Rheinhessen ist eine Region in Rheinland-Pfalz. Der Name leitet sich aus der von 1816-1919 bestehenden historischen Zugehörigkeit des Gebietes zum Großherzogtum Hessen und nachfolgend bis 1945 dem Volksstaat Hessen ab. Dies führt bisweilen heute noch zu Verwechslungen.
Rheinhessen ist - u.a. durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung - das am geringsten bewaldete Gebiet in ganz Deutschland. Starke Regenfälle sind die Ausnahme und treten meist nur im Sommer auf (i.d.R. in Verbindung mit Gewittern).
Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt in Rheinhessen etwa 1.600 Stunden, die Vegetationszeit etwa 240 Tage.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 10,5°C.
Die immer stark besiedelte Region bringt Funde aus allen geschichtlichen Perioden hervor, von steinzeitlichen Gräberfeldern bei Flomborn über keltische Schatzfunde bei Planig und römische Tempel und Theater in Mainz bis hin zu dem fränkischen Fürstengrab von Flonheim. Zwei der drei romanischen Kaiserdome stehen hier, in Mainz und Worms.
Als Durchzugsgebiet hat Rheinhessen viele Einflüsse und Völkerschaften erlebt. Der aus Nackenheim bei Mainz stammende Carl Zuckmayer brachte dies in Des Teufels General auf die Formel vom Rhein als "Kelter Europas". Neben vielen Einflüssen besonders hervorzuheben ist die langandauernde Besiedlung durch Juden, deren Spuren an manchen Stellen zu finden sind, besonders eindrucksvoll aber in Worms mit dem alten Judenfriedhof und der bald tausendjährigen Synagoge.
Rheinhessen entstand unter diesem Namen nach 1815, als die vorher politisch stark zersplitterte Region erstmals vereinigt und dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen wurde. Rheinhessen blieb bis 1918 beim Großherzogtum Hessen, dann bis 1945 beim Volksstaat Hessen. Durch die Grenzziehung zwischen französischer und amerikanischer Besatzungszone wurde es von Hessen getrennt und war ab 1947 einer von fünf Regierungsbezirken des neugeschaffenen Bundeslands Rheinland-Pfalz. Er umfasste die kreisfreien Städte Mainz und Worms sowie die Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen. Der Landkreis Oppenheim war bereits 1938 aufgelöst und dem Landkreis Mainz zugeschlagen worden.
Im Zuge der Verwaltungsreform von 1968 veränderte sich das Gebiet von Rheinhessen geringfügig: Mauchenheim kam von der Pfalz zu Rheinhessen, die Orte Ippesheim und Planig wurden nach Bad Kreuznach eingemeindet und gehören seitdem zum Weinbaugebiet Nahe. Die Orte der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach zählen weiterhin zu Rheinhessen.
Andere Ortsnamen sind römischen Ursprungs wie die von Mainz (Moguntiacum) oder Bingen (Bingium), manche gehen auf keltische Bezeichnungen zurück wie Worms (Borbetomagus) und Alzey (Altiaia).
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