine Preissenkung suggeriert. In Wirklichkeit kommt es zu Erhöhungen von bis zu 800 %. Bei Roamingrechnungskontrollen wurde eine Fehlerquote von rund 40% festgestellt (Quelle: http://www.tcsmoers.de)
Vom Begriff "Roaming" (auch "Makromobility") zu unterscheiden sind Handover und Cell Change (auch "Mikromobility"). Diese Begriffe bezeichnen den Wechsel der Funkzelle während eines laufenden Gesprächs oder einer laufenden Datenverbindung. Wird hierbei das Netzwerk (PLMN) gewechselt, spricht man von InterPLMN-handover bzw. InterPLMN-cell-change.
Beide Funktionen werden genutzt, wenn bspw. Schwester-Unternehmen international operierender Mobilfunkunternehmen ihre direkt benachbarten nationalen Netze so zusammenschalten, dass die Dienste grenzüberschreitend unterbrechungsfrei genutzt werden können.
Diese Funktionen nutzt auch O2 beim Wechsel von seinem eigenen Netz in das Netz von T-Mobile in ländlichen Gebieten ohne eigenes O2-Netz. Dazu haben beide Firmen ein National Roaming realisiert. Technisch betrachtet ist dies - abgesehen von der Nachbarschafts-Planung der Funkzellen - das gleiche wie Roaming zwischen internationalen Partnern. National Roaming ist dabei im Prinzip - genau wie normales Roaming - auch möglich, ohne dass Handover stattfinden, was bei regional begrenzten Netzen (z.B. in Indien) sinnvoll ist.
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