Rheinfelden ist eine Stadt und Hauptort des gleichnamigen Bezirks sowie politische Gemeinde des Kantons Aargau in der Schweiz. Sie liegt am Hochrhein an der Grenze zu Deutschland, im Westen der Region Fricktal. Rheinfelden ist geschichtlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng mit der Stadt Rheinfelden (Baden) auf der gegenüberliegenden deutschen Rheinseite verbunden.
Um das Stadtzentrum herum erstreckt sich eine ausgedehnte Schotterebene. Während diese im Westen knapp einen Kilometer breit ist, weitet sie sich in Richtung Osten aus und erreicht bei der Endmoräne von Möhlin eine Breite von rund drei Kilometern. Im Süden wird die Ebene durch bewaldete, sanft ansteigende Ausläufer des Tafeljuras begrenzt. Dabei handelt es sich um den Steppberg (373 m ü. M.) im Südosten und dem "Berg" (419 m ü. M.) im Südosten. Zwischen diesen Hügeln liegt das stellenweise tief eingeschnittene Tal des Magdenerbachs.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 1612 Hektaren, davon sind 804 Hektaren bewaldet und 309 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 419 Metern auf dem "Berg", die tiefste Stelle liegt auf 270 Metern am Rhein.
Nachbargemeinden in der Schweiz sind Kaiseraugst im Westen, Olsberg im Südwesten, Magden im Süden und Möhlin im Osten. Im Norden grenzt Rheinfelden an die deutsche Schwesterstadt Rheinfelden (Baden).
In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, als das gesamte Fricktal zum Territorium des Königreichs Burgund lag, liess sich eine Adelsfamilie nieder, die sich später "Grafen von Rheinfelden" nannten. Sie errichteten auf der strategisch günstig gelegenen Insel die Burg "Stein". Um die "Altenburg" am Flussufer entstand eine Siedlung. Der letzte der Linie war Rudolf von Rheinfelden, Herzog von Schwaben und von 1077 bis 1080 Gegenkönig des Heiligen Römischen Reiches.
Beladung_eines_frachtkahnes_vor_den_toren_rheinfeldens.png Nach dessen gewaltsamen Tod ging der Besitz an den Schwiegersohn Berthold II. von Zähringen über. Sein Enkel Konrad I. verlieh der in der Zwischenzeit entstanden Marktsiedlung das Stadtrecht, womit Rheinfelden die älteste Zähringerstadt auf Schweizer Boden und die älteste Stadt des Aargaus ist. Um 1150 liess Konrad die erste Rheinbrücke zwischen Konstanz und Strasbourg bauen. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Stadt zweimal erweitert. Berthold V. starb 1218 ohne männliche Nachkommen und 1225 erhielt Rheinfelden den Status einer Freien Reichsstadt.
1330 gelangte Rheinfelden durch Verpfändung in habsburgischen Besitz und wurde dadurch zu einer der vier Waldstädte im südlichen Breisgau, einem Teil von Vorderösterreich. Im Jahr 1445, als die Habsburger in den Alten Zürichkrieg verwickelt waren, zerstörten Aufständische die Burg auf dem "Inseli", worauf die Stadt sich mit Basel verbündete. Nach einer mehrmonatigen Belagerung musste sich Rheinfelden 1449 wieder der österreichischen Herrschaft unterwerfen. Nach dem Waldshuterkrieg von 1468 verpfändeten die Habsburger das gesamte Fricktal an Burgund. Nachdem die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, wurde Rheinfelden 1477 wieder österreichisch.
Während des 17. Jahrhunderts gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Die Aufständischen belagerten erfolglos die Stadt, verwüsteten aber das Vorgelände. Zwischen 1633 und 1638 erfasste der Dreissigjährige Krieg auch das Fricktal, dabei spielte Rheinfelden eine wichtige Rolle. Am 15. Juli 1633 verwüsteten Schweden und Franzosen die Stadt. Am 20. Januar 1638 begann die Belagerung durch protestantische Truppen unter dem Oberbefehl von Bernhard von Sachsen-Weimar. Am 28. Februar kam es zur Entscheidungsschlacht, als die zahlenmässig überlegenen kaiserlichen Truppen unter dem Kommando von Johann von Werth und Federigo Savelli angriffen. Bernhard brachte ihnen jedoch eine schwere Niederlage bei, Savelli und von Werth gerieten in Gefangenschaft.
Rheinfelden_Marktgasse.jpg Nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges bauten die Österreicher auf der Insel eine Festung, um die südwestliche Grenze des Breisgaus zu sichern. 1678 beschossen französische Truppen unter dem Kommando von François de Créquy die Stadt. Im Jahr 1745, während des Österreichischen Erbfolgekriegs machten die Franzosen die Festung dem Erdboden gleich und sprengten auch einen Teil der Stadtmauer. Am 17. Juli 1796 wurde Rheinfelden erneut von den Franzosen besetzt und geplündert.
1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskriegs verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Rheinfelden Distriktshauptort im neu geschaffenen Kanton Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Damit war Rheinfelden schweizerisch geworden. Nach der Absetzung des Statthalters Sebastian Fahrländer Ende September 1802 wurde der Sitz der Kantonsregierung von Laufenburg hierhin verlegt. Mit der Mediationsakte löste Napoléon Bonaparte den Kanton Fricktal auf. Seit dem 19. März 1803 ist Rheinfelden Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Aargau. Durch den Reichsdeputationshauptschluss verlor die Stadt endgültig ihre rechtsrheinischen Gebiete an das Grossherzogtum Baden.
Mit der Entdeckung reicher Salzvorkommen im Jahr 1844 begann der wirtschaftliche Aufschwung. Es wurden zwei Saline gegründet, die (mittlerweile geschlossene) Saline Rheinfelden und die Saline Ryburg. Fast gleichzeitig mit der Salzausbeutung begann 1846 auch die Verwendung der Sole zu Heilzwecken. Rheinfelden entwickelte sich zu einem international bekannten Badekurort. Die Eröffnung der Bözbergbahn am 2. August 1875 brachte die Ansiedlung weiterer Industrien mit sich. So wurde beispielsweise 1876 die Feldschlösschen AG gegründet, die sich im Laufe der Zeit zur grössten Bierbrauerei der Schweiz entwickelte.
Rheinfelden CH 1900.jpg Der rechtsrheinische Teil der historischen Brücke wurde am 12. Juni 1897 ein Raub der Flammen. Ebenfalls 1897 ging das Wasserkraftwerk in Betrieb (es ist das älteste Flusskraftwerk Europas). In der Folge entstanden auf der deutschen Seite des Flusses ausgedehnte Industrieanlagen und die Stadt Rheinfelden (Baden). Nach einem Rückgang in der Zwischenkriegszeit und in den 1950ern erlebte der Kurort einen neuen Aufschwung durch die Errichtung eines Kurzentrums sowie dem Ausbau der Kliniken und Hotelanlagen. Mit dem Bau der Autobahn A3 wandelte sich Rheinfelden immer stärker zu einem Subzentrum innerhalb der Agglomeration der Stadt Basel. Es entstanden zahlreiche neue Wohnviertel. So errichtete die Ciba-Geigy AG (heute Novartis) zu Beginn der 1970er für ihre Angestellten eine Siedlung mit 1000 Wohneinheiten, das Augartenquartier - im Volksmund R1000 (oder auch Klöpferviertel) genannt - am westlichen Stadtrand.
Der Messerturm mit seiner charakteristischen Spitzhaube bildet den nordöstlichen Abschluss der Stadtmauer zum Rhein hin. Der Grundriss des aus dem 15. Jahrhundert stammenden Turms ist dreieckig, wobei eine Ecke in den Fluss hineinragt. Der Name stammt von den Messern, die einst in der Folterkammer zum Einsatz kamen. Der Storchennestturm, früher "Kupferturm" genannt, ist das östliche Stadttor. Es gibt zwei Durchgänge; einer war für Pferdefuhrwerke bestimmt, der andere für Fussgänger. Die Mauerschlitze für die Verriegelung sind heute noch sichtbar.
Unter dem Obertorturm befindet sich das südliche Stadttor. Während der Unterbau aus dem Mittelalter stammt, entstand der Oberbau mit dem Glockenturm im 17. Jahrhundert. Die Turmuhr geht seit Jahrhunderten sieben Minuten vor. Früher wurden die Tore abends um fünf Uhr dichtgemacht. Die Turmuhr schlug zu früh, damit die Bauern draussen auf den Feldern genügend Zeit hatten, in die Stadt zurückzukehren. Das Hermannstor im Südwesten und das Rheintor im Nordwesten wurden 1745 von französischen Truppen zerstört.
Rheinfelden_StMartin.jpg Die Hauptachse der Altstadt ist die von der Brücke zum Storchennestturm verlaufende Marktgasse. An der Nordseite dieser Gasse steht das Rathaus, das nach einem Brand im Jahr 1531 im Barockstil neu gebaut wurde. Der Rathausturm war vermutlich Teil der ersten Stadtbefestigung. Im Innenhof des Rathauses steht der Zähringertisch, auf dem die Wappen aller Zähringerstädte zu sehen sind. Der Saal ist mit Porträts zahlreicher österreichischer Herrscher geschmückt.
Neben dem Rathaus befindet sich das Fricktaler Museum; es ist auf die Geschichte des Fricktals spezialisiert und besitzt zahlreiche Exponate aus der Ur- und Frühgeschichte, dem Mittelalter und der Neuzeit. Am östlichen Ende der Marktgasse liegt der Albrechtsplatz mit dem Albrechtsbrunnen in der Mitte. Die Brunnenfigur, ein Bannerträger, soll Herzog Albrecht VI. darstellen. Die St.-Martins-Kirche im westlichen Teil der Altstadt wurde erstmals 1146 erwähnt. Von 1228 bis 1870 war sie Chorherrenstift, im Jahr 1876 wurde hier der erste christkatholische Bischof der Schweiz geweiht.
Die Rheinbrücke verwendet die Insel als natürlichen Brückenkopf und besteht deshalb aus zwei Teilen, die in einem Winkel von ca. 35° zueinander angeordnet sind. Der nördliche Teil brannte 1897 vollständig nieder und wurde durch einen Neubau ersetzt. Auf der Insel befanden sich einst eine Burg und eine Artilleriefestung; von beiden Gebäuden ist nichts erhalten geblieben. In Friedrich Schillers Schauspiel Wilhelm Tell ist mit "… zu Rheinfeld an des Kaisers Pfalz" die zerstörte Burg "Stein" gemeint, die zeitweilig Wohnsitz der habsburgischen Herrscher gewesen war.
Westlich außerhalb des Ortes befindet sich auf einer Anhöhe das Feldschlösschen, namensgebender Sitz der Feldschlösschen Getränke AG und bis heute eine Braustätte.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1650 | 900 |
| 1800 | 1213 |
| 1900 | 3349 |
| 1930 | 3827 |
| 1950 | 4550 |
| 1960 | 5197 |
| 1970 | 6866 |
| 1980 | 9456 |
| 1990 | 9761 |
| 2000 | 10'673 |
Die fünf Stadträte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Rheinfelden zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Kaiseraugst, Magden und Olsberg verantwortlich ist.
An der Grenze zur Gemeinde Möhlin befindet sich seit 1845 eine Saline, die der Gesellschaft Schweizerische Rheinsalinen gehört. Diese produziert mit den im nahen Ryburg und in Pratteln gelegenen Salinen jährlich 200'000 Tonnen Salz.
Das Kurzentrum mit Solebad, Rehabilitationsklinik und Hotels macht Rheinfelden zu einem bedeutenden Touristenort. Daneben gibt es eine weitere Klinik, die auf Psychosomatik spezialisiert ist. Lag der Schwerpunkt früher auf dem klassischen Kurbetrieb, so ist heute der Wellness-Bereich dominierend.
Der Bahnhof von Rheinfelden liegt an der Bözberglinie zwischen Basel und Zürich und ist ein Schnellzugshalt. Ausserdem hält hier die Linie S1 der Regio S-Bahn Basel, die von Mulhouse über Basel nach Frick bzw. Laufenburg verkehrt. Am Bahnhof befindet sich der Endpunkt der Postautolinien nach Gelterkinden, Möhlin und Wegenstetten sowie einer Buslinie der AAGL nach Muttenz. Die AAGL betreibt zwei Stadtbuslinien, die SBG eine grenzüberschreitende Buslinie nach Rheinfelden (Baden). Rheinfelden ist auch per Schiff erreichbar; Ausflugsboote verkehren nach Basel.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau | Schweizer Gemeinde | Reichsstadt | Kurort
Rheinfelden | Rheinfelden (Argovie) | Rheinfelden (Svizzera) | Rheinfelden (kommun, CH-AG)
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"Rheinfelden AG".
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