Hinweis: Dieser Artikel behandelt gesundheitliche Risikofaktoren. Von rund 180 Artikeln mit diesem Stichwort in Wikipedia gehen über 90 % die Bezeichnung unter diesem Aspekt an. Zu anderen Risikofaktoren siehe: zum mathematischen Verständnis in Wahrscheinlichkeit, in Social Engineering (Sicherheit), in der Pseudowissenschaft Geopathologie und in der Uranwirtschaft.
Als gesundheitliche Risikofaktoren werden in der Medizin in der Person, ihrer Umgebung (ökologische F.) oder in ihrer Ernährung liegende ausgeprägte Faktoren bezeichnet, die eine Gefährdung für eine oder mehrere Krankheiten deutlich über das allgemeine Krankheitsrisiko (Inzidenz, Prävalenz) hinausgehende Maß ansteigen lassen - beispielsweise für erhöhten Blutdruck (Hypertonie), Diabetes, Herzinfarkte, Krebs, Morbus Parkinson oder Rheuma.
Unterschiedliche Zahlen zur Bedeutung der Faktoren müssen sich zwangsläufig ergeben, wenn die Statistiken der Todesursachen oder Krankheitshäufigkeit in der BRD, der EU, für andere Länder oder weltweit (=WHO-Zahlen) berücksichtigt werden. Dabei geht es aber um das Risiko ganzer Bevölkerungsgruppen und nicht nur bei einer einzelnen Person.
Ein medizinischer Befund, ein Laborwert oder eine Verhaltensweise des Patienten wird dann als Risikofaktor bezeichnet, wenn sein Vorliegen zu einem statistisch nachweisbar vermehrten Auftreten einer Krankheit führt.
Risikofaktoren werden als Ergebnis der medizinischen Ursachenforschung bekannt und sie werden bei nahezu jeder Krankheitsbeschreibung angeführt. Damit soll unter dem Stichwort Prävention erreicht werden, dass individuell oder gesellschaftlich, Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Krankheit unternommen werden. Beispiele: Sport, Wassernutzung, Immissionsschutzbestimmungen.
Ein Konsequenz aus der Erforschung der Risikofaktoren wäre: Sie sollten in der Gesundheitserziehung bereits in der Grundschule und dann unbedingt in allen weiteren Bildungsgängen wegen deren prägender Wirkung auf den Lebensstil berücksichtigt werden. Der Erfolg wäre individuell und gesellschaftlich erleb- und messbar.
Ein Risikofaktor ist dabei ein Einflussfaktor unter mehreren, also eine abgeschwächte Kausalität, zumal auch die Einwirkzeit berücksichtigt werden muss. So ist das beispielsweise das Rauchen ein Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. Genetische Veranlagung, berufliche Exposition gegenüber Stäuben und gleichzeitiger Alkoholkonsum können das Risiko erhöhen.
Wenn man den Zeitfaktor, also die Dauer der Einwirkung des Risikofaktors, in die Betrachtung mit einbezieht, kann man beim Beispiel Rauchen allerdings auch fast von einer Ursache-Wirkungs-Beziehung sprechen: Man muss nur lange genug "warten", bis sich bei nahezu jedem Raucher ein Lungenkrebs entwickelt, es sei denn der Betroffene ist bereits vorher an einer anderen Krankheit verstorben. Auch in Tierversuchen mit Zigarettenrauch kann praktisch immer Lungenkrebs ausgelöst werdeb, wenn der Zigarettenrauch nur lange genug in einer gewissen Konzentration einwirkt.
Dennoch sind bei Risikofaktoren die Ursache-Wirkungs-Beziehungen nicht immer eindeutig.
Auch wenn man sich gesund fühlt, kann man Risikofaktoren ausgesetzt sein beziehungsweise in sich tragen. Das individuell vorhandene Ausmaß der Gefährdung lässt sich meistens nur mit den Mitteln der Epidemiologie beschreiben, jedoch nie individuell genau beziffern. Auf der individuellen Ebene sind Prognosen, methodisch betrachtet, eigentlich ein Kunstfehler. Es handelt sich dabei um einen Widerspruch zwischen Statistik und Ratschlägen zur individuellen Lebensführung (Gesundheitsberatung).
Es muss bei den Risiken zwischen Mitverursachung (auch im Sinne einer Begünstigung) oder alleiniger Ursache sowie der Frage unterschieden werden, ob Krankheit oder Todesfolge beeinflusst wird (Kofaktoren, Morbidität, Mortalität).
Im Jahr 2001 sind zum Beispiel weltweit schätzungsweise sieben Millionen Menschen an Krebs gestorben. Statistisch gesehen könnten von ihnen nach Majid Ezzati und Kollegen von der Harvard-Universität, Boston, USA 2,4 Millionen noch am Leben sein, wenn sie die folgenden neun Risikofaktoren vermieden hätten: Übergewicht, ungesunde Ernährung (wenig Obst und Gemüse, zu viele Fette), Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol, ungeschützten Geschlechtsverkehr, Luftverschmutzung (in Großstädten), Kohleheizung und kontaminierte (=verunreinigte) Injektionen.
Im Folgenden sind die häufigen Risikofaktoren alphabetisch aufgeführt. Es handelt sich dabei um jene, die zu den Hauptursachen vorzeitigen Sterbens zählen. Dies lässt sich aus Mortalitäts-Studien relativ einfach belegen.
Eine erste Selbstdiagnose ist einfach: Bauchumfang messen. Ein erhöhtes Risiko liegt für Frauen ab 88 cm vor. Bei Männern beginnt der Risikobereich ab 102 cm.
Als verbreitete, legalisierte Alltags-Droge erzeugt Alkohol im psychiatrischen Sinne Sucht und macht sozial, psychisch und körperlich abhängig(Alkoholismus). Er zerstört die Lebensgrundlagen, weil eine Teilnahme am Familien- und Berufsleben verhindert wird. Neben-Folgen sind häufig Sekundärerkrankungen wie Infektionen oder Frakturen.
Ein weiteres Problem der Enthemmung durch Alkohol: Viele Alkoholtrinker/-innen sind "Toxomanen", die gleichzeitig Tabak u. a. Stoffe missbrauchen, so dass es im Einzelfall schwer sein mag, die krebserzeugende Wirkung für die Mundhöhle / den Rachen dem Alkohol oder dem Tabak zuzuordnen. Oft multiplizieren sich die schädlichen Einflüsse (Der Multipl.faktor kann höher sein).
Grenzwerte des Alkoholabbaus im Lebergewebe innerhalb 24 Stdn. sind bekannt und liegen unterschiedlich hoch für Frauen und Männer in der Leber-Kapazität begründet. (Dies hat wahrscheinlich etwas mit der hormonellen Steuerung zu tun).
Weitere Funktionseinschränkungen der Organe sind in der Geriatrie vielfach beschrieben. Dabei ist eigentlich nicht das Alter sondern die jeweilige Nutzung in den Vorjahren und Schädigungen bei der Zellteilung verantwortlich.
Die Grenzwerte des Alters sind umstritten. Zur Zeit geht man von einer deutlichen Erhöhung der Krankheitsrisiken ab dem 85. Lebensjahr aus. Davor liegen allerdings krankheitsspezifisch aber bereits unterschiedliche Erkrankungsraten der verschiedenen Organsysteme, die mit dem Lebensalter korrelieren. Ein wichtiger Ausdruck in diesem Zusammenhang ist die Multimorbidität im Alter (das gleichzeitige Auftreten mehrerer Krankheiten).
Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass die durchschnittliche statistische Lebenserwartung einen anderen Begriff als der Risikofaktor Alter darstellt. Das Alter spiegelt sozusagen nur die Anhäufung verschiedener Risiken wider.
Nicht vergessen: Das Leben ist eo ipso (aus sich heraus) lebensgefährlich/tödlich.
Weiteres zur essentielle Hypertonie, sekundäre Hypertonie und den Grenzwerten für den Blutdruck bei den Stichworten.
Exakte Grenzwerte sind umstritten. Nicht jedoch, dass ab einer bestimmten Bandbreite mit Folgeschäden zu rechnen ist.
Prävention durch fettarme Nahung, hohe Obst- und Gemüseanteile in der Ernährung und viel Bewegung (altersgemäßer Sport) sind Konsens.
Einige andere ähnliche Risikofaktoren werden bereits in der pränatalen Diagnostik, der Geburtshilfe und in der Säuglingssprechstunde abgeklärt. Systematisch wird an dieser Frage im Human Genome Project geforscht.
Siehe weiter bei: Das Abstract der genannten Studie, Luftverschmutzung, Luft, Pulmologie, Ökologie
Mit dem Rauchen aufzuhören ist bereits nach 5 Jahren eine äußerst wirksame Maßnahme zur Senkung des Risikos für Herzinfarkt und Hirnschlag.
Allerdings kann eine Zellentartung bereits langfristik zur Entstehung eines Tumors vorliegen. Grenzwerte dazu sind umstritten. Für die Krebsentstehung wird bereits eine nicht bezifferbare geringste Schädigungsmenge des Erbguts angenommen. Daher auch die Debatte um das Passivrauchen.
Bei Wut und Ärger werden Adrenalin und andere Stress-Hormone freigesetzt, was die Arterien sich verengen lässt und den Puls und Blutdruck erhöht. Für jemanden, der über lange Zeit zu viel "Stress" hat und diesen nicht reduzieren will oder kann, ist es besonders wichtig, die anderen Risikofaktoren zu kontrollieren und sonst einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Vgl. die Diskussion über biologischen Stress u. a. nach Lazarus.
Grenzwerte sind durch die unterschiedlichen Erfassungsmethoden z. T. umstritten. Jedoch sind psychologische Instrumente zur Lebenszufriedenheit, bzw. zur Diagnose der Depression recht treffsicher.
Grenzwerte sind bekannt (Dt. Leitlinie, EBM).
Prävention durch hohe Obst- und Gemüseanteile als protektive Faktoren in der Ernähung, häufigere kleine Mahlzeiten, Kalorienreduktion und viel Bewegung (z. B. altersgemäßer Sport) sind Konsens.
Statistisch ist das Risiko wegen ihrer geringen Verbreitung (zum Beispiel Heroin, Ecstacy, Opium) zwar gering. Regional oder individuell kann das aber sofort ganz anders aussehen.
Allerdings ist dieses Risko den Konsumenten auch meistens bewusst. Grenzwerte je nach Droge und Organsystem.
In den USA werden deshalb dem Mehl größere Mengen Folsäure zugesetzt. In Deutschland sind Bestrebungen im Gange, diesem Beispiel zu folgen. Folsäure ist natürlicherweise unter anderem reichlich in Vollkorn-Produkten, Blattgemüsen und Nüssen enthalten.
Der Risikofaktor Cholesterin ist nicht der Grund für einen Herzinfarkt. Das Wort "Risikofaktor" werde als mögliche Einflussgröße verstanden, demgemäß sei Rauchen ein gesicherter Grund für Lungenkrebs und kein "Risikofaktor". Weitere Kritik bezieht sich auf das Konzept als Ganzes. Der Mediziner Uwe Heyll meint, dass die meisten Riskiofaktoren meist nur von Messungen abgeleitet werden, die für den Arzt bequem sind und es scheinbar einfach machen eine Diagnose zu stellen.
zur Gesundheits-Organisation:
zur Statistik:
weitere (nicht so oft auftretende) Risikofaktoren:
Risk factor | Factor de riesgo | Rizikos veiksnys | Risicofactor | Fator de risco cardiovascular
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"Risikofaktor".
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