Ribe,Denmark,Dom.jpg Ribe (von altdän.: ripa = Flussufer; dt.: Ripen) ist eine der ältesten Städte Dänemarks und Verwaltungssitz des Ribe Amts (Provinz Ribe). Sie hat 18.147 Einwohner (2005). Das gesamte Mittelalter hindurch bis in die frühe Neuzeit war es der wichtigste dänische Hafen an der Nordsee. Heute hat die Stadt ihre einstige Bedeutung verloren, bietet aber dank etlicher erhaltener Bauwerke aus der Glanzzeit der Stadt immer noch zahlreiche Sehenswürdigkeiten.
Während des gesamten Mittelalters blieb Ripen eine blühende Stadt, trotz zahlreicher Rückschläge. So soll es 1043 von den Wenden geplündert wurden sein. Zwischen 1176 und 1402 zerstörten sieben Brandkatastrophen große Teile der Stadt. Wie überall in Europa wütete 1350 die Pest auch in Ribe. Zwei schwere Überschwemmungen, 1362 und 1512, beschädigten die Stadt ebenfalls. Trotzdem lebten Ende des 15. Jahrhunderts etwa 5.000 Menschen in Ribe, womit es zu den größeren Städten in Nordeuropa zählte (zum Vergleich: Hamburg hatte damals etwa 10.000, Lübeck etwa 25.000 Einwohner). Zwar ging es Ripen im 16. Jahrhundert weiterhin wirtschaftlich gut, aber es verlor allmählich seine Bedeutung für den dänischen Seehandel. Die Handelswege hatten sich verlagert, Kopenhagen und andere Städte stiegen auf. Die Einwohnerzahl der Stadt sank stetig.
Ein großer Brand 1580, vier Pestepidemien und einige Sturmfluten – die schlimmste davon die Burchardiflut am 11./12. Oktober 1634 (das Wasser stand 6,10 m über NN) – beschleunigten den Niedergang der einst blühenden Handelsstadt. Eine weitere Pestepidemie im Jahr 1659 kostete einem Drittel der Stadtbewohner das Leben. Die Einquartierung von Soldaten in den Kriegen des 17. Jahrhunderts beraubte die Bürger ihres Wohlstands. Noch etwa 2.000 Menschen lebten in Ripen, ein Zahl, die sich auch bis Anfang des 19. Jahrhunderts kaum änderte. Als unbedeutende Stadt erlebte sie die Besatzung durch napoleonische Truppen 1808 sowie den Dreijährigen Krieg um Schleswig 1848–51 und den Deutsch-Dänischen Krieg 1864.
Zwar brachte die Grenzziehung von 1864 der Stadt die direkte Verbindung mit dem Nordteil des Amtes, nachdem die bisher schleswigschen Nachbargemeinden Fardrup, Hjortlund, Kalslund, Wester-Wittstedt und Seem zum Königreich gelegt wurden. Dafür gerien Stadt und Umland nach Süden hin in eine unbequeme Sackgassenlage, weil das Herzogtum Schleswig an Preußen gefallen war und nun jenseits der Zoll- und Staatsgrenze lag. Die Gründung von Esbjerg im Jahr 1870 zog Ripen auch noch den Handel zur See ab. Auch der Anschluss an das Eisenbahnnetz fünf Jahre später konnte diesen Verlust nicht ausgleichen, Ripen versank immer mehr in der Bedeutungslosigkeit. Den Zweiten Weltkrieg und die Deutsche Besatzung Dänemarks überstand die Stadt ohne nennenswerte Zerstörungen.
Der Ort war bereits früh ein bedeutender Handelsplatz, und die Bedeutung wuchs nach der Errichtung des Bischofssitz. Stadtrecht im modernen Sinn bekam Ripen wohl erst im 13. Jahrhundert. Die Stadt besaß zu diesem Zeitpunkt einige Gebiete außerhalb ihres Weichbilds, darunter List auf Sylt. Die Stadt bildete einen eigenen Gerichtsbezirk, doch hatten auch Bischof, Domkapitel und Klöster eigene Gerichtsbarkeit. Obwohl als Enklave im Herzogtum Schleswig südlich der Königsau gelegen, gehörte Ripen immer zum Königreich Dänemark, was auch die drei Löwen im Stadtwappen verdeutlichen.
Der größte Teil des Riberhus Lehen lag nördlich der Königsau, doch zählten seit dem 15. Jahrhundert auch einige Enklaven im schleswigschen Land dazu, darunter das Umland der Stadt selbst, Amrum und Westerland-Föhr, List (Sylt), ein Teil von Röm und die bis zur Reformation bischöflichen Besitzungen um Ballum und Mögeltondern. Die Stadt selbst gehörte nicht zum Lehnsdistrikt, das 1660 in ein Amt umgewandelt wurde.
1864 kamen einige bis dahin überwiegend schleswigsche Nachbarkirchspiele (der südliche Teil von Vilslev, Fardrup, Hjortlund, Kalvslund, Seem und Wester-Wittstedt sowie das Dorf Obbekier aus dem Kirchspiel Fohl) zum Königreich, wodurch Ripen mit dem nördlichen Umland verbunden wurde. 1920 endete die unbequeme Lage als Grenzstadt. Dennoch blieb der Ort eine kleine Landstadt, die vor allem im Schatten des nur 30 Kilometer entfernten Seehafens Esbjerg stand.
Bei der Verwaltungsreform 1970 wurde die Stadt Zentrum einer großen Kommune einschließlich der schleswigschen Nachbargemeinden Hviding, Roager und Spandet und der oben genannten Nachbarkirchspiele, und sie wurde Verwaltungssitz eines noch vergrößerten Amtes. Die Zentralisierung der Lokal- und Regionalverwaltung 2007 trifft Ripen dagegen schwer: Das Amt wird Teil einer süddänischen Großregion mit Zentrum in Vejle, die Stadt selbst geht in einer Großkommune Esbjerg auf.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1500 | ~5.000 |
| 1591 | ~4.500 |
| 1641 | ~3.500 |
| 1672 | ~2.000 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1769 | 1.827 |
| 1801 | 1.994 |
| 1850 | 2.984 |
| 1901 | 4.243 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1974 | 8.256 |
| 1980 | 18.051 |
| 1985 | 17.981 |
| 1990 | 17.872 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1995 | 18.234 |
| 1999 | 18.191 |
| 2000 | 18.112 |
| 2003 | 18.107 |
In der Nähe, ca. 2 km südlich von Ribe, befindet sich ein Freilandmuseum, das „Ribe Vikinge-Center“, dort kann man ganzjährig ein original nachgestelltes Dorf aus der dänischen Wikingerzeit erleben. Man kann sich mit den Leuten dort unterhalten, meist sind es Studenten oder ehrenamtliche Helfer, die in Original Wikingerkleidung im Dorf leben und arbeiten. Speisen, Getränke und Gewürze werden zum probieren angeboten. Den Handwerkern kann man bei ihren Tätigkeiten über die Schulter schauen und z.B: selber mit dem Bogen schießen. Es finden meist täglich Aktionen (Markt, Falknervorführung) und verschiedene Projekte statt (z. B: Bau eines Wikingerboots).
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