| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Rinteln.jpg | Karte Rinteln in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niedersachsen |
| Landkreis: | Schaumburg |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 56 m ü. NN |
| Fläche: | 109 km² |
| Einwohner: | 27.896 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 256 Einwohner/km² |
| Postleitzahl: | 31737 |
| Vorwahl: | 05751 |
| Kfz-Kennzeichen: | SHG |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 57 031 |
| Gliederung des Stadtgebiets: | 10 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Klosterstr. 19 31737 Rinteln |
| Website: | www.rinteln.de |
| E-Mail-Adresse: | info@rinteln.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Karl-Heinz Buchholz (SPD) |
Bald nach Gründung der Stadt wurde mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen. Die Menschen zogen aus den Siedlungen vor den Toren Rintelns in den Schutz der Befestigungsanlagen und bewirtschafteten von hier aus als Ackerbürger ihre Felder.
Vor allem die Weser förderte den Handel: So genannte „Bremer Waren” kamen mit den Schiffen flussaufwärts: Tabak, Geschirr, Kolonial- und Haushaltswaren. Für Frachten mit dem Ziel Rinteln richtete die Stadt einen Zollschuppen ein. Stromab befördert wurden Sand, Kies und Getreide, ebenso wie der in der Nähe abgebaute Obernkirchener Sandstein. Auch das Handwerk mit seinen verschiedenen Zünften hatte seinen Anteil am Aufschwung der Stadt, die bis ins 17. Jahrhundert hinein eine wirtschaftliche Blütezeit erlebte. Als 1626 durch die Pest fast ein Drittel der Rintelner Bevölkerung starb, war das ein verheerender Rückschlag für die Stadt.
Dass sich Rinteln trotzdem recht zügig davon erholte, lag vor allem auch an der 1621 gegründeten Universität. Als Folge gab es neben einer Universitätsbuchdruckerei, einer Apotheke, einem botanischen Garten und einem regelmäßig erscheinenden „Intelligenzblatt“ auch eine Universitätskommisse, eine Art Studentenmensa mit Wohnheim. Hier konnten Professoren und Studenten unbehelligt vom städtischen Schankmonopol zu niedrigen Preisen Bier und Wein trinken.
Ein wichtiger Einschnitt war die Teilung der alten Grafschaft Schaumburg (1651). Als Folge wurde Rinteln hessische Garnisonsstadt und zu einer Festung ausgebaut. Trotzdem ergab sich die Stadt während des Siebenjährigen Krieges (Fachwerk1757) und in den napoleonischen Kriegen (1806) kampflos einer französischen Übermacht und wurde jeweils für mehrere Jahre besetzt. Am 13. November 1806 befahl Napoleon, die Festungsanlagen zu schleifen. Weiterer Rückschlag: Jérome, jüngster Bruder Napoleons und König des neu gegründeten Königreiches Westfalen (mit Kassel als Hauptstadt) hob 1810 die Rintelner Universität auf.
Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts ging es mit der Stadt wieder aufwärts – vor allem durch die Einweihung der Bahnlinie Elze - Löhne (1875). Die dadurch günstige Verbindung in die großen Wirtschaftszentren Berlin und Köln förderte die Ansiedlung von Industriebetrieben, unter anderem eine Glashütte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, den Rinteln als Lazarettstadt für mehrere tausend Verwundete erlebte, verdoppelte sich die Einwohnerzahl vor allem durch Vertriebene aus Schlesien. Durch die Eingliederung von 18 benachbarten Gemeinden in die Stadt am 1. März 1974 wurde Rinteln zur größten Kommune des Landkreises Schaumburg. Nach der Aufnahme Rintelns in das Städtesanierungsprogramm des Landes Niedersachsen 1979 konnte mit einer umfangreichen Sanierung der Altstadt begonnen werden, die mit der Einrichtung einer Fußgängerzone im Jahr 2003 beendet war.
Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Bünde - Löhne - Hameln - Hildesheim - Bodenburg (Weserbahn), die im Stundentakt (am Wochenende 2-Stundentakt) von der Eurobahn betrieben wird. Bei Fahrten in Richtung NRW gilt der Sechser-Tarif (Verkehrsverbund OstWestfalenLippe).
Am Bahnhof Rinteln Süd endet mittlerweile auch die Extertalbahn (jetzt Museumsbahn), die früher durch die Altstadt und über die Weserbrücke bis zum Bundesbahnhof führte.
Frachtschifffahrt auf der Weser findet kaum noch statt. Rinteln ist Ziel für die touristische Fahrgastschifffahrt zwischen Minden - Vlotho - Hameln.
Josua Stegmann (1588-1632) hielt 1621 anlässlich der Eröffnung der Rintelner Universität die Predigt in der St.-Nikolai-Kirche. Der evangelische Theologe und Kirchenlieddichter („Ach bleib mit Deiner Gnade“, erschienen erstmals 1630 in Stegmanns Buch „Erneute Herzensseufzer“) bemühte sich um die Universität als einen Ort der lutherischen Lehre. Bereits 1626 wurde er aber des Hauses verwiesen: Aufgrund des so genannten Restitutionsedikts übernahmen katholische Benediktiner das Kloster.