Die Rentenmark war eine Übergangswährung in Deutschland, um die Hyperinflation von 1923 zu stoppen (siehe Deutsche Inflation 1914 bis 1923).
Die Rentenmark wurde als Bargeld von der im Oktober 1923 gegründeten Deutschen Rentenbank ab dem 15. November 1923 in Münzen und kleinen Scheinen ausgegeben. Der Wechselkurs zur Papiermark wurde mit 1:1 Billion festgesetzt und zwar genau zu einem Zeitpunkt im November 1923 als der Devisenkurs 4,2 Billionen Papiermark = 1 US-$ war, was der Vorkriegs-Goldmarkparität zum Golddollar entsprach.
Allerdings wurden damit nicht nur 12 Nullen auf den Scheinen gestrichen, sondern die Rentenmark war wieder durch einen Gegenwert gedeckt, der aus Rentenpapieren über Sachwerte von 3,2 Milliarden Goldmark bestand, diese waren durch Hypotheken auf Immobilien der Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe gesichert.
Die Deckung der Rentenmark war eine rein fiktive. Nur die Tatsache, dass das Volk die Rentenmark akzeptierte, stabilisierte die Währung. Dieser Deckungstrick wurde maßgeblich von Hjalmar Schacht ausgearbeitet.
Die Rentenmark war kein gesetzliches Zahlungsmittel, d.h. es bestand kein Zwang, sie als Zahlungsmittel anzunehmen. Sie wurde aber von der Bevölkerung akzeptiert und damit war die Inflation schlagartig gestoppt. Man sprach vom Wunder der Rentenmark.
Die Rentenmark wurde durch die Reichsmark ab 1924 als neues gesetzliches Zahlungsmittel abgelöst, die ihr wertmäßig 1 : 1 gleichgestellt war und zum 30. August 1924 ausgegeben wurde. Die Rentenbank bestand aber darüber hinaus fort und die ausgegebene Rentenmark blieb im Umlauf. Die letzten Rentenmarkscheine zu 1- und 2-Rentenmark sind mit dem 30.01.1937 datiert und wurden am 05.09.1939 ausgegeben und waren bis 1948 gültig.
Da Rentenmark und Reichsmark dieselbe Abkürzung "RM" hatten, bestand auch kein Anlaß die Rentenmark konsequent zu gunsten der Reichsmark abzuschaffen. Man scheute sich offenbar auch davor, erneute Unruhe beim Bürger zu erzeugen, der die Hyperinflation von 1918-23 noch allzugut in Erinnerung hatte.
Anmerkung:
Ein theoretischer, nie realisierter Vorläufer der Rentenmark zur Stoppung der Hyperinflation war die sog. "Roggenmark", die ihre Deckung in Getreide haben sollte, da Deutschland auf Grund des Versailler Vertrages fast keine Goldbestände mehr hatte. Der Gedanke an eine "Roggenmark" wurde aber verworfen, woraus dann letztendlich ab November 1923 die ersten physischen Rentenmarkscheine und Rentenpfennigmünzen wurden.
Deutsche Geschichte (20. Jh.) | Historische Währungseinheit | Reichsfinanzen (Begriff)
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