Ricardo Zamora (* 21. Januar 1901 in Barcelona; † 8. September 1978 ebenda) war ein spanischer Fußballspieler. Er galt in den 1920ern und 1930ern als weltbester Torhüter.
Zamora spielte bis zu seinem 14. Lebensjahr Pelota, als er zufällig ein Fußballspiel ansah und sich überlegte, dass es beim Fußball, im Gegensatz zum Pelota, deutlich leichter sein müsste die Kugel zu fangen. Mit 18 Jahren gab er bei Espanyol Barcelona sein Debüt und sorgte schon damals für Aufsehen. Bei den Olympischen Spielen 1920 wurde er schon zum Volkshelden, als er mit seinen Glanzparaden für einen 1:0-Sieg gegen die hochüberlegenen Dänen sorgte und somit einen großen Anteil am Erreichen des Bronzerangs hatte. In den Jahren 1920 und 1922 gewann er mit dem FC Barcelona die spanische Meisterschaft, nach seiner Rückkehr zu Espanyol gewann er 1929 die Meisterschaft zum dritten Mal und siegte auch im Pokalfinale gegen Real Madrid. Daraufhin kauften die Königlichen für eine Rekordablösesumme von 150.000 Peseten (~ 60.000 €) den Göttlichen, wie Zamora voller Ehrfurcht genannt wurde.
1929 gelang der spanischen Nationalmannschaft das beinahe Unmögliche: Sie schlug die englische Fußballnationalmannschaft als erstes Team außerhalb der britischen Inseln überhaupt mit 4:3. Zamora zeigte eine schwache Leistung, wie später jedoch bekannt wurde spielte er mit gebrochenem Brustbein. Bei den Madrilenen gewann Zamora nochmals je zwei Mal die Meisterschaft (1932, 1933) und den Pokal (1934, 1936)
1934 nahm Zamora mit der spanischen Nationalmannschaft an der Fußball-Weltmeisterschaft teil. Mit seinen tollen Paraden und Reflexen sorgte er zunächst für einen 3:1 Sieg über Brasilien, im Viertelfinale gegen Italien rettete er die Spanier in ein Wiederholungsspiel, in welchem er aber verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte. Das Spiel ging mit 0:1 verloren.
Als 1936 der spanische Bürgerkrieg ausbrach, flüchtete Zamora nach Frankreich, wo er beim OGC Nizza seine Karriere ausklingen ließ. Eine zweite WM-Teilnahme war ihm auf Grund des Bürgerkriegs nicht mehr vergönnt. Sein letztes Länderspiel hatte er beim 1:2 Spaniens gegen Deutschland am 23. Februar 1936 in Barcelona bestritten. Insgesamt bestritt Zamora 46 Länderspiele, in denen er nur 42 Tore kassierte.
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wurde er Trainer, unter anderem von Celta de Vigo, Espanyol Barcelona und RCD Mallorca. 1952 war er für zwei Spiele spanischer Nationaltrainer. Unter seiner Führung siegte Spanien am 1. Juni 6:0 gegen Irland und spielte eine Woche später 0:0 in Istanbul gegen die Türkei.
Seit der Saison 1958/59 erhält in der spanischen Fußball-Liga der Torhüter mit den wenigsten Gegentoren den Trofeo Zamora (Zamora-Pokal).
Fußballspieler (Spanien) | Spanier | Fußballtorhüter | Geboren 1901 | Gestorben 1979 | Mann
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