Rennreifen werden im Motorrennsport wie beispielsweise in der Formel 1 eingesetzt. Kein einzelnes Bauteil ist in dem Maße für die Fahreigenschaften eines Fahrzeuges so verantwortlich wie die Reifen.
Im Gegensatz zu normalen Autoreifen dürfen Rennreifen nicht im Straßenverkehr eingesetzt werden. Hierfür ist nicht allein das manchmal fehlende Profil verantwortlich, sondern die (dann fehlende) Übereinstimmung der Reifendimension mit der Zulassung.
Extremes Beispiel für die Kürze der Distanz bei besserer Haftung waren die in der Formel 1 bis kürzlich erlaubten Qualifikationsreifen, die wenige Runden hielten, aber für schnellere Zeiten gut waren als die im Rennen verwendeten.
In der Saison 2005 mussten in der Formel 1 die Reifen die komplette Distanz vom Qualifying bis Rennende durchhalten. Man hoffte, durch diese Bestimmung, Unfälle durch Reifenschäden, die auf dem extremen Leichtbau beruhten, zu vermeiden. Diese Hoffnung hat sich nur teilweise erfüllt, und führte wegen Sicherheitsmängeln der Michelin-Reifen zu einem der eigenartigsten Rennen in der Formel 1 -Geschichte (Indianapolis 2005). Seit der Saison 2006 sind Reifenwechsel in Rennen und Qualifing wieder gestattet, stattdessen limitiert man nun die Maximale Anzahl verwendeter Reifen pro Rennwochenende.
Der Unterbau der Rennreifen unterscheidet sich im Prinzip nicht von dem der Straßenreifen, allerdings wird eindeutig der Schwerpunkt auf Fahreigenschaften und nicht Federungskomfort gesetzt. Erreicht wird das durch einen engen Kreuzungswinkel der Gewebefäden, die unter der Lauffläche verlaufen. Rennreifen werden sowohl als Diagonalreifen als auch in Radialbauweise hergestellt, aber mit spitzem Kreuzungswinkel der Gewebefäden.
In manchen Rennsereien sind Slicks (profillose Reifen) zugelassen. Sie haben den Vorteil, dass die ohnehin nicht große Kontaktfläche nicht noch durch die "negativen" Stellen im Profil verkleinert werden. In der Formel 1, verschiedenen Rallye- und Bergrennserien sind seit Langem nur Reifen mit "negativem Profilanteil" zugelassen. Dieser ist insbesondere bei Regenreifen oder Intermediats besonders groß. Meist ist die Gummimischung für Regenreifen weicher als bei Trockenreifen.
Nachdem aber in der Formel 1 die Geschwindigkeiten immer höher wurden, und die damit verbundenen Gefahren als nicht mehr akzeptabel galten, wurde ein Längsrillenprofil verordnet. Wahrscheinlich hätte eine Beschränkung der Reifenbreite den selben Effekt gehabt, aber so wurde eine gewisse optische Kontinuität gewahrt.
Das Reglement schreibt als maximalen Felgenduchmesser 13 Zoll vor. Nur darum haben die Formel 1- Reifen eine relativ große Flankenhöhe. Die maximale Breite (vorn und hinten unterschiedlich) ist ebenfalls festgelegt.
Bei einigen Rennen der Formel 1 lässt sich beobachten, dass die Rennställe, die eine bestimmte Reifenmarke fahren, den Sieg unter sich ausmachen. Beim Großen Preis der USA im Jahr 2005 führte der Wettlauf in der Reifenentwicklung soweit, dass nach einem schweren reifenbedingten Unfall im Training der Reifenlieferant Michelin keine Reifen bereitstellen konnte, die mit ausreichender Sicherheit ein ganzes Rennen durchgehalten hätten. In Folge dessen gingen nur die sechs Fahrzeuge an den Start, die mit Bridgestones fuhren.
Da man gerne den Wettkampf der Rennställe wieder in den Vordergrund stellen würde, wird in der Formel 1 ab 2007 nur noch ein einheitlicher Reifenlieferant für alle Teams zugelassen.
Bei vielen Rennserien, Markenpokalen, Markenformeln bis hin zur Formel 3 sind die Reifen genau nach Hersteller und Größe vorgeschrieben, mit teilweise unterschiedlichen Herstellern für Slicks und Regenreifen.
Momentan beliefern Michelin und Bridgestone (seit 1998) die Formel-1-Teams.
Hersteller von Rennreifen im Automobilsport:
Während bei Autoreifen die Größenangaben einheitlich und durch Verordnungen geregelt ist, haben Rennreifen meist je nach Hersteller verschiedene Dimensionen. Gemeinsamer Nenner ist aber doch der Felgendurchmesser, der in Zoll angegeben wird, und an letzter Stelle steht. Die Breite kann in Zoll oder metrisch angegeben sein. Der Durchmesser oder Abrollumfang ebenso. Ein typisches Beispiel für einen Avon-Slick kann sein:
Dabei bedeutet 6.6 die Reifenbreite in Zoll, entsprechend 16,8 cm. 19.5 den Durchmesser von 49,53 cm und 14 den Felgendurchmesser, der allgemein in Zoll angegeben ist. Die Angabe des Durchmessers in Zoll signalisiert, dass der Reifen in Diagonalbauweise hergestellt wurde. Die Gummimischung (es gibt für unterschiedliche Distanzen verschiedene Härten) ist in der obigen Angabe nicht enthalten, wird aber irgendwie vermerkt, wobei wieder jeder Hersteller seine eigene Nomenklatur hat.
Michelin Rennreifen:
Rennreifen altern schneller als andere Reifen, auch ohne Laufleistung. Sie sollten im Dunklen gelagert werden, da UV- Licht das Altern beschleunigt.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Rennreifen".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world