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Rettungsdienst.jpg Rettungsfachpersonal ist ein zusammenfassender Begriff für das Personal im Rettungsdienst.

Angehörige dieser Gruppe haben eine spezielle, notfallmedizinische Ausbildung durchlaufen, die sie für die Arbeit im Rettungsdienst qualifiziert.

Es gibt europa- und weltweit gravierende Unterschiede in der Ausbildungsdauer und -qualität von Rettungsfachpersonal. So arbeiten beispielsweise die meisten angloamerikanischen Rettungsdienstsysteme fast gänzlich ohne Notärzte und setzten im präklinischen Bereich nur nicht-ärztliches Personal (die sog. Paramedics) ein. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie einigen anderen mitteleuropäischen Ländern hat sich hauptsächlich aus historischen Gründen ein System entwickelt, in dem speziell ausgebildete Ärzte auch außerhalb des Krankenhauses eingesetzt werden. Die verschiedenen Ausbildungen sowohl für Notärzte als auch für nicht-ärztliches Personal unterscheiden sich stark zwischen den einzelnen Ländern.

Auflistung des in der präklinischen Notfallmedizin tätigen Personals, geordnet nach Qualifikation:

Deutschland


Der Notarzt ist ein speziell ausgebildeter Arzt, der in Notfallsituationen vor Ort medizinisch interveniert. Um den Beruf auszuüben muss der Arzt je nach Bundesland den Fachkundenachweis Rettungsdienst oder die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin erlangt haben. Er ist allen anderen Rettungsdienstmitarbeitern in medizinischen Belangen weisungsbefugt.

Der Rettungsassistent stellt die höchste nicht-ärztliche Qualifikation im deutschen Rettungsdienst dar. Seine Ausbildung dauert 2-3 Jahre und ist die einzige gesetzlich geregelte und anerkannte Ausbildung im Rettungsdienst. Seine Aufgaben umfassen die selbstständige Versorgung von Notfallpatienten bis zum Eintreffen des Notarztes, Assistenz bei ärztlichen Maßnahmen, sowie alleinige Versorgung von nicht-arztpflichtigen Patienten und die Durchführung von qualifizierten Krankentransporten. Im Rahmen der sogenannten Notkompetenz können Rettungsassistenten Maßnahmen ergreifen, die sonst nur ärztlichem Personal vorbehalten sind, diese beinhalten: Die Intubation ohne Relaxantien, die Venenpunktion, die Applikation kristalloider Infusionslösungen, die Applikation ausgewählter Medikamente (z. B. Adrenalin, Analgetika, Beta2-Sympathomimetika als Spray, Nitrat-Spray oder Kapsel, Benzodiazepin-Rectiolen, und Glukose), sowie die Frühdefibrillation.

Der Rettungssanitäter hat eine weitaus kürzer dauernde Ausbildung (520 Stunden) im Vergleich zum Rettungsassistent und stellt keinen anerkannten Ausbildungsberuf dar. Grundsätzlich besteht die Aufgabe eines Rettungssanitäters in der Durchführung von qualifizierten Krankentransporten sowie Assistenz des Notarztes und Rettungsassistenten.

Die Ausbildung zum Rettungshelfer ist nicht so umfassend wie die des Rettungssanitäter oder gar des Rettungsassistenten. Da die Bezeichnung Rettungshelfer nicht geschützt ist, variieren die Ausbildungsinhalte von Bundesland zu Bundesland. Hauptsätzlich werden Rettungshelfer im Bereich des qualifizierten Krankentransportes eingesetzt, in manchen Bundesländern können sie jedoch gemeinsam mit Rettungsassistenten einen Rettungswagen bzw. mit einem Notarzt ein Notarzteinsatzfahrzeug besetzen.

Österreich


  • Notarzt
Der Notarzt ist ein speziell ausgebildeter Arzt, der in Notfallsituationen vor Ort medizinisch interveniert. Um als Notarzt tätig sein zu dürfen, muss der Turnus bzw. eine Facharztausbildung abgeschlossen sein (d.h. das jus practicandi erlangt sein) und ein Notarztkurs absolviert werden. Der Notarzt ist allen anderen Rettungsdienstmitarbeitern in medizinischen Belangen weisungsbefugt.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter (NFS) baut auf die Ausbildung zum Rettungssanitäter auf und stellt die höchste Qualifikation im österreichischen Rettungsdienst dar. Der NFS ist in Österreich (wie der Rettungssanitäter) ein gesetzlich geregelter und anerkanntes Beruf. Die Ausbildung umfasst zusätzlich zum Rettungssanitäter 480 Stunden und erlaubt dem NFS die Gabe einiger ausgewählter Medikamente (Arzneimittelliste 1). Mit der zusätzlich zu erfolgenden Ausbildung in speziellen Notkompetenzen darf der Notfallsanitäter - so es für die Gesundheit des Patienten unerlässlich ist - weitere Medikamente verabreichen (Arzneimittelliste 2), sowie periphere Venen punktieren und Infusionen applizieren, als auch einen Patienten ohne die Benutzung von Relaxantien intubieren.

Seit 2002 ist die Ausbildung zum Rettungssanitäter gesetztlich geregelt und anerkannt - sie umfasst 260 Stunden. In Österreich werden Rettungssanitäter sowohl in der Notfallrettung als auch im qualifizierten Krankentransport eingesetzt.

Schweiz


  • Notarzt
(siehe oben)

Die Ausbildung zum diplomierten Rettungssanitäter dauert drei Jahre und wird neuerdings als teritäre Ausbildung anerkannt. Sie schließt mit dem Titel Dipl. Rettungssanitäter HF ab. HF steht für "höhere Fachausbildung". Die Kompetenzen der dipl. Rettungssanitäter werden von der jeweiligen Organisation festgelegt, in vielen Rettungsdiensten dürfen Rettungssanitäter reflexlose Patienten intubieren und Analgesie mit Ketamin oder potenten Opiaten selbständig durchführen. Ob und wann ein Notarzt angefordert wird bzw. zu einem Notfall mitausrückt ist ebenfalls Sache der Organisation.

Qualifikation im Rettungsdienst/Sanitätsdienst

Vereinigte Staaten


Die höchste Qualifikation im US-amerikanischen Rettungsdienst stellt der EMT-Paramedic dar, da in der präklinischen Notfallrettung praktisch kaum Ärzte eingesetzt werden - außer auf einigen Rettungshubschraubern als Flight Physician (= Flugrettungsarzt). EMT steht für Emergency Medical Technician, übersetzt Notfallmedizintechniker. Die Ausbildung und auch die Qualifikationen für Paramedics in den Vereinigsten Staaten sind in den verschiedenen Bundesstaaten äußerst unterschiedlich, die Ausbildungsdauer kann zwischen 8 Monaten und 4 Jahren dauern. Im Gegensatz zu ihren Kollegen in Deutschland und Österreich sind Paramedics am Einsatzort auf sich selbst gestellt und haben daher auch weitergehende Kompetenzen, die unter anderem die Intubation mit und ohne Relaxantien, die Interpretation von 12-Kanal EKGs (und medikamentöse Therapie), das Durchführen einer Nadel-Koniotomie uvm. beinhalten.

  • EMT-Intermediate
  • EMT-Basic
  • First Responder

Kanada


  • Critial Care Paramedic (CCP)
Diese Paramedics sind speziell für Intensivversorgung von Patienten ausgebildet, sie werden hauptsächlich für Intensivtransporte von kritischen Patienten bzw. auf Rettungshubschraubern und Ambulanzflugzeugen eingesetzt. Ihre Fähigkeiten reichen u.a. von der Interpretation von 12-Kanal-EKGs bis zur Rapid Sequence Intubation, verschiedenste Medikamente verabreichen, dem Umgang mit Intensivrespiratoren und chirurgischen Notfalleingriffen (Koniotomie, Thoraxdrainage).

  • Advanced Care Paramedic (ACP)
Viele der in der präklinischen Notfallrettung eingesetzten Paramedic haben diese Qualifikation. Sie dürfen unter anderem eine Reihe von Medikamenten verabreichen, Patienten intubieren, 12-Kanal-EKGs interpretieren sowie Patienten kardiovertieren.

  • Primary Care Paramedic PCP)
Dies ist die niedrigste Stufe der Qualifikation für Personal im kanadischen Rettungsdienst. PCPs führen Basismaßnahmen durch und dürfen außerdem einige ausgewählte Medikamente verarbreichen, defibrillieren und 3-Kanal-EKGs interpretieren.

Siehe auch


Rettungsdienst

Paramedic | Secours paramédicaux

פאראמדיק

 

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