In der französischen Geschichte bezeichnet der Begriff Restauration die Epoche der Wiederherstellung der Bourbonenmonarchie zwischen dem Ende des Ersten Französischen Kaiserreichs und der Julirevolution.
Unterbrochen wurde die Restaurationsepoche durch die Rückkehr Napoleon Bonapartes aus der Verbannung und die folgende Episode der Hundert Tage. Deshalb spricht man auch von der „Ersten Restauration“ (frz. Première Restauration) von April 1814 bis März 1815 und der „Zweiten Restauration“ (frz. Seconde Restauration) von der endgültigen Abdankung Napoleons im Juni 1815 bis zum Ausbruch der Revolution im Juli 1830.
Innenpolitisch war die Herrschaft Ludwigs XVIII. und seines jüngeren Bruders Karl X. von den Konflikten zwischen ultraroyalistischen und bürgerlich-liberalen Kräften geprägt. Außenpolitisch standen die Zahlung der Kriegsschulden, der damit verbundene Abzug der alliierten Besatzungstruppen und schließlich die Wiedererlangung der völkerrechtlichen Gleichstellung Frankreichs im Mittelpunkt.
Basis der Restaurationsphase war eine konstitutionelle Monarchie, bei der die Exekutive in den Händen des Königs lag, während die Legislative auf eine Pairkammer und eine auf dem Zensuswahlrecht basierenden Deputiertenkammer verteilt war. In den Wahlen vom Oktober 1815 erzielten die royalistischen „Ultras“ solche Erfolge, daß der König das Parlament als Chambre introuvable (übertragen: „eine Kammer, wie sie sich so leicht nicht wiederfindet“) bezeichnete. Dem Versuch der Ultras, auf Kosten der Stellung des Königtums zu einer Stärkung des ständisch-aristokratischen Einflusses zu gelangen, entgegnete Ludwig XVIII. mit einer Auflösung der Deputiertenkammer im September 1816. In den darauffolgenden Wahlen kam eine aus gemäßigten Royalisten bestehende Kammermehrheit zustande, die bis 1820 an der Macht blieb. Ausgehend von der damaligen Sitzordnung im Parlament bildeten sich in jener Zeit die bis heute gebräuchlichen Bezeichnungen „rechts“ und „links“ aus.
Die Auseinandersetzungen zwischen dem Alten und Neuen Frankreich (frz. deux Frances) kulminierten in der Ermordung des zu jener Zeit einzigen dynastischen Nachfolgers, dem Herzogs von Berry, am 13. Februar 1820. Die von einem fanatisierten Einzeltäter begangene Bluttat wurde den Liberalen in die Schuhe geschoben und führte zu einer erheblichen Stärkung der ultraroyalistischen Kräfte. Als die Gemahlin Berrys Ende September 1820 doch noch von einem Sohn entbunden wurde, begrüßten die Ultras diesen als „Kind des Wunders“ und deuteten die Geburt als Beleg für die auf ihren Zielen ruhende göttliche Gnade.
Nach dem Tode Ludwigs XVIII. im Jahr 1824 übernahm dessen Bruder Karl X. die Regierung. Als Parteigänger der Ultras traf er eine Reihe von reaktionären Entscheidungen – wie etwa die 1825 verfügte Entschädigung der Emigranten für ihre während der Revolution erlittenen Verluste – was zu einem Erstarken der Opposition des liberalen Bürgertums führte. Der Erlaß der „Juliordonnanzen“, in denen die Abgeordnetenkammer aufgelöst, der Wahlzensus nach oben gesetzt und die Pressefreiheit weiter eingeschränkt wurde, mündete schließlich am 27. Juli 1830 in den Ausbruch der Julirevolution und das Ende der französischen Restaurationsära.
Auf dem vier Jahre später stattfindenden Kongreß von Verona erzielte die französische Diplomatie den größten außenpolitischen Erfolg der Restaurationsära. Ein 1820 von der Heiligen Allianz beschlossenes Interventionsprinzip sah die Einmischung der Großmächte in die inneren Angelegenheiten eines von einer Revolution bedrohten Landes vor. Dieses ursprünglich gegen ein erneutes Aufflackern der Revolution in Frankreich gerichtete Prinzip wurde nun auf Spanien angewandt, um die Herrschaft des 1820 gestürzten Königs Ferdinands VII. wiederherzustellen. Die Betrauung Frankreichs mit der Aufgabe der militärischen Niederwerfung des Aufstandes und die erfolgreiche französische Invasion in Spanien wurde von den Ultras als Zeichen für die Wiedererlangung der völligen Gleichberechtigung Frankreichs gefeiert.
Aus den neuen Rivalitäten innerhalb der Pentarchie, wie sie insbesondere im Zuge des griechischen Unabhängigkeitskrieges in der zweiten Hälfte der 1820er Jahre deutlich hervortraten, eröffneten sich für Frankreich neue außenpolitische Perspektiven. Dies nutzte Frankreich zu einer Ausdehnung seines Machtbereiches auf das westliche Mittelmeer, indem es nach jahrelangen diplomatischen Spannungen im Januar 1830 eine erfolgreiche militärische Expedition gegen den Dei von Algier führte und französische Einheiten alle an der Küste gelegenen Forts besetzten. Die anschließende Umwandlung Algeriens in eine province transméditerranéenne legte den Grundstein für das zweite französische Kolonialreich.
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