| Roßau
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| Wappen
| Karte
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Roßau war bis
1850 eine eigenständige
Gemeinde (
Vorstadt) und ist heute ein Stadtteil
Wiens im 9.
Wiener Gemeindebezirk Alsergrund.
Geographie
Lage
Die Roßau liegt im Osten des Alsergrunds. Im Osten bildet der
Donaukanal die Grenze zu den Bezirken
Brigittenau und
Leopoldstadt, im Norden grenzt sie an die Alsergrunder Bezirksteile
Althan- und
Thurygrund, im Westen an die Alservorstadt. Südlich grenzt die Roßau schließlich an den 1. Bezirk
Innere Stadt.
Die Grenzen sind heute durch die Straßenzüge der
Maria-Theresien-Straße,
Liechtensteinstraße,
Alserbachstraße sowie den Donaukanal gekennzeichnet.
Geschichte
Die Roßau im Mittelalter
Der Name der
Roßau stammt von den Weideplätzen und Schwemmen der Pferde, die die Donauschiffe flussaufwärts zogen. Ursprünglich hieß das Gebiet der Roßau
Oberes Werd.
Werd bzw.
Wert war die
mittelhochdeutsche Bezeichnung für eine
Insel, wobei die Roßau als Abgrenzung zur Insel mit der Vorstadt Leopoldstadt (
Unteres Werd) als
Oberes Werd bezeichnet wurde und zwischen dem Donaukanal und dem später verlandeten Salzgrießarm lag. 1255 wurde erstmals in einer päpstliche Bulle die Kirche St. Johann im Werd genannt. Sie gehörte zu einem Fischerdorf, das am Donaukanal zwischen der Stadtmauer und der heutigen
Berggasse am Oberen Werd lag. Auf Grund des Fisch- und Wildreichtums des Gebietes war der Besitz des Werds begehrt. Als Heinrich von Liechtenstein dem
Stift Klosterneuburg der Besitz des Oberen Werds und des
Kahlenbergs streitig machen wollte, bestätigte eine
Päpstliche Bulle 1253 den Besitzstand des Klosters. Während die Lichtensteins den Kahlenberg zurückgaben, blieben jedoch das Obere Werd und das spätere
Lichtental abgetrennt. Der Großbrand, der 1276 beinahe ganz Wien einäscherte, vernichtet auch das Dorf am Oberen Werd. Das Dorf wurde jedoch wieder aufgebaut und einem Kloster der Augustiner angegliedert. Dieses übersiedelte 1327 in die Augustinerstraße, woraufhin der verlassene Bau in ein Spital umgewandelt wurde. Dem Spital war jedoch kein Erfolg vergönnt und es wurde geschlossen. 1360 übernahmen die Karmeliter das Gebäude, verzogen am ebenfalls in die Stadt und errichteten
Am Hof ein Gotteshaus. Die Kirche der sogenannten
Fischervorstadt bestand jedoch als Pfarrkirche des Dorfes weiter. Das Dorf lebte überwiegend vom Fischfang, der in den Donauarmen, deren Altarmen sowie einem Bach, der am
Schottenpoint entsprang und durch die heutige Berggasse abfloss, betrieben wurde.
Die Roßau in der Neuzeit
Im Zuge der
Ersten Wiener Türkenbelagerung wurde das Fischerdörfchen am Donaukanal und auch alle anderen Gebäude ein Raub der Flammen. 1540 wurde vom Wiener Stadtrat jedoch der Neubau der Wiederaufbau der Kirche St. Johann beschlossen. Um die Stadt wurde eine Bauverbotszone eingeführt und zur besseren Verteidigung ein zunächst 90 Meter breites
Glacis errichtet. Die vor den Stadttoren entstandenen mittelalterlichen Vorstädte verschwanden somit nun endgültig. 1547 wurde in der Roßau vor dem
Schottentor die bürgerliche
Schießstätte errichtet, auf der die Armbrust und Gewehrschützen trainierten. Nach einem kaiserlichen Erlass 1632, der die Ausweitung des Glacies auf 300 Schritte und ein Bauverbot im Vorfeld vorsah, fielen den Verteidigungsmaßnahmen ein Palais der
Schwarzenbergs und das Fischerdörfchen zum Opfer. Dadurch verkleinerte sich das Gebiet der Roßau auf den Bereich zwischen der heutigen Berggasse und der Alserbachstraße. Neben einer kleinen Ansiedlung vor den Stadtmauern mit dem Schießplatz hatte die Roßau jedoch immer noch einen starken Aucharakter mit Tümpeln, Wasserläufen und Altarmen, die die Besiedelung behinderten. Deshalb wurde das Gebiet Großteils nur von Fischern, Flößern und als Weide und Tränke für die Pferde genutzt. Wegen der Stadtnähe geschätzt, wurde die Roßau aber nun von Adeligen und reichen Bürgern für die Errichtung von Zweitwohnsitzen mit reich ausgestalteten Gärten interessant. Auch der Wiener Bürgermeister Daniel Moser ließ für sich einen Garten zwischen
Roßauer Lände und
Hahngasse errichten. 1638 wurde vom
Hofkriegsrat dem
Servitenorden die Erlaubnis erteilt, ein Kloster in der Roßau zu errichten. Die Patres erwarben den Grund der Witwe Laura Katharina Quattin und ein Vorauskommando baute den Stadel zu einer Kapelle um. Wichtigster Geldgeber für die Errichtung einer Kirche wurde der kaiserliche Heerführer
Octavio Piccolomini, der durch den Verkauf eines Landgutes in Böhmen den Neubau von Kirche und Kloster finanzierte. Nach Piccolominis Tod finanzierte
Johann Tury den Bau der Servitenkirche weiter. 1666 konnte im errichteten Rohbau der erste Gottesdienst abgehalten werden.
Bis 1850 befand sich hier eine der ältesten Wiener Hinrichtungsstätten, nämlich der so genannte Rabenstein.
Weblinks
Literatur
- Wolf, Alfred: Alsergrund. Bezirk der Dichter und Denker. Wien 1993
- Wolf, Alfred: Alsergrund-Chronik. Von der Römerzeit bis zum Ende der Monarchie. Wien 1981
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