Ricky Skaggs (* 18. Juli 1954 in Cordell, Kentucky) ist ein US-amerikanischer Country- und Bluegrass-Musiker.
Obwohl er sich kurzzeitig für die Beatles und Rolling Stones begeisterte, galt seine eigentliche Liebe der traditionellen Country-Musik. Er fühlte sich insbesondere zum anspruchsvollen Bluegrass hingezogen. Seine Vorbilder waren Bill Monroe, Buck Owens, Ralp Stanley und George Jones. Bei einem Talentwettbewerb traf er auf den gleichgesinnten Keith Whitley. Die beiden arbeiteten fortan zusammen. 1970 erhielten sie die Gelegenheit, bei einem Konzert für den verspäteten Ralph Stanley einzuspringen. Der große Star war von ihrer Darbietung beeindruckt und engagierte den fünfzehnjährigen Ricky kurzerhand für seine Bluegrass-Gruppe, den Clinch Mountain Boys.
Emmylou Harris wurde auf den talentierten Nachwuchsmusiker aufmerksam und versuchte ihn wiederholt für ihre Begleitband zu gewinnen. Erst 1977, nach dem Abgang von Rodney Crowell, willigte Skaggs ein. Das musikalische Schwergewicht übte bald einen starken Einfluss auf Harris auf, deren Musik sich dadurch deutlich in Richtung Bluegrass orientierte.
1980 nahm Skaggs bei einem kleinen Label ein Bluegrass-Album auf. Sein Ruf in der Country-Szene war inzwischen derartig gefestigt, dass ihm das renommierte Epic-Label 1981 einen Vertrag anbot, der ihm weitestgehende musikalische Gestaltungsfreiheit einräumte. Entgegen dem vorherrschenden Trend spielte er mit Waitin' For The Sun To Shine ein Album ein, das sich stark an traditionellem Country orientierte. Und er hatte wider Erwarten Erfolg. Das Album verkaufte sich über 500.000 mal und wurde vergoldet. Zwei Singleauskopplungen erreichten Platz 1 der Country-Charts. Ricky Skaggs wurde 1982 mit dem prestigeträchtigen CMA Award Country-Sänger des Jahres ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Grand Ole Opry.
Ricky Skaggs war zu Beginn der achtziger Jahre zur größten Hoffnung der Country-Musik geworden, die sich allzu sehr im seichten Mainstream verloren hatte. Er wurde zum Auslöser einer allgemeinen Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte und zum ersten "Neuen Traditionalisten". Seine Erfolge hielten trotz seiner kompromisslosen Einstellung die gesamten achtziger Jahre hindurch an. 1985 etwa schaffte er mit dem alten Bill Monroe Song Uncle Pen Platz 1. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter neun Grammys, waren Anerkennung seiner fast einzigartigen Stellung in der Country-Szene.
1991 tat er sich mit den aufstrebenden Stars Vince Gill and Steve Wariner zusammen und gründete die Nashville Cats. Zwei Jahre später startete er eine eigene Radioshow, die so populär war, dass sie von mehr als 400 Stationen, darunter auch einigen europäischen, übernommen wurde. Ab Mitte der neunziger Jahre ließen die Verkaufszahlen seiner Platten deutlich nach. Der Mann, der Leuten wie George Strait oder Randy Travis den Weg geebnet hatte, wurde von einer jungen Garde von Countrymusikern verdrängt, die einen gefälligeren Sound boten.
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