Rinus Michels (* 9. Februar 1928 in Amsterdam; † 3. März 2005 in Aalst; eigentlich Marinus Jacobus Hendricus Michels) war ein niederländischer Fußballspieler und -trainer. Sein Spitzname (neben anderen) war - aufgrund seines autoritären Trainerstils - Der General.
Seine Trainerlaufbahn begann Michels bei den Amateurvereinen JOS Amsterdam und AFC Amsterdam. 1965 wurde er Trainer bei seinem alten Verein Ajax, den er aus sportlichem Tief und Abstiegsgefahr führte und in der unter ihm in den folgenden Jahren vier mal niederländischer Meister (1966, 1967, 1968, 1970) sowie drei mal Pokalsieger (1967, 1970, 1971) wurde. 1971 gewann er mit seinem Team - nachdem sie 1969 in diesem Wettbewerb schon Zweiter geworden waren - den Europapokal der Landesmeister. Im gleichen Jahr wechselte er zum FC Barcelona, mit dem er 1974 spanischer Meister wurde.
Während der Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland war Michels Nationaltrainer der Niederlande (Bondscoach). Sein Team beeindruckte durch eine moderne Spielweise und eine Reihe hervorragender Einzelspieler (Johan Cruyff, Johan Neeskens u.a.). Viele Fußballexperten hielten es für das spielstärkste des Turniers. Die Niederländer erreichten bei ihrer ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschafts-Endrunde nach dem zweiten Weltkrieg das Endspiel in München. Trotz einer Vielzahl von Chancen und teilweise überlegener Spielweise wurde jedoch gegen Deutschland mit 1:2 verloren.
Nachdem er in der Saison 1975/76 wieder Ajax Amsterdam trainiert hatte, ging er ein zweites Mal zum FC Barcelona, mit dem er 1978 den spanischen Pokal gewann. Darauf folgten zwei Jahre Trainertätigkeit in den USA bei den Los Angeles Aztecs.
Von 1980 bis 1983 war Michels in der Fußballbundesliga für den 1. FC Köln tätig. Mit diesem wurde er 1982 Vize-Meister und gewann den DFB-Pokal 1983.
1984 wurde Michels Technischer Direktor der niederländischen Nationalmannschaft. 1986 übernahm er auch wieder den Trainerposten. Bei der Fußballeuropameisterschaft 1988 in Deutschland triumphierte er dieses Mal über Deutschland im Halbfinale mit 2:1 und wurde anschließend beim Finale in München mit einem 2:0-Sieg über die Sowjetunion Europameister.
Nach der erfolgreichen Europameisterschaft wechselte er erneut in die Fußballbundesliga zu Bayer Leverkusen. Er wurde jedoch kurz vor dem Ende der Saison 1988/1989 vorzeitig entlassen. Nach dem Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien gegen Deutschland wurde Rinus Michels erneut Nationaltrainer der Niederlande. Nach der Niederlage (im Elfmeterschießen) gegen den späteren Europameister Dänemark nahm er im Sommer 1992 endgültig Abschied von der Trainerbank. Später übernahm er noch verschiedene beratende Aufgaben für den nationalen Fußballverband und die UEFA. 1999 wurde ihm von der FIFA der Titel Trainer des Jahrhunderts verliehen.
Michels starb nach einer Herzoperation im belgischen Aalst.
Mann | Niederländer | Fußballtrainer | Fußballspieler (Niederlande) | Geboren 1928 | Gestorben 2005
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