| Wappen | Karte | bgcolor="#FFFFFF" |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Gründung: | 1786 |
| Staat: | Island |
| Region: | Höfuðborgarsvæðið |
| Geografische Lage: | |
| Fläche: | 274,5 km² |
| Einwohner: | 114.800 (1. Dez. 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 414 Einwohner/km² |
| Zeitzone: | 0 UTC |
| Telefonvorwahl: | +354 |
| Postleitzahl: | 101–155 |
| Webseite: | http://www.rvk.is/ |
Reykjavík ist mit 118.820 Einwohnern (Stand 2006) die größte Stadt Islands, hier wohnen etwa 41 % der Gesamtbevölkerung Islands. Die Stadt liegt am Atlantik, genauer gesagt an der Faxaflói-Bucht unterhalb des etwa 900 m hohen Vulkans Esja.
Hier befinden sich die meisten Fakultäten der Universität des Landes und verschiedene andere Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen sowie ein Hochseehafen.
Mitten in der Stadt liegt ein kleiner See, der Tjörnin. Dieser See ist zugleich auch einer der größten Brutplätze für Wasservögel im Südwesten von Island.
Bis ins 18. Jahrhundert bestand der Ort nur aus einigen Höfen und war von geringer Bedeutung.
1786 wurde dem inzwischen ca. 200 Einwohner zählenden Ort das Stadtrecht verliehen. Aus der Bezeichnung Kaupstaður geht hervor, dass das Schwergewicht auf dem Handel lag. Folgerichtig war die Stadt einer der sechs Orte, die nach der teilweisen Aufhebung des dänischen Handelsmonopols im selben Jahr besondere Handelsrechte erhielten.
Die zunehmende Bedeutung der Stadt geht allerdings auch aus anderen Fakten hervor: Ende des 18. Jahrhunderts wurden der Bischofssitz und die bedeutende Lateinschule von Skálholt nach Reykjavík verlegt.
In den 1920er und 1930er Jahren prosperierte die Stadt zunächst aufgrund der profitablen Produktion von Stockfisch und des Fischexports allgemein. Später litt allerdings auch sie unter der wirtschaftlichen Depression (vgl. z. B. Halldór Laxness' Romane). Der Aufschwung kam mit dem Zweiten Weltkrieg und der Besetzung zunächst durch die Engländer, dann durch die Amerikaner (vgl. etwa die Romane von Einar Kárason).
Die Amerikaner halfen, den großen Zivilflughafen in Keflavík zu bauen und erhielten im Gegenzug das Recht, in der Nähe dauerhaft ihre Truppen zu stationieren. Außerdem schufen sie viele Arbeitsplätze. Dies löste die bis heute anhaltende Landflucht und einen massiven Zuzug in die Hauptstadtregion aus.
Im Jahre 1944 wurde am 17. Juni in Þingvellir die Republik Island ausgerufen. Reykjavík wurde die Hauptstadt des unabhängigen Landes. Der Sitz des isländischen Premierministers befindet sich hier, der des Präsidenten, der ähnlich wie in Deutschland repräsentative Funktion hat, in Bessastaðir in der Reykjavíker Vorortgemeinde Álftanes. Dieses Amt wurde von 1980 bis 1996 zum ersten Mal von einer Frau ausgeübt, Vigdís Finnbogadóttir.
Ab den 50er Jahren kann man geradezu von einem Boom in der Hauptstadt sprechen. Die Lebensbedingungen verbesserten sich rasant. Der Zuzug hielt unvermindert an, während sich immer mehr Industrien in Reykjavík niederließen und andererseits auf dem Lande aufgrund verbesserter Agrartechnologie der Bedarf an Arbeitskräften sank.
Reykjavík wurde auch immer mehr in der Welt bekannt, nachdem im Jahre 1972 dort die Schachweltmeisterschaft zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski entschieden worden war. Ebenso stand Reykjavík im Interesse der Weltpolitik, als sich 1986 Ronald Reagan und Michail Gorbatschow im Hús Höfði zu einem Gipfeltreffen dort einfanden.
Außerdem spielt seit den 1990er Jahren Reykjavík auf dem Technologiesektor eine bedeutende Rolle, da es gelang, rechtzeitig und massiv in den High-Tech-Sektor einzusteigen.
Heutzutage kann man Reykjavík immer noch als eine aufstrebende und auch im künstlerischen Bereich weiterhin aufblühende Stadt bezeichnen. Dies zeigt sich einerseits am weiterhin anhaltenden Bauboom, der zahlreiche interessante, wenn auch nicht immer ästhetisch befriedigende Gebäude hervorbringt und die Stadtsilhouette ständig verändert. Andererseits aber auch an der sehr lebendigen Kunst- und Musikszene. Haben sich zu Beginn und in der Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem Schriftsteller und bildende Künstler wie Einar Jónsson oder Ásmundur Sveinsson international einen Namen gemacht, so sind es heutzutage mehr die Popmusiker Björk oder die Mitglieder der Band Sigur Rós, die allgemeinen Bekanntheitsgrad erlangten.
| 1801 | 1860 | 1901 | 1910 | 1920 | 1930 | 1940 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1985 | 1990 | 1995 | 2003 |
| 600 | 1.450 | 6.321 | 11.449 | 17.450 | 28.052 | 38.308 | 55.980 | 72.407 | 81.693 | 83.766 | 89.868 | 97.569 | 104.258 | 113.387 |
An den Zahlen lässt sich das rasche Anwachsen der Bevölkerung deutlich ablesen.
Als größte Sehenswürdigkeit der Stadt darf vermutlich ihre landschaftliche Lage gelten.
Das Museum wurde am 1. September 2004 neu eröffnet, nachdem es lange Zeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war. In interessanten Kapiteln und unter Verwendung neuester Computertechnik wird die Geschichte Islands dargestellt.
Links: Das isländische Nationalmuseum
Die Galerie zeigt in einem halbjährlichem Turnus Ausschnitte aus ihrer etwa 5.000 Kunstwerke umfassenden Sammlung mit dem Schwerpunkt auf isländischen Künstlern (z. B. zahlreiche Werke der herausragenden Maler Ásgrímur Jónsson und Jóhannes Sveinsson Kjarval). Außerdem gibt es häufig thematisch orientierte Wechselausstellungen.
In dem Kurzfilm CitizenCam von Jérôme Scemla wird ein System von Videokameras in Reykjavík vorgestellt, auf welches die Einwohner der Stadt per Fernsehen Zugriff haben. Im Film erfolgte eine kurze Vorstellung von Pro und Kontra einer Überwachung.
Bei diesem Kurzfilm handelt es sich, trotz seiner Kennzeichnung als Dokumentation, um eine Fiktion.
Die Kirche wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut anlässlich der Verlegung des Bischofssitzes von Skálholt nach Reykjavík. Bei ihrer Einweihung 1796 passten noch alle Einwohner der Stadt in die eigentlich eher kleine Kirche. Nach dem Umbau von 1847, der der Kirche ihr heutiges Aussehen gab, installierte man darin u. a. ein Taufbecken des dänischen Bildhauers Albert Thorvaldsen.
Sehenswert ist außerdem noch das Universitätsgebäude der Háskóli Íslands.
Link: Die Universität zu Reykjavík, Homepage engl.
Die Hallgrímskirkja mit ihrem auffallenden Turm kann also getrost als Wahrzeichen der Stadt betrachtet werden. Auf den 73 m hohen Turm führt ein Lift und neben dem Öskjuhlíð bietet sich von hier aus die beste Aussicht über die Stadt und oft bis hin zum Snæfellsjökull. Sie wurde nach dem Dichter Hallgrímur Pétursson benannt. Entworfen wurde das Gebäude von dem isländischen Architekten Guðjón Samúelsson, der sich auch für den Bau der Kathedrale von Akureyri verantwortlich zeichnet. Es dauerte über 40 Jahre (ab 1943), bis die Kirche 1986 eingeweiht wurde.
Auffallend ist die Ähnlichkeit zu Basaltsäulen, die von der Grundgestaltung der Kirchenfassade in den grauen Betonstiften umgesetzt werden. Das sehr helle Innere der Kirche weist reichlich gotische Stilelemente auf. Durch die Kirchenfenster aus durchsichtigem Glas hinter dem Hauptaltar kann man ungewöhnlicherweise Himmel und Wolken sehen.
Links: Die Hallgrímskirche in Reykjavík
Links: Das Heizungssystem von Reykjavík
Die Stadt verfügt inzwischen über einige moderne bis zu sechsspurige Stadtautobahnen. Die Ringstraße Nr.1 führt durch die Außenbezirke der Stadt hindurch. Sie erstreckt sich nach Osten weiter über die Hellisheiði Richtung Selfoss und nach Nordwesten Richtung Akranes und Borgarnes, wobei sie das Reykjavík überragende Bergmassiv der Esja umrundet. Derzeit wird die Staatsstraße zum internationalen Flughafen bei Keflavík vierspurig ausgebaut.
Außerdem hat Reykjavík ein ausgesprochen effizientes öffentliches Verkehrssystem aufzuweisen: Busse mit 5 dezentralen Busbahnhöfen und einem zentralen Busbahnhof, dem BSÍ, sowie einen Inlandsflughafen in der Nähe des Tjörnin. In der Diskussion ist die Verwendung der - in Island viel billigeren - Energiequelle Strom für den öffentlichen Nahverkehr. Vom Einsatz von Straßenbahnen ist man wegen der Erdbebengefahr abgekommen und wird sich vermutlich letztendlich für ein Bussystem mit elektrischen Oberleitungen entscheiden. Inzwischen wird auch Wasserstoff als Antriebsquelle für Busse ausgetestet.
Gemeinde in Island | Ort in Island | Hauptstadt in Europa | Ort mit Seehafen
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