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Ein Revolver (engl.: to revolve; lat.: revolvere weiterdrehen) ist eine Handfeuerwaffe, bei der die Ladung (Projektil, Pulver) oder die Patronen in Kammern in einer Trommel kreisförmig angeordnet sind. Durch das Spannen des Schlaghahns wird die Trommel gedreht und eine neue Kammer vor den Lauf und unter den Hahn transportiert. Erfinder des Revolvers ist Samuel Colt. Er meldete ihn 1836 zum Patent an und begann im gleichen Jahr mit der Produktion.
Wenn der Hahn eines Revolvers von Hand gespannt werden muss, spricht man von einem Single Action Revolver. Kann der Hahn auch durch das Ziehen am Abzug gespannt werden, so spricht man von einem Spannabzug oder auch von einem Double Action Revolver; dieser kann in der Regel auch als Single Action-Revolver benutzt werden.
Eine spezielle Variante des Revolvers ist der Bündelrevolver (auch Pepperbox genannt).
Eigenschaften
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In der Trommel sind im Regelfall sechs Patronen untergebracht, was dieser Waffenart den Spitznamen „sixgun“ einbrachte. Es gibt aber auch fünf-, sieben- und achtschüssige Modelle (z. B. der leichte
Smith & Wesson AirLite) oder auch Modelle wie der neunschüssige LeMat-Revolver, der außerdem in der Mitte
Buckshot-Munition abfeuern konnte (
Bild).
Konstruktionsbedingt werden, anders als bei
Pistolen, bei Trommelrevolvern nach einem
Schuss die
Patronenhülsen nicht automatisch ausgeworfen, sondern müssen entladen werden. Das Nachladen erfolgt von Hand entweder einzeln oder mittels vorkonfektionierten Bündelpackungen, den sogenannten „Speedloadern“, die nach dem Auswerfen der leeren Patronen sechs oder mehr Patronen gleichzeitig in die leeren Kammern drücken und somit eine wesentlich schnellere Schussfolge gewährleisten. Speedloader verwenden
Polizei und
Sicherheitsdienste.
Andere Waffen auf dem Revolver-Prinzip
Das „Revolver-
Prinzip“ findet auch im Bereich der
Maschinengewehre bzw. der
Maschinenkanonen Anwendung. Bei der 1862 patentierten nach ihrem Erfinder
Richard Jordan Gatling benannten "
Gatling-Gun" dreht sich ein Laufbündel inklusive Verschlüsse kontinuierlich um eine gemeinsame Achse. Der hintere Teil des Systems liegt in einer feststehenden Hülse mit einer Handkurbel zum Antrieb. Kurvenförmige Einfräsungen im zylindrischen Teil der Hülse öffnen und schließen die Verschlüsse im Laufe einer Rotation. Oben wird die Patrone zugeführt und unten der Schuss ausgelöst. Der kontinuierliche Ladevorgang erlaubt hohe Kadenzen bis 1200 Schuss/Min, zudem überhitzen die Läufe weniger als bei Einzellaufwaffen. Die handbetriebenen
Gatling-Guns wurden Ende des 19. Jahrhunderts von den automatischen Maschinengewehren verdrängt.
Heute, seit dem 2ten Weltkrieg werden Gatlings als schnellschießende elektrisch angetriebene Maschinenwaffen größeren (20 bis 35 mm) oder auch kleineren Kalibers vor allem als
Bordmaschinenkanone bei Mehrzweck-
Kampfflugzeugen (
M61 Vulcan), bei
Luftunterstützungseinsätzen durch
Hubschrauber, bei sogenannten „
Gunships“ (zu Luft-Boden-Unterstützung (
CAS) umgerüstete
Transportflugzeuge), in der
Flugabwehr auf
Schiffen sowie beim
Objektschutz wichtiger Punkte, meist
radargesteuert, eingesetzt. Sie erreichen Kadenzen bis 6000 Schuss/Min.
Einen anderen Weg ging Hotchkiss mit seiner Revolverkanone. In dieser Waffe dreht sich nur das Laufbündel. Ein mit einer Handkurbel angetriebener Mechanismus führt die Patronen im Takt zu. Die Hotchkisskanone verschoss 37 mm oder 53 mm Sprenggranaten und hatte 5 Läufe.
Siehe auch
Weblinks
Revolver | Wilder Westen
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