Das Rheintal entlang des Alpenrhein an den Grenzen der Schweizer Kantone Graubünden und St. Gallen, im Westen des Bundeslandes Vorarlberg (Österreich) und des Fürstentum Liechtenstein, ist mit seiner dichten Besiedlung als eine einzige Metropolregion zu betrachten. Das Gebiet erstreckt sich von den Zusammenflüssen von Vorder- und Hinterrhein bis zur Mündung in den Bodensee über eine Länge von 90km. Besonders das untere Ende des Rheintals ist dicht besiedelt, hier leben auch die meisten Einwohner.
Als St. Galler Rheintal wird das linksrheinische Gebiet zwischen Sargans und der Rheinmündung bezeichnet. Es entspricht ungefähr den Schweizer Wahlkreisen Rheintal und Werdenberg. An den westlichen Hängen wurde ab dem 9. Jahrhundert viel Weinbau betrieben. Auch heute wird noch Wein produziert, allerdings hat der Weinbau seinen früheren Stellenwert verloren.
Stark geprägt wird die Region vom Alpenrhein. Durch die Rheinregulierung um 1900 und 1920 wurde die größte Hochwassergefahr gebannt und dem Rhein sein heutiges Gesicht verliehen. Im Zuge dessen wurde der Lauf des Rheins verbreitert und einige der alten Flußschleifen, der so genannte Alte Rhein, in stehende Gewässer umgewandelt. Die Regulierung des Rheins und Wartung des Hochwasserschutzes ist aber weiterhin eine konstante Aufgabe. Da die Sicherheit vor einem Jahrhunderthochwasser heute nicht mehr gegeben ist, werden laufend Konzepte zur Renaturierung und Verbesserung des Hochwasserschutzes erarbeitet. Einen weiteren, wichtigen, geographischen Aspekt des Rheintals bildet der Bodensee, welcher das Rheintal am unteren Ende abschließt und schon seit geraumer Vorzeit Menschen zur Ansiedlung im Rheintal bewogen hat.
Das Wetter im Rheintal ist im Allgemeinen das selbe wie im ganzen süddeutschen Raum. Einige Besonderheiten sind allerdings der oftmals tagelang anhaltende Nebel, der besonders im Frühjahr und im Herbst das gesamte Rheintal bedeckt. Ein weiteres Merkmal des Rheintaler Klimas ist der starke Föhn, der schlechte Witterung oft verdrängt. Ansonsten ist die Temperatur im Rheintal besonders durch den Bodensee bestimmt (Im Allgemeinen werden im nördlichen Rheintal höhere Temperaturen erreicht, als im südlichen Teil).
Im Rheintal leben rund 440.000 Menschen, mit steigender Tendenz. Auf Vorarlberger Seite wuchs die Bevölkerung in den letzten 13 Jahren um 8%. Die Bevölkerung verteilt sich wie folgt auf die Länder bzw. Kantone der Schweiz (Graubünden und St. Gallen):
| Land | Einwohner |
|---|---|
| St. Gallen | 112.600 |
| Graubünden | 65.000 |
| Liechtenstein | 33.000 |
| Vorarlberg | 237.120 |
Die Region ist sowohl an das schweizerische (A13) und österreichische Autobahnnetz (A14), sowie im Anschluss an die A14, an das deutsche Autobahnnnetz angebunden. Eine seit 25 Jahren projektierte Verbindung der beiden Autobahnen im Unteren Rheintal (die sogenannte A15 später S18), existiert bis heute nicht. Transitverkehr, Ziel- und Quellverkehr, sowie der Urlauberverkehr bereiten allerdings zunehmend Schwierigkeiten (Feinstaubbelastung). Mehrere internationale Bahnlinien führen direkt durch das Rheintal, darunter die Strecke Zürich - München, sowie Zürich - Wien. Der ÖPNV ist nicht einheitlich organisiert, bietet jedoch grenz-überschreitenden Verkehr. Tarifverbünde existieren bisher erst innerhalb der nationalen Grenzen. Es existieren Pläne für die Einrichtung eines grenzüberschreitenden S-Bahn-Verkehrs.
Der Flughafen St. Gallen-Altenrhein ist der einzige internationale Flughafen der Region, bekommt aber zunehmend Konkurrenz durch den nahe gelegenen Flughafen Friedrichshafen. Sportflughäfen existieren unter anderem in Hohenems.
Die Region ist noch immer geprägt von der ehemals dominierenden Textilindustrie (Firmen wie Wolford zählen zu den größten Arbeitsgebern). In den letzten Jahrzehnten gewann zunehmend der Sommer- und Wintertourismus an Bedeutung. Auch in anderen Sparten sind große, internationale Unternehmen in der Region angesiedelt, u.a. die Firmen Leica und Hilti AG, der Beschlägehersteller Blum, Verpackungserzeuger Alpla, Fruchtsäfte Rauch, Hermann Pfanner Getränke oder der Seilbahnbauer Doppelmayr.
2004 wurde von der Vorarlberger Landesregierung das Projekt Vision Rheintal initiiert. Ziel ist die Analyse des Ist-Zustandes und Erstellung eines Leitbilds, unter offener Beteiligung, zur räumlichen Entwicklung. Seit den 60er Jahren hat sich insbesondere das Vorarlberger Rheintal weg von den abgegrenzten dörflichen Strukturen hin zu einem beinahe geschlossenen Siedlungsband entwickelt.
Eine häufig geäusserte Kritik an der Vision Rheintal ist die Ausklammerung der linksrheinischen, schweizerischen Gebiete.
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"Rheintal (Alpenrhein)".
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