Riley war ein englischer Automobilhersteller, der sich auf die Herstellung von Sportwagen spezialisiert hatte und bis 1939 als eigenständiges Unternehmen existierte. Als Marke gab man den Produktnamen erst 30 Jahre später auf.
Ab 1903 wagte man sich bei Riley an den Bau eigener Antriebsaggregate und hatte einen 517 cm3-V2-Zylinder im Angebot, der wahlweise Wasser- oder Luftkühlung erlaubte. Vier Jahre später machten die Konstrukteure einen weiteren Schritt und konnten nun den ersten vierrädigen Riley mit 1034 cm3 und 9 PS anbieten, dem ersten Wagen mit mechanischer Einlassventilsteuerung, der noch ein anderes völlig neuartiges Detail besaß: Erstmals konnte ein Auto mit abnehmbaren Speichenrädern glänzen, sodass jenes mühsame Demontieren der ganzen Felge zumindest bei einem Riley der Vergangenheit angehörte. In der Ära abenteuerlicher Straßen und Hufnägel erfreute sich die Marke auch deswegen eines deutlichen Zuspruchs. Amüsanterweise mussten nach der Patentierung ca. 180 namhafte Automobilhersteller, darunter auch Fiat, Renault oder Mercedes für eine gewisse Zeit ihre Räder von Riley beziehen.
Percy Riley, der technische Kopf des Unternehmens, entwarf auch weiterhin zukunftsweisende Detaillösungen und gründete mit seinem Bruder Stanley 1919 eine neue Fabrik in Coventry zur Produktion desjenigen Wagen, der ihnen für zwei Jahrzehnte den Durchbruch garantieren sollte: Der Riley-11-"Redwinger" schöpfte aus 1498 ccm für damalige Verhältnisse agile 35-PS, der über Leichmetallkolben, eine moderne elektrische Ausstattung und lediglich sechs Schmierstellen verfügte. Gerade die zweisitzige Sportversion erfreute das britische Publikum in den Zwischenkriegsjahren.
Der auf dem Kontinent bekannteste Wagen der Firma sollte aber der seit 1926 produzierte 1,1-Liter-Riley 9-"Monaco" werden, der zwar ursprünglich als kleiner Familienwagen konzipiert worden war, dank des Tunings eines Reid Railton und der Fahrerkünste des Rennfahrers Parry Thomas zum bewährten und beliebten Sportwagen geriet. Anfang der 1930er-Jahre waren es vor allen Dingen die kleinen roten Riley-Renner, die bei allen möglichen Sportwagenrennen und Rallyes Erfolge in ihren jeweiligen Klassen einfuhren.
Schon 1928 versuchte man sich mit einem 6-Zylinder, sieben Jahre später mit dem Achtzylinder-"Adelphi"-Modell, doch der Hauptakzent der Firma blieben die kleinen Viersitzer und Roadster. Diese produzierte man jedoch in einer unökonomischen Typenvielfalt, welche buchstäblich die Kapitalreserven erschöpfte. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg übernahm William R. Morris 1939 die Werke, um sie in den eigenen Konzern einzugliedern.
Nach dem Krieg sammelte unter anderem auch ein späterer Formel 1-Weltmeister seine ersten motorsportlichen Erfolge mit einem Riley: Mike Hawthorn. Doch für eine wirtschaftliche Existenz dieser Marke kamen auch seine Erfolge zu spät. Die große "Pathfinder"-Limousine entsprach zudem nicht dem englischen Publikumsgeschmack, sodass der BMC-Konzern bzw. British Leyland die Marke immerhin erst 1969 aufgab.