Richard Steiff (* 1877; † 1939) war der Neffe der berühmten Spielwarenherstellerin Margarete Steiff, Erfinder und Geschäftsmann.
Er trat im Jahr 1897 in der Betrieb der Tante ein. Steiff gilt als der Erfinder des Teddybären, dessen Prototyp die Bezeichnung 55 PB trug, und trug wesentlich zum großen Erfolg des Unternehmens bei. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in Stuttgart, dort führte ihn sein Weg auch immer wieder in den damaligen „Nillschen Tiergarten“, wo er meist vor dem Bärengehege saß und zeichnete. Die Bärenskizzen waren auch Grundlage für den 1902 entwickelten Steiff Bär 55 PB ( 55 cm groß, P = Plüsch, B = beweglich). Auf der Spielwarenmesse 1903 in Leipzig fand der Bär zuerst kaum Beachtung, erst kurz vor Messeschluss kaufte ein Amerikaner den ganzen Posten mit 3000 Bären und der Siegeszug begann. Schon 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis verkaufte man 12.000 Bären. Dafür erhielten Margarete und Richard Steiff dann auch die Goldmedaille, die höchstmögliche Auszeichnung der Veranstaltung.
Allerdings zeichnete Richard Steiff auch für andere Meilensteine verantwortlich. So entwickelte der Bastler, Konstrukteur und Erfinder auch den Roloplan, eine Art Lenkdrachen, mit dem er Luftaufnahmen von der Fabrik der Familie Steiff und auch der Umgebung von Giengen macht.
Außerdem plante und baute er 1903 in Giengen eine Fabrikhalle aus Beton und Stahl, die allen Mitarbeitern lichtdurchflutete Arbeitsplätze bot, ein Novum zu dieser Zeit. Damit seine Tante Margarete auch die Produktion im oberen Stockwerk erreichen konnte, verfügte die Halle über eine Rampe, um mit dem Rollstuhl hinauf fahren zu können.
Erfinder | Deutscher | Geboren 1877 | Gestorben 1939 | Unternehmer
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