Der Reliefdruck ist ein künstlerisches Tiefdruckverfahren, eine Variante der Radierung bei dem eine Druckplatte starke Erhöhungen, Vertiefungen, Durchbrüche oder aufgelötetes Material besitzt, die sich als Relief in das dicke Kupferdruckbütten einprägen. Wird ein Reliefdruck ohne Farbe gedruckt, wird er als Blinddruck oder Gaufrage bezeichnet. Rolf Nesch hat viele Arbeiten in dieser Technik geschaffen. In der Gebrauchsgrafik und im Buchdruck nennt man das Verfahren Blindprägung.
Das Druckprinzip besteht darin, mit der Gelantine auf einem Matrizenfilm oder einer Matrizenplatte (lichtempfindlich beschichtete Glasplatte) entsprechend geeignete Druckfarbe aufzunehmen und diese von der Gelatine auf einem Zielfilm oder einer Zielplatte absaugen zu lassen. Historisch basiert die Technik auf dem Ölumdruck.
Die verschiedenen Reliefverfahren hatten bis zur Einführung fotografischer Farbfilme akzeptabler Qualität um 1935 (Kodachrome, Agfacolor-Neu) große wirtschaftliche Bedeutung, da sie genutzt werden konnten um farbige Papierabzüge und Diapositive herzustellen. Einige Verfahren behielten ihre Bedeutung über diese Wende hinaus, weil sie technische Vorteile für spezielle Anwendungen haben, wie etwa die Großdia-Projektion oder bis in die Gegenwart von künstlerischem Interesse sind.
Es werden zwei Gruppen von Relief-Verfahren unterschieden: Auswasch-Reliefs und Quell-Reliefs.
Sie nutzen die Eigenschaft einiger fotochemischer Entwicklersubstanzen, die Gelatine einer Silberhalegonid-Emulsion entsprechend ihrer jeweiligen Belichtung unterschiedlich stark zu härten. Die ungehärtete Gelatine lässt sich anschließend mit einem Lösungsmittel auf Wasserbasis bei einer bestimmten Temperatur auswaschen; die auf der Matrize verbliebene Gelatine wird zur Aufnahme der Druckfarbe verwendet.
Zur Gruppe der Auswasch-Relief-Verfahren gehören zum Beispiel die Uvatypie und die 4. Version von Technicolor.
Der Begriff Dye-Transfer (Farbübertragung) kann zwar der Sache nach für beide Relief-Verfahren verwendet werden, jedoch wird mit ihm wegen der im 20. Jahrhundert jahrzehntelang und verbreitet geübten Praxis im Allgemeinen die eine oder andere Form von Auswasch-Relief gemeint. Die so erzeugten Drucke heißen Dye-Transfer-Prints.
Im Unterschied zu den Auswasch-Reliefs werden die Matrizenfilme und -platten bei Quell-Reliefs statt mit Silbersalzen mit Chromsalzen, meist Kalium- oder Ammoniumbichromat, sensibilisiert. Bei der Entwicklung quillt die Gelatine entsprechend ihrer Belichtung unterschiedlich stark und zeigt anschließend ein proportional zur Belichtung mehr oder weniger ausgeprägtes Vermögen, Farbe anzunehmen, die dann wiederum von der Gelatine des Zielfilms oder der Zielplatte abgesaugt wird. Ähnliche Techniken sind der Lichtdruck und die Heliogravüre.
Zur Gruppe der Quell-Relief-Verfahren gehören zum Beispiel die Pinatypie und die Erwinotypie.
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