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Die Republik (über franz. république von lat. res publica »öffentliche Angelegenheit«, ursprünglich »Staatsvermögen«) ist eine Staatsform und wird als Gegenmodell zur Monarchie verstanden.

Aristoteles unterschied drei Staatsformen: die Monarchie (Alleinherrschaft), die Aristokratie (Herrschaft der Besten) und die Demokratie (Herrschaft des Volkes), wobei er diesen - "guten" - Formen jeweils drei "entartete" Formen gegenüberstellte: Tyrannei, Oligarchie (Herrschaft einiger Weniger) und Ochlokratie (Herrschaft des Pöbels). Niccolò Machiavelli hatte diese Dreiteilung auf eine Zweiteilung reduziert und die Staaten der Welt nach Republiken und Monarchien unterschieden.

In den Republiken herrschen viele, doch gibt es ein symbolisches Staatsoberhaupt, dessen Machtzuteilung durch eine Wahl (auf eine zuvor festgesetzte Zeitspanne) erfolgt. Es wählt entweder das Staatsvolk direkt (jeder Wahlberechtigte mit einer Wahlkarte o.ä.) oder die Wahl erfolgt indirekt durch (zuvor vom Volk bestimmte) Repräsentanten (Vertreter). Die Wahl muss nicht demokratisch sein, Republik ist nicht identisch mit Demokratie, doch weil politische Positionen nicht durch Geburtsrecht oder "göttliches" Recht gewährt werden, beugt diese Staatsform wesentlich Entwicklungen von Führerstaaten oder Gottesstaaten vor. Hiernach steht die Republik für einen rationalen Staat.

In den Monarchien geht die Staatsgewalt von einem Einzigen aus und die Herrschaft wird durch Erbfolge jeweils vom Monarchen/der Monarchin auf den Sohn/die Tochter (oder ein anderes Mitglied der königlichen Familie) weitergegeben, wobei sie meistens Herrschaft auf Lebenszeit bedeutet. Der Monarch ist dabei an keine Verfassung gebunden.

Varianten der Monarchie sind die konstitutionelle Monarchie, in der eine Verfassung die Macht des Herrschers einschränkt, die Wahlmonarchie, u.a.

Hinter der Republik steht die Idee, dass Macht geteilt werden muss, wenn Missbrauch vorgebeugt werden soll. Außerdem ermöglichen Wahlen, die Macht so zu erteilen, dass nicht letztlich alle politischen Entscheidungen auf etwa eine Königsfamilie oder eine Partei zusammenlaufen. Zumindest theoretisch soll die politische Führung den öffentlichen Konsens vertreten, wobei darauf zu achten ist, dass alle Teile der Bevölkerung angemessen durch Vertreter repräsentiert sind.

Republikbegriffe


Im Laufe der europäischen Geschichte hat der Republikbegriff viele Wandlungen durchgemacht, die stets einem politischen Einfluss unterworfen waren:

Wird bzw. wurde die Regierung durch eine privilegierte Minderheit gewählt, wird die Staatsform aristokratische Republik bzw. Adelsrepublik genannt. Beispiele hierfür waren der polnisch-litauische Staat im 16. Jahrhundert und die Republik Venedig.

In Deutschland ist auch der Begriff Freistaat als Synonym für Republik gebräuchlich. Die bundesdeutschen Länder Bayern, Sachsen und Thüringen führen diese Bezeichnung als offiziellen Namensbestandteil, um damit auf die republikanischen Traditionen (seit 1918/19) hinzuweisen.

In der europäischen Geschichte gab es Versuche, die republikanische Staatsform mit einem basisdemokratischen Regierungssystem zu verbinden (z.B. in einer Räterepublik). In der Regel haben heutige Republiken ein repräsentatives demokratisches Regierungssystem.

In der Russischen Föderation bezeichnet man mit Republik diejenigen Gliedstaaten, die ein höchstmögliches Maß an Autonomie genießen (siehe auch: Verwaltungsgliederung Russlands).

Entstehung


Die Republik als politisches Konzept zur Lenkung des Gemeinwesens und als Bezeichnung desselben tauchten erstmalig mit der antiken römischen Republik auf. Ihre Entstehung hat die Republik im wesentlichen dem auch heutzutage noch zu beobachtenden Phänomen zu verdanken, daß große oder gar uneingeschränkte Macht in den Händen eines einzelnen nicht selten zum Zweck persönlicher Bereicherung eingesetzt wird, einhergehend mit Unterdrückung und Ausbeutung der Beherrschten.

Eine solche Situation führte ca. 500 v. Chr. zum Aufstand der Bevölkerung Roms gegen die königliche Herrschaft und zur Vertreibung des Regenten. Es wurde beschlossen, fortan niemals wieder einen König zu dulden. An seiner Statt wurden Konsuln (von lat. "consules" *) zur Führung des Gemeinwesens bestimmt, deren Macht mehrfach begrenzt war: Zum einen wurden sie von der Bürgerschaft lediglich für ein Jahr gewählt (Prinzip der Annuität). Zum anderen wurden für jede Amtsperiode zwei Konsuln bestimmt (Prinzip der Kollegialität), wenngleich jeder mit voller Gewalt ausgestattet war. Zunehmend wurden die Konsuln auch dazu bestimmt, für gewisse Aufgaben Gehilfen einzusetzen.

Republiken heute


Sowohl das Staatsoberhaupt als auch die örtlichen Vertreter werden in den heutigen Republiken auf Zeit gewählt. Republiken bieten ihren Bürgern im allgemeinen große persönliche, finanzielle und politische Freiheiten.

Die weltweit kleinste souveräne Republik ist die Republik Nauru, die flächenmäßig größte ist die Russische Föderation, von der Bevölkerungszahl her betrachtet die Volksrepublik China.

Republik im bundesdeutschen Verfassungsrecht


Nach der so genannten Weimarer Verfassung des Deutschen Reiches war das republikanische Prinzip festgeschrieben. Es symbolisierte die Abkehr vom (vormaligen) Kaiserreich. Der republikanische Gedanke ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben. Das republikanische Prinzip wird allerdings nicht explizit genannt, es wird vielmehr hineingelesen: "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat." und in einem Artikel konkretisiert.

Eine Definition des Begriffes ist kaum möglich, zu sehr werden die Vorstellungen vom Begriff der "Republik" heute von den Begriffen der "Demokratie" und des "Rechtsstaats" überdeckt. Die bundesdeutsche Verfassung, das Grundgesetz, sieht das republikanische Prinzip jedoch nicht ohne Funktion: In Verbindung mit einem Artikel zur Ewigkeitsgarantie ist die Monarchie auf Dauer ausgeschlossen.

Republik und Demokratie


Während Republik eine Staatsform beschreibt, in der die Herrschaft nicht von Monarchen ausgeübt wird, bezeichnet Demokratie eine Regierungsform, in der die Entscheidungsverfahren mittels Mehrheitsentscheidung der Wahlberechtigten durchgeführt werden.

Nichtdemokratische Republiken

Heute wird die Bezeichnung Republik in manchen Staaten als Beschönigung für Diktatur verwendet. Eine Vielzahl von Staaten bezeichnen sich seit dem Siegeszug des republikanisch-demokratischen gegenüber dem monarchischen Prinzip selbst als Republik, auch wenn das Staatsoberhaupt faktisch auf Lebenszeit regiert oder das politische System kaum Machtschranken kennt. Beispiele hierfür sind einige diktatorische Staaten des ehemaligen Ostblocks sowie China, Nordkorea oder zahlreiche afrikanische Staaten, so z.B. Simbabwe.

Staaten mit hohem islamischen Bevölkerungsanteil nennen die Staatsform ihres Politischen Systems oft Islamische Republik, wodurch eine Rücksichtnahme auf islamische traditionelle religiöse Wertvorstellungen ausgedrückt werden soll. Auch hier ist das Kriterium für eine tatsächliche Republik die Wählbarkeit der Führung durch das Volk und die zeitliche Einschränkung der Machtausübung.

Übersicht: Mögliche Kombinationen und Beispiele

Irreführende Definitionen zur Unterscheidung

Die Begriffe Republik und Demokratie sind häufig unscharf von einander getrennt. Beispiel: Quelle: (nach Mayers großes Taschenlexikon):
  • Republik: Ggs. zur Monarchie, Staatsvolk ist Träger der Staatsgewalt
  • Demokratie: Volk als eigentl. Träger der Staatsgewalt (Mehrheitsmeinung).

Der Begriff Demokratie wird oft in einer missverständlichen Weise benutzt , die vermutlich auf das US-amerikanische Verständnis von "Democracy" zurückgeht, d.h. zur Abgrenzung gegenüber Staaten, welche weder eine republikanische Staatsform, noch eine freie Marktwirtschaft und eine offene Gesellschaft haben. In dem Zusammenhang wird auch der Begriff westliche oder liberale Demokratie verwendet. So gesehen verstecken sich hinter dem o.g. Demokratiebegriff, wie er v. a. von Medien und Politikern transportiert wird, republikanische Prinzipien.

Siehe auch: Regierungsform, Römische Republik, Demokratie

Übertragene Wortbedeutungen


"Gelehrtenrepublik", "Republik der freien Geister" u.ä.

Literatur


  • Willi Paul Adams, "Republicanism in Political Rhetoric before 1776", in Political Science Quarterly, 85(1970)
  • William R. Everdell: "The End of Kings. A History of Republics and Republicans" (1983), rev. ed., Chicago: University of Chicago Press, 2000
  • William R. Everdell: "From 'State' to 'Free-State'. The Meaning of the Word 'Republic' from Jean Bodin to John Adams", 7th ISECS, Budapest, 7/31/87; in Valley Forge Journal, June, 1991; http://dhm.best.vwh.net/archives/wre-republics.html
  • Jürgen Habermas: Drei normative Modelle der Demokratie in: Jürgen Habermas: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1996
  • Wolfgang Mager, Artikel "Republik" in "Geschichtliche Grundbegriffe. historische Lexikon zur politischen-sozialen Sprache in Deutschland", v5, Stuttgart: E. Klett, 1972ff
  • Philip Pettit: Republicanism. A Theory of Freedom and Government, Oxford University Press, 1997

Weblinks


Staatsform

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