Revolution (v.frz.: révolution Umwälzung; aus lat.: revolvere zurückwälzen) wird in unterschiedlichen Wissenschaften behandelt.
Eine Revolution bezeichnet in der Soziologie sowie umgangssprachlich einen radikalen und meist, jedoch nicht immer gewalttätigen sozialen Wandel (Umsturz) der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Er wird von einer organisierten, möglicherweise geheimen, Gruppierung von Neuerern getragen und findet die Unterstützung größerer Bevölkerungsteile (vergleiche: Elite, Masse (Soziologie), Massenbewegung).
Teils wird der Begriff der Emanzipation hinzu genommen, die Idee der Befreiung von gewachsenen Strukturen und eines sozialen oder politischen Freiheitsgewinns für den Einzelnen. Der Stellenwert der einzelnen Kriterien für die Definition einer Revolution ist durchaus umstritten.
Wenn ohne radikalen sozialen Wandel nur eine Organisation oder ein eng verknüpftes soziales Netzwerk, auch mit relativ geringer Massenbasis, die Revolution unternimmt, bezeichnet man dies als Staatsstreich oder, insbesondere unter Beteiligung des Militärs, als Putsch. Hier wird der »Revolutions«-Begriff oft anschließend als Rechtfertigung genutzt.
Der Begriff »Revolution« wird auch verwendet, wenn dem sozialen Wandel die Schnelligkeit (Rapidität) fehlt, etwa für die global mehrere tausend Jahre dauernde »Neolithische Revolution« (vgl. Steinzeit) oder für sich von England über den europäischen Kontinent zwischen 1750 und 1850 ausbreitende Industrielle Revolution (s. a. Industrialisierung), die ihrerseits wiederum Vorbedingung für verschiedene politische Revolutionen in diesem Zeitraum war.
Radikaler und rapider sozialer Wandel (»Revolutionen«) knüpfte sich auch an erfolgreiche politische, oft auch charismatische Persönlichkeiten, deren soziologische Urteilskraft sich eher nur implizit erschließt, deren soziale Wirkung jedoch bewusst und gewollt revolutionär war, wie bereits in der Antike zum Beispiel Solon oder Caesar, im Mittelalter zum Beispiel Harald Schönhaar oder Otto der Große und in der Neuzeit zum Beispiel Pombal, Cromwell oder Atatürk.
Inflationierte »Revolutions«-Begriffe im Feld der öffentlichen Meinung bezeichnen oft nur einen Stilwandel (Moderevolutionen).
Siehe auch: Paradigmenwechsel.
Siehe auch: Bürgerkrieg, Dialektik, Evolution, Katastrophe, Reform, Revolution (Jugendorganisation), Sozialer Wandel, Staatsstreich, Zweite industrielle Revolution, Kondratjew-Zyklus
Die heutige politische Revolutionstheorie nennt fünf Hauptfaktoren, die wesentliche Voraussetzungen zur Entstehung einer Revolution darstellen, wobei der Sonderfall der Entwicklungsländer nicht berücksichtigt ist:
Nach: E. Weis, Der Durchbruch des Bürgertums. 1776–1847. Propyläen Geschichte Europas, Bd. 4, Berlin 1978, 96f.
Beim Skatspiel wird die Variante "Null ouvert Hand", bei dem die gegnerischen Spieler die Karten austauschen dürfen, auch "Revolution" genannt. Sie ist aber nur bei Hobbyrunden gebräuchlich und nicht in den offiziellen Skatregeln genannt - da dieses Spiel ohnehin nur angesagt wird, wenn es nicht verloren werden kann.
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