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Der Begriff Rentenreform bezeichnet sprachlich die Neuordnung oder Veränderung einer gesetzlichen Rentenversicherung.

In Deutschland wird um die sachlich richtige Rentenreform schon seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts kontrovers gestritten. Hintergrund hiervon ist, dass die derzeitige negative demographische Entwicklung (Überalterung) eine starke Belastung für die Rentenversicherung darstellt, weil das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern fortwährend ungünstiger wird. Da die Renten nach dem Umlageverfahren finanziert werden (die heutigen Beitragszahler finanzieren durch ihre Beiträge nicht ihre eigene, spätere Rente, sondern die Rentenzahlungen an die heutigen Rentner), führt ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht zwischen Beitragszahlern und -empfängern zu einer sich zunehmend vergrößernden Kostendeckungslücke. Da gleichzeitig nahezu die gesamte Wahlbevölkerung zu einer dieser beiden Gruppen zählt, fällt es der Politik besonders schwer, dieser kritischen Entwicklung mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen, da jede Maßnahme zwingend zu einer Schlechterstellung einer der beiden Gruppen führt. In Deutschland hat sich vor diesem Hintergrund nach der Wende zum 21. Jahrhundert eine in dieser Form zuvor unbekannte, zwischen den Generationen polarisierende Rentendebatte entwickelt.

Darüber hinaus leidet das beitragsfinanzierte System dann, wenn der Beitrag an den Arbeitslohn anknüpft, auch in besonderer Weise unter einer wirtschaftlichen Rezession, was der gegenwärtigen Diskussion zusätzliche Nahrung gibt.

Die demographisch verursachte Finanzierungsproblematik der Renten tritt zwar in Deutschland wegen der außerordentlich niedrigen Geburtenrate besonders deutlich vor Augen. In ähnlicher Form sind darüber hinaus jedoch auch zahlreiche Nachbarstaaten betroffen. Rentenreformdebatten kennt man auch in Frankreich, Österreich und der Schweiz.

Rentenversicherung

Kritik an der Rentenreform von 1957

1957 wurde durch die Adenauerregierung die Rente dynamisiert. Dies bedeutet, dass das Rentenniveau an die Entwicklung der Bruttolöhne angepasst wurde. Die Rente war also nicht mehr "statisch" (d.h. die Summe der von den Rentnern im Erwerbsleben eingezahlten Beiträge, auch Anwartschaften genannt), sondern stieg mit der Entwicklung des Bruttolohnniveaus. Dies führte dazu, dass die Rentenberechtigten Personen durchschnittlich 60% mehr Rente ausgezahlt bekamen. Die Adenauerregierung setzte dies -übrigens unter großer Kritik des Wirtschaftsministers Erhardt, durch, um durch die Rentenerhöhungen im nächsten Wahlkampf punkten zu können. Problematisch war die Dynamisierung deshalb, weil es naiv war anzunehmen, dass weiterhin in Deutschland Vollbeschäftigung herrschen würde und die Löhne stetig steigen würde. Seit dieser Reform muss der Staat die Defizite in der Rentenversicherung ausgleichen, wodurch der Staat sich finanziell schlichtweg übernommen hat und an den Folgen noch dir heutigen Haushalte der Bundesregierungen leiden.

 

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