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Richard Oetker (* 1952) ist ein deutscher Unternehmer und Sohn des Unternehmers Rudolf-August Oetker. Richard Oetker ist Vorsitzender des Vereins Weißer Ring, der sich für Opfer von Verbrechen einsetzt.

Entführung


Überregionale Schlagzeilen machte die Familie Oetker Ende der siebziger Jahre, nachdem Oetker-Nachkomme Richard Oetker entführt wurde und 21.000.000 DM an Lösegeld gezahlt wurde. Der Fall Richard Oetker wird heute noch bei Industrie-Geiselnahmen herangezogen und verglichen.

Tathergang

Am 14. Dezember 1976 gegen 18:45 Uhr betrat der damalige Student Richard Oetker, Mitglied der Familie Oetker, zu der der große Oetker-Konzern gehört, den Parkplatz der Universität Weihenstephan in Freising. Er wurde von mehreren Personen um den Entführer Dieter Zlof bereits erwartet und entführt. Richard Oetker wurde in einer engen Holzkiste gefangen gehalten, die sich im Inneren eines Lieferwagens befand. Die Holzkiste war zudem mit einem Stromkreis verbunden. Richard Oetker wurde im inneren von einem schweren Stromschlag getroffen, an dem er fast gestorben wäre und an dessen Folgen er bis heute leidet; unklar blieb, ob dieser Stromschlag auf einen Unfall oder auf die Absicht (Verhinderung von Fluchtversuchen) des Entführers zurückzuführen war. Richard Oetker erlitt mehrfache Wirbel- sowie einen doppelten Beckenbruch.

Kurz darauf wurde für ihn ein bis dahin Rekord-Lösegeld von 21 Millionen DM von Richard Oetkers Bruder August Oetker gezahlt. Die Lösegeldübergabe im Untergeschoss des Münchner Stachus gelang durch einen Trick des oder der Entführer, die den Lösegeldkoffer über eine nur von innen zu öffnende Türe zu einem Versorgungsschacht an sich nahmen. Richard Oetker kam daraufhin frei schwer verletzt frei.

Tatfolgen

Nach der Freilassung von Richard Oetker begann eine beispiellose Fahndungskampagne der Kriminalpolizei. Nach zwei Jahren wurde Dieter Zlof als Täter festgenommen. Er leugnete zunächst die Tat, doch in einem Indizienprozess wurde er 1980 zu 15 Jahren Haft verurteilt; später gestand er die Tat in einer Buchveröffentlichung.

Ein Teil des Lösegeldes von 21 Millionen DM (rund 10,7 Millionen Euro) wurde sichergestellt, der Rest soll verrottet und anschließend verbrannt worden sein. 20 Jahre später, kurz vor Einführung des Euro, wurde in London noch einmal der Versuch unternommen, einen Teil des Lösegeldes einzulösen. Die 1000-DM-Scheine wurden jedoch alle nach ihren Geldschein-Nummern registriert, so dass dieser Versuch, wie auch vorangegangene, Geldscheine aus der Oetker-Entführung einzulösen, misslang.

Richard Oetker, der bei dem Prozess den Gerichtssaal nur auf Krücken betreten konnte, ist bis heute gehbehindert; er kann nur kurze Strecken gehen und nicht lang stehen.

Veröffentlichung

Nach dem Prozess zog Richard Oetker sich aus der Öffentlichkeit zurück und weigerte sich bis Anfang 2006, öffentlich über seine Entführung zu sprechen oder etwa in Form eines Buches Gewinn aus ihr zu ziehen. Erst im März 2006 brach er sein Schweigen und gab Stern TV ein Interview über die Geschehnisse.

Der Fall wurde 2000 zu einem Fernseh-Zweiteiler verarbeitet.. Das Drehbuch zu Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker wurde mit Oetkers Zustimmung verwendet; 2002 wurde die Arbeit des Kameramannes mit dem Deutschen Kamerapreis (Kategorie Fernsehen) ausgezeichnet.

Literatur


  • Nicole Amelung: Die Oetker-Entführung, Neuss 1997 (2), ISBN 3-9805045-5-7

Weblinks


Unternehmer | Mann | Deutscher | Entführungsfall

 

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