Riedlingen ist eine Stadt an der
Donau, südlich der
Schwäbischen Alb.
Geografie
Geografische Lage
Riedlingen liegt an der Donau in einem weiten Talgebiet südlich der Schwäbischen Alb. Im Westen und Norden erheben sich die Albausläufer, der ganz bewaldete Teutschbuch (734 m) und der Österberg (652 m). Auf der anderen Seite Riedlingens erhebt sich der
Bussen, der Hausberg
Oberschwabens, der auch heiliger Berg Oberschwabens genannt wird (767 m).
In die Donau münden auf der linken Seite die Biber bei Altheim, der Zollhauser Bach bei Riedlingen und die Zwiefalter Aach bei Zwiefaltendorf. Auf der rechten Seite fließt die Schwarzach beim Vöhringer Hof in die Donau, bei Daugendorf die Kanzach.
Stadtgliederung
Die Stadt besteht aus der
Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten sieben Gemeinden Bechingen, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf. In jeder Teilgemeinde gibt es eine Ortsverwaltung, deren Leiter der
Ortsvorsteher ist.
Raumplanung
Riedlingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Donau-Iller, dessen Oberzentrum die Stadt Ulm ist. Zum Mittelbereich Riedlingen gehören neben der Gemeinde selbst die Städte und Gemeinden des westlichen Landkreises Biberach. Im Einzelnen sind dies die Stadt Bad Buchau sowie die Gemeinden Alleshausen, Altheim, Betzenweiler, Dürmentingen, Dürnau, Ertingen, Langenenslingen, Kanzach, Moosburg, Oggelshausen, Seekirch, Tiefenbach, Unlingen und Uttenweiler.
Geschichte
Historische Entwicklung
Riedlingen ist eine
alemannische Gründung. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr
835. Die Erhebung zur Stadt erfolgte durch die Grafen von Veringen um
1250, die erste Nennung als Stadt war
1255. Bereits um das Jahr
1300 kam Riedlingen in den Besitz der
Habsburger, die die Stadt aber bald an die Familie der Truchsessen von Waldburg verpfändeten. Erst 1680 fiel die Stadt Riedlingen gegen die Bezahlung der Pfandschuld an Österreich zurück. Bis zum
Pressburger Frieden 1805 gehörte Riedlingen zu
Vorderösterreich.
1806 kam Riedlingen zum
Königreich Württemberg und wurde Sitz des gleichnamigen
Oberamtes.
1938 wurde das
Oberamt Riedlingen mit dem
Oberamt Saulgau zum
Landkreis Saulgau mit Sitz in
Saulgau vereinigt. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt unbeschadet. Lediglich die Donaubrücke wurde in den letzten Kriegstagen im April
1945, kurz vor dem Einmarsch französischer Truppen, von deutscher Seite aus gesprengt. Im Zuge der Zuwanderung von Kriegsflüchtlingen nach 1945 entstand oberhalb des Vöhringerhofes an der Donau der Stadtteil Eichenau. Seit
1973 gehören die Stadt Riedlingen und ihr Umland zum
Landkreis Biberach.
Stadtwappen
Das Riedlinger Stadtwappen zeigt auf einem in der Mitte senkrecht geteilten Schild links vom Beschauer auf rot-weiß-rotem Grund zwei schräg gekreuzte gelbe Ruder. Die rechte Seite zeigt einen auf gelbem Grund nach links aufgerichteten roten Löwen.
Das älteste bekannte Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Der rot-weiß-rote Grund wird als
österreichische Binde bezeichnet und stellt die Farben Österreichs dar. Sie wurde erst im 16. Jahrhundert hinzugefügt. Der rote Löwe, den auch
Bad Saulgau,
Mengen und
Munderkingen im Stadtwappen tragen, ist das Wappen der
Habsburger.
Einwohnerentwicklung
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¹ Volkszählungsergebnis
² Stand: 30.09.2005
Politik
Gemeinderat
Die letzte Gemeinderatswahl fand am
13. Juni 2004 statt. Es ergab sich folgende Sitzverteilung:
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| | Partei
| Sitze
| -
| CDU | 9
| -
| FW | 8
| -
| WIR | 3
| -
| SPD | 2
| -
| Unabhängige Bürger | 2
| -
| Grüne ¹ | 1
| -
| Gesamt | 25
|
Städtepartnerschaften
Seit 1996 pflegt Riedlingen eine Partnerschaft mit der niederösterreichischen Kleinstadt
Pöchlarn. Freundschaftliche Beziehungen bestehen zu
Bürgel (Thüringen).
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Riedlingen liegt an der
Donautalbahn von
Donaueschingen nach
Ulm und ist
Regionalexpress-Halt. Es besteht ein Stunden-
Takt nach Ulm und
Sigmaringen aber nur ein Zwei-Stunden-Takt nach Donaueschingen und
Neustadt (Schwarzwald). Es gibt darüber hinaus eine direkte Busverbindung in die Kreisstadt
Biberach an der Riß. Riedlingen ist in den
Donau-Iller-Nahverkehrsverbund eingegliedert.
1916 wurde die Federseebahn (Kanzachtalbahn) Schussenried - Riedlingen als letzte Schmalspurstrecke Baden-Württembergs mit dem Reststück von Dürmentingen bis Riedlingen eröffnet. 1960 wurde der Gesamtverkehr auf diesem Streckenteil eingestellt und die Strecke abgebaut.
Durch Riedlingen führen die Bundesstraßen B 312 (Reutlingen - Biberach an der Riß - Memmingen) und B 311.
Ansässige Unternehmen
Gericht, Behörden und Einrichtungen
Riedlingen verfügt über ein
Amtsgericht, das zum
Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum
Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.
Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Riedlingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das zum Dekanatsverband Biberach gehört.
Bildungseinrichtungen
Riedlingen ist eine
Schulstadt von regionaler Bedeutung. So reicht beispielsweise das Einziehungsgebiet des Riedlinger Gymnasiums von
Bad Buchau bis weit auf die
Schwäbische Alb. Außerdem verfügt Riedlingen über eine Fachhochschule.
Überblick:
- Fachhochschule Riedlingen – Fernfachhochschule
- Staatlich anerkannte Hochschule für Wirtschaft
- Berufliche Schule
- St-Gerhard-Schule, Förderschule
- Joseph-Christian-Schule - Grund und Hauptschule
- Geschwister-Scholl Realschule
- Jugend-Musikschule Riedlingen
- Katholisches Bildungswerk
- Kolping-Berufskolleg - Einjähriges Berufskolleg zum Erwerb der Fachhochschulreife
- Kreisgymnasium Riedlingen
- Stefanusgemeinschaft Kloster Heiligkreuztal
- Volkshochschule Donau-Bussen e.V.
- Freie Schule Riedlingen e.V.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Riedlingen liegt an der
Oberschwäbischen Barockstraße, der
Deutschen Fachwerkstraße und am
Donauradweg.
Museum
- Museum Riedlingen
- Schöne Stiege, Rösslegasse 1: Öffnungszeiten: April-Dezember: Fr/Sa 15-17 Uhr, So 14-17 Uhr
- Städtische Galerie im Spital zum Heiligen Geist (Wochenmarkt 3): Öffnungszeiten: April-Dezember, Fr/Sa 15-17 Uhr, So 14-17 Uhr)
Bauwerke
- Historische Altstadt
- Historischer Marktplatz mit Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert
- St. Georgskirche: Das Wahrzeichen Riedlingens ist die katholische Pfarrkirche. Die älteste Darstellung stammt aus dem Jahr 1589. Einen überregionalen Anziehungspunkt stellt die 1997 von Hartwig Späth erbaute Orgel dar.
- Schöne Stiege: Das Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1556 gehört zu den besterhaltenen und bauhistorisch wichtigsten Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts in Oberschwaben. Heute ist darin das Stadtmuseum untergebracht.
- Im Riedlinger Teilort Neufra an der Donau findet man einen der schönsten Renaissancegärten Deutschlands, der zwischen 1569 und 1573 errichtet wurde.
Jährliche Veranstaltungen
- Riedlinger Fasnet: schwäbisch-alemannische Fastnacht mit der Hauptfigur Gole. Die Narrenzunft Gole wurde 1865 gegründet und zählt heute mehr als 1.300 Mitglieder.
- Flohmarkt: Der Riedlinger Flohmarkt in der Altstadt findet alljährlich am dritten Samstag im Mai statt und ist einer der größten Flohmärkte Süddeutschlands.
- Gallusmarkt: Er findet jedes Jahr am zweiten Montag im Oktober statt und ist ein großer Jahrmarkt. Am Vorabend findet traditionellerweise am Donauaufer ein großes Feuerwerk statt.
- Fohlenmarkt: Der jeweils am letzten Donnerstag im August stattfindende Fohlenmarkt gilt als größter Warmblut-Fohlenmarkt Deutschlands und zieht Gäste aus ganz Europa an.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
Galerie
Bild:Riedlingen_kirche.jpg|Alte Stadtansicht von 1920
Bild:Narrenzunft Gole Riedlingen Boppele Narrentreffen Meßkirch 2006.jpg|Das Boppele der Narrenzunft Gole Riedlingen
Bild:Riedlingen Flohmarkt 2004.jpg|Riedlinger Flohmarkt
Bild:Neufra_donau_1900.jpg|Neufra an der Donau um 1900
Bild:Riedlingen Neufra Garten 2005 a.jpg|Neufra an der Donau, Historischer Hängegarten
Bild:Riedlingen Flohmarkt 2004 2.jpg|Die Riedlinger Donauinsel
Landkreis Biberach Ort in Baden-Württemberg
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