Requalivahanus ist der Name oder Beiname einer männlichen germanischen, vielleicht auch keltischen Gottheit, über die außer diesem Namen nichts bekannt ist. Die spärlichen Informationen gehen auf einen 1883 in der Umgebung von Köln entdeckten Stein zurück, der sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn befindet und folgende lateinische Inschrift trägt:
| Deo Requalivahano Q. Aprianus Fructus ex imperio pro se et suis v. s. l. m. |
Die Errichtung des Altars lässt sich auf das zweite nachchristliche Jahrhundert datieren.
Der Eigenname deutet auf einen römischen Bürger, wohl einen Magistraten. Ansonsten ist über jenen Quintus Aprianus Fructus nichts überliefert.
Der hier im Dativ auftretende Gottesname Requalivahanus ist aus germanischen, möglicherweise auch keltischen Wortteilen zusammengesetzt. Eine exakte Übersetzung ist nicht möglich, zumal sich die latinisierte Form vahanus nicht eindeutig zuordnen lässt. Der erste Namensteil bezeichnet dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit die Dunkelheit oder Finsternis (vgl. got. riqis, altnord. røkkr, urverwandt mit griech. erebos) und dürfte somit auf die Unterwelt oder Nacht verweisen.
Eine Zuordnung des Namens zu einer der bekannten germanischen Gottheiten ist unter anderem auch deshalb nicht möglich, weil die germanische Religion neben der Göttin Hel keinen männlichen Gott der Unterwelt kannte. Verbindungen mit Vidar, dem Waldgott der Germanen, oder Wotan als Hüter der Walstatt bleiben spekulativ. Ebenso gut kann es sich bei Requalivahanus um eine im übrigen gänzlich vergessene eigenständige Gottheit handeln.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Requalivahanus".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world