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Die Republikanische Partei (engl. Republican Party, auch als Republicans, oder Grand Old Party, GOP bezeichnet) ist eine der beiden großen Parteien der USA, neben der Demokratischen Partei. Derzeit gilt sie als die konservativere der beiden Parteien. Der aktuelle Präsident der USA, George W. Bush, wird von der Republikanischen Partei gestellt. Obwohl Bush auf den politischen Kurs der Partei am meisten Einfluss hat, ist nicht er, sondern Ken Mehlman Vorsitzender des Republican National Committee (seit Januar 2005). Die Republikaner kontrollieren auch die Legislative auf Bundesebene mit Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus. Ihr Wappentier ist der Elefant, und die inoffizielle Farbe (die bei Fernsehübertragungen von Wahlergebnissen auf der Landkarte erscheint) ist rot.

Geschichte


Die Republikanische Partei wurde am 28. Februar 1854 in Ripon, Wisconsin als Partei gegen die Ausbreitung der Sklaverei gegründet. Sie hatte nichts mit der namensähnlichen Demokratisch-Republikanischen Partei von Thomas Jefferson, mit denen sie häufig verwechselt wird und aus der die Demokratische Partei hervorging, zu tun. Die National-Republikanische Partei von Henry Clay kann auch nur indirekt als ihre Vorgängerin betrachtet werden, zumal viele in dieser Partei später bei den Whigs gearbeitet haben. Eine große Zahl des nördlichen Teils der Whig Party fand sich dann nach der republikanischen Parteigründung in der neuen Partei wieder, und brachte auch Bestandteile ihres früheren Parteiprogramms ein. Spätestens nach dem Ausbruch des US-Bürgerkriegs wechselten auch viele Demokraten der Nordstaaten (vor allem aus dem ländlichen Raum in Gegenden mit fruchtbarem Boden und wenig Landverpachtung), wegen der zunehmenden Dominanz des Südens in ihrer Partei, zu den Republikanern. Der erste Konvent der Partei fand am 6. Juli 1854 in Jackson, Michigan statt. Neben Mitgliedern der Whig-Partei kamen auch Teile der Free Soil Party und der American Party dazu.

In den Auseinandersetzungen um die Sklaverei sammelten sich deren Gegner bei den Republikanern, die 1860 auch die Wahl Abraham Lincolns (der 1846 für die Whigs schon in den Kongress gewählt worden war) zum ersten republikanischen Präsidenten durchsetzten. Sie behaupteten ihre Herrschaft im Weißen Haus bis 1884, als Grover Cleveland für die Demokraten wieder Präsident wurde. Seit ihrer Gründung stellten die Republikaner die Mehrheit der US-Präsidenten.

Ursprünglich waren die Hauptbastionen der Republikaner der Nordosten, der mittlere Westen und die Westküste, während die Demokraten im Süden (wo die Republikaner als verhasste Yankees galten) in dem dünner besiedelten Teil des Westens (sofern das Gebiet als Staat dem Bund beigetreten war) dominierten. Heute hat sich dieses Verhältnis größtenteils umgekehrt.

Ideologie und Klientel der Republikanischen Partei


Die Republikaner sind, wie auch die Demokraten, eine Koalition verschiedener Interessengruppen, da die Koalitionsbildung in einem Mehrheitswahlsystem anders als beim Verhältniswahlsystem innerhalb der Parteien und nicht zwischen den Parteien stattfinden muss. Neben christlich-fundamentalistischen Kräften, die derzeit im Zentrum des Medieninteresses stehen, finden die Republikaner auch Unterstützung von Leuten, die für die freie Marktwirtschaft eintreten, sowie für eine Politik der Aufrüstung und der selbstbewussten Verfolgung von nationalen Interessen, auch wenn diese innerhalb der UNO keinen Konsens finden. Traditionell erhalten sie viele Spenden nicht nur von Rüstungs- sondern auch von Tabakkonzernen und Ölfirmen. Umweltorganisationen und Firmen in den Neuen Medien bleiben ihr eher fern, aber seit den Kartellprozessen der Clinton-Regierung gegen Microsoft hat diese Firma, im Gegensatz zu ihren potentiellen Konkurrentinnen, ihre Spendentätigkeit deutlich erhöht. Mit Ausnahme der Gegenden mit reichen Vororten, wo die Partei eher für Steuersenkungen auftritt, nimmt sie ein starkes Profil gegen Abtreibung, homosexuelle Lebensgemeinschaften und Restriktionen beim Waffenbesitz ein. In den Auseinandersetzungen um die Gesundheitspolitik stehen Ärzte, Pharmafirmen, und Versicherungen eher den Republikanern näher, während Anwälte, denen ein Kostentreiben durch Klagen wegen Kunstfehler nachgesagt wird, eher auf Seite der Demokraten stehen. Weiter stehen die Republikaner für eine schnellere Exekutierung nach Verhängung der Todesstrafe.

Die Republikanische Partei rekrutiert ihre Wählerschaft tendenziell eher in den ländlichen Gebieten und in den Südstaaten der USA, während in den Küstenregionen und den größeren Städten (vor allem im Norden) eher demokratisch gewählt wird.

Präsidenten der Republikanischen Partei


Siehe auch:

Wahlen


Jahr Kandidat
Präsident
Wahlstimmen
(absolut)
Wahlstimmen
(prozentual)
Wahlmänner
1856 John Charles Fremont 1 342 345 33,1 % 114
1860 Abraham Lincoln 1 865 908 39,8 % 180
1864 Abraham Lincoln 2 218 388 55,0 % 212
1868 Ulysses S. Grant 3 013 650 52,7 % 214
1872 Ulysses S. Grant 3 598 235 55,6 % 286
1876 Rutherford B. Hayes 4 034 311 47,9 % 185
1880 James A. Garfield 4 446 158 48,3 % 214
1884 James Gillespie Blaine 4 848 936 48,2 % 182
1888 Benjamin Harrison 5 443 892 47,8 % 233
1892 Benjamin Harrison 5 190 819 43,0 % 145
1896 William McKinley 7 112 138 51,0 % 271
1900 William McKinley 7 228 864 51,6 % 292
1904 Theodore Roosevelt 7 630 457 56,4 % 336
1908 William Howard Taft 7 678 395 51,6 % 321
1912 William Howard Taft 3 486 242 23,2 % 8
1916 Charles Evans Hughes 8 548 728 46,1 % 254
1920 Warren G. Harding 16 144 093 60,3 % 404
1924 Calvin Coolidge 15 723 789 54,0 % 382
1928 Herbert C. Hoover 21 427 123 58,2 % 444
1932 Herbert C. Hoover 15 761 254 39,7 % 59
1936 Alf Landon 16 681 892 36,5 % 8
1940 Wendell Willkie 22 347 744 44,8 % 82
1944 Thomas Dewey 22 017 929 45,9 % 99
1948 Thomas Dewey 21 991 292 45,1 % 189
1952 Dwight D. Eisenhower 34 075 529 55,2 % 442
1956 Dwight D. Eisenhower 35 579 180 57,4 % 457
1960 Richard Nixon 34 108 157 49,6 % 219
1964 Barry Goldwater 27 175 754 38,5 % 52
1968 Richard Nixon 31 783 783 43,8 % 301
1972 Richard Nixon 47 168 710 60,7 % 520
1976 Gerald Ford 39 148 634 48,0 % 240
1980 Ronald Reagan 43 903 230 50,7 % 48
1984 Ronald Reagan 54 455 472 58,8 % 525
1988 George H. W. Bush 48 886 597 53,4 % 426
1992 George H. W. Bush 39 104 550 37,4 % 168
1996 Bob Dole 39 198 755 40,7 % 159
2000 George W. Bush 50 460 110 47,9 % 271
2004 George W. Bush 62 040 610 50,7 % 286

Literatur


  • Kevin Phillips: American Theocracy. The Peril and Politics of Radical Religion, Oil, and Borrowed Money in the 21st Century. Viking Books, März 2006. - ISBN 0-67003-486-X (Rezension: *; auch als Audiobuch erhältlich. - Kevin Phillips war republikanischer Parteistratege und zieht in seinem Buch eine beunruhigende Bilanz der Entwicklung der GOP.)

Weblinks


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