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R4_1_v_sst.jpg | R4_2_v_sst.jpg | R4_3_v_sst.jpg | R4_4_v_sst.jpg | Racing R4.jpg Der Renault R4 wurde von 1961 bis 1992 produziert. Er gehört zu den meistproduzierten Autos der Welt. In seiner 31-jährigen Geschichte wurde er über 8 Millionen mal verkauft.

Der R4 hat nicht nur heute den Status eines Kultobjektes, sondern brachte schon zu seiner Markteinführung viele innovative Konzepte in den Massenmarkt. So besaßen die Fahrzeuge bereits Anfang der siebziger Jahre einen Bremskraftregler und eine stufenlos verstellbare Rückenlehne, was zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein Opel Kadett, der fast doppelt so teuer war, aufwies. Die Federung war, wie in dieser Zeit bei französischen Autos üblich, eher weich.

Die wassergekühlten Vierzylinder Motoren galten als robust. Die Motorleistung veränderte sich nicht wesentlich, von ca. 26 PS in den ersten Fahrzeugen 1961 bis 34 PS (ab August 1970) am Ende der Produktion. Eine Ausnahme stellte hier der Rodeo dar, der 1969 (R6 Rodeo mit 1108 ccm und 45 PS) und 1980 (R5 Rodeo mit 1280 ccm und 45 PS) auf den Markt kam. Im Jahr 1978 brachte Renault den R4 mit 1100 ccm Hubraum (vorher 845 ccm) auf den Markt, der bei unveränderter Höchstleistung mehr Durchzug bot.

Das Getriebe war vor dem längs eingebauten Motor angeordnet und trieb die Vorderräder an. Die Schaltung wurde mit einem Rundrohr betätigt, das über dem Motor geführt war (von R-4-Liebhabern "Revolverschaltung" genannt).

Der R4 baute auf einem Plattformrahmen auf, mit dem die Karosserie verschraubt war. Es war daher leicht möglich, andere Karosserieformen zu montieren. So war der R4 auch als Kastenwagen (R4F4 bzw. 20cm länger R4F6), als Cabrio (R4 Pleinair) und mit Kunststoffaufbau (R4 Rodeo, R5 Rodeo und R6 Rodeo) erhältlich. Außerdem konnte der von der Firma Sinpar entwickelte Allradantrieb somit für alle Versionen angeboten werden.

Die gelungene Kombination von Frontantrieb, Einzelradaufhängung (rundum), relativ langem Radstand und der Höhe der Karosserie verhalfen ihm zur außergewöhnlich guten Raumausnutzung und im Verbund mit ausreichender Motorisierung zum hohen Nutzwert.

Am 28. August 1961 präsentierte Renault den R4 der französischen Presse als günstigen PKW. Nach dieser Pressemitteilung fuhren 200 weiße R4 vor dem Eiffelturm in Paris, Frankreich vorbei, was damals als eine bemerkenswerke Marketingmaßnahme galt.

Bis zum Jahr 1964 waren 500.000 R4s hergestellt, im Jahr 1966 waren es bereits 1 Million. Dezember 1977 war die weltweite Produktion bei bereits 5 Million Fahrzeugen. Im Jahre 1986 rollten Weltweit bereits 7,5 Millionen R4 vom Band, 1988 wurden die letzte Modelle in Deutschland verkauft, da der R4 den verschärften Abgasgrenzwerten in Deutschland nicht mehr genügte.

1992 war das Aus für den R4 in Kolumbien, die R4-Produktion in Jugoslawien wurden die Blechformen für die Karrosserien während des Balkankriegs Anfang der 1990er Jahre zerstört. Damit war das absolute Aus für den R4 sowie den F6, es liefen insgesamt 8 Millionen Fahrzeuge vom R4 vom Band.

In den 1960er und 1970er Jahren wurde er zum Kultobjekt, als die Studentenbewegung ihn (neben dem Citroën 2CV) als ideales Revolutionsauto ansah. Seinen eigentlichen Erfolg verdankte er aber wohl dem Umstand, dass er einfach praktisch, preiswert und robust war. Jedoch schätzten den R4 nicht nur die Studenten der damaligen Zeit, auch die spanische Guardia Civil sowie die französische Gendarmerie schätzten den R4 teilweise bis tief in die 1980er Jahre.

Es waren die einfache Mechanik, niedrige Verbrauch, niedrige Unterhaltskosten sowie die Vielseitigkeit bei fast allen Geländeunebenheiten (Dank des langen Radstandes), die den Erfolg fast Weltweit dem R4 ebneten.

Kritisiert wurde R4 wegen seiner Rostprobleme. Die Durchrostung des Bodenblechs von innen her war das häufigste Problem, wenn der Neuwagen dahingegen nicht entsprechend geschützt wurde.

Eine Sparversion des R4 wurde Anfang der 1960er Jahre als Renault R3 verkauft.

1998 brachte Renault mit dem Kangoo ein Fahrzeug auf den Markt, welches von der Presse als Nachfolger des R4 gefeiert wurde.

Kurioses


  • Der R4 ist in Spanien auf Grund seiner dortigen Bezeichnung Renault 4L auch bekannt als Quatro Latas (Vier Dosen).

  • Der R4 war das erste Fahrzeug in Großserie mit fünfter Tür.

  • Der R4 besitzt ein halbselbsttragendes Chassis, deswegen wurde das Fahrzeug über viele Jahre hinweg in Spanien sehr gerne auf dem Land als Buggy umgebaut.

  • Bei einem Frontalunfall, konnte der Revolverschaltknüppel im Armaturenbrett zu einem zusätzlichen Sicherheitsrisiko werden.

  • Um die Tür von innen zu öffnen, betätigte man den Riegel im Innenleben in der Tür (Wirklich innen!) und öffnete die Tür. Manche spanische R4 hatten keine inneren Türgriffe.

  • Der Werbeslogan von Renault Spanien in den letzten Jahren für den R4 war: "Su belleza es su mecánica" (Seine Schönheit ist die Mechanik). Ein Werbespot im Fernsehen von 1985 zeigte anschließend einen R4 im Stile eines Gladiator, der ein Fahrzeug nach dem anderen zerstörte, die von den Mad Max Filmen inspiriert waren.

  • In Kolumbien gab es den R4 auch mit einem 1300er Motor von R12, 145 Km/h waren keine große Schwierigkeit.

  • In Kolumbien wurde ein R4 von einem Deutschen namens Peter Goldring mit einem 1400er Motor aus einem R18 ausgestattet, der R4 war damit für Rennen gerüstet und konnte mehr als 200 Km/h erreichen.

Weitere Bilder


Bild:R4_1_h_sst.jpg|1961-1967 Bild:R4_2_h_sst.jpg|1967-1975 Bild:R4_3_h_sst.jpg|1975-1992 Bild:R4_4_h_sst.jpg|Kastenwagen (R4F6) Bild:Renault_R4.jpg|R4 in alternativer Verwendung Bild:Renault4.jpg|R4 im Arbeitseinsatz Bild:Pink R4.jpg|Studenten-R4

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