Richard Stücklen (* 20. August 1916 in Heideck; † 2. Mai 2002 in Weißenburg) war ein deutscher Politiker (CSU).
Er war von 1957 bis 1966 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen und von 1979 bis 1983 Präsident des Deutschen Bundestages.
Richard Stücklen war verheiratet und hatte zwei Kinder.
Im Bundestagswahlkampf 1976 gehörte Stücklen zur Regierungsmannschaft von Helmut Kohl für den Fall eines Wahlsieges.
Von 1953 bis 1957 war er als geschäftsführender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. und in dieser Zeit auch Vorsitzender des Ausschusses für Sonderfragen des Mittelstandes. Er war damals der jüngste Vorsitzende eines Bundestagsausschusses.
Am 24. Juni 1955 brachte Stücklen gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen einen Gesetzentwurf zur Einführung des relativen Mehrheitswahlrechts nach britischem Vorbild ein. 1957 brachte er gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten von CSU und DP einen Gesetzentwurf zur Aufhebung von Artikel 102 Grundgesetz ein, mit dem Ziel die Todesstrafe wieder einzuführen. Dieser hatte jedoch keinen Erfolg.
Vom 25. Januar 1967 bis 1976 war er Vorsitzender der CSU-Landesgruppe und erneut Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Zur Zeit der Großen Koalition startete er mit Fraktionskollegen weitere Initiativen zur Einführung des Mehrheitswahlrechts, die jedoch allesamt scheiterten.
Von 1968 bis 1969 war Stücklen außerdem stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Überprüfung der gegenwärtigen Organisation, Kompetenzverteilung, personellen und sachlichen Ausstattung der für den Staatsschutz und die Spionageabwehr zuständigen Nachrichtendienste.
Nach der Bundestagswahl 1976 wurde er am 14. Dezember 1976 zum Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages gewählt. Nachdem Karl Carstens zum Bundespräsident geworden war, wurde Stücklen am 31. Mai 1979 als dessen Nachfolger zum Bundestagspräsidenten und nach der Bundestagswahl 1983 dann am 29. März 1983 erneut zum Vizepräsidenten gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Bundestag am 20. Dezember 1990. 1979 bis 1983 war er Vorsitzender der Unterkommission für den Haushalt, 1979/80 der Unterkommission des Koordinierungsgremiums „Enquete-Kommission Verfassungsreform“ und 1980 bis 1987 der Baukommission jeweils des Ältestenrates des Bundestages. Während seiner Präsidentschaft war er auch Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschusses von Bundestag und Bundesrat gemäß Artikel 53a des Grundgesetzes.
In die Zeit als Bundestagsvizepräsident fällt das berühmte Zitat Joschka Fischers „Joschka Fischer“. Stücklen hatte am 18. Oktober 1984 den grünen Abgeordneten Jürgen Reents ausgeschlossen, da dieser Helmut Kohl als „von Flick freigekauft“ bezeichnete. Die grüne Abgeordnete Christa Nickels stellte daraufhin Antrag auf Sitzungsunterbrechung. Als Stücklen ihr das Mikrophon abstellte, entfuhr Fischer der bekannte Ausspruch, woraufhin er ebenfalls ausgeschlossen wurde. Am nächsten Tag nahm Fischer den Satz wieder zurück.
Stücklen ist stets als direkt gewählter Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Er vertrat zunächst den Wahlkreis Weißenburg und ab 1976 den Wahlkreis Roth. Zuletzt erreichte er bei der Bundestagswahl 1987 in seinem Wahlkreis 59,2 % der Erststimmen.
Mann | Postminister (Deutschland) | Bundestagspräsident (Deutschland) | CSU-Mitglied | Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst | Weißenburg-Gunzenhausen | Roth (Landkreis) | Korporierter im CV | Geboren 1916 | Gestorben 2002
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