Unter Rekombination versteht man die Vereinigung positiver und negativer Ladungsträger (Ionen, Elektronen) zu einem elektrisch neutralen Produkt (Atom, Molekül). Rekombination stellt den Umkehrprozess zur Ionisation dar.
Etwa 400.000 Jahre nach dem Urknall rekombinierten die freien Elektronen mit den Protonen und bildeten die ersten neutralen Atome. Aufgrund dieses Prozesses hatte die kosmische Hintergrundstrahlung keine Stoßpartner mehr und das Universum wurde transparent.
Bei der Rekombination wählt man oft einen einfachen Ansatz für die Rekombinationsrate, d.h. die Anzahl der Rekombinationen pro Zeit (und Volumen):
Hierbei sind n bzw. p die Konzentrationen der Ladungsträger, bzw. die Gleichgewichtskonzentrationen und bzw. die effektiven Lebensdauern der Ladungsträger.
Anschaulich steigt also die Rekombinatiosrate, wenn die Ladungsträgerkonzentration über der Gleichgewichtskonzentration liegt. Das Gegenteil von Rekombination nennt man für Halbleiter Generation.
Genauer betrachtet gibt es viele verschiedene Effekte die im Prozess der Rekombination eine Rolle spielen.
Photonen oder Phononen, deren Energie h*ν größer ist als die Energielücke Eg im Halbleiter, können ihre Energie an Valenzelektronen abgeben und damit im Halbleiter Elektronen-Loch-Paare erzeugen. Diese Ladungsträger (Elektronen und Löcher) gehen durch Strahlung und/oder Gitterschwingungen(Phononen) wieder in Richtung der Bandkante, da dort ihre Energie minimiert wird. Dieser Effekt begrenzt maßgeblich den Wirkungsgrad von Solarzellen, der bei Tandem-Solarzellen effektiv minimiert wird.
Eine Rekombination dieser Elektronen und Löcher kann entweder strahlend oder nichtstrahlend erfolgen. Rekombinieren sie strahlend, so nennt man diesen Effekt Lumineszenz. Entscheidend ist, dass für eine beobachtbare strahlende Rekombination ein direkter Halbleiter nötig ist, bei denen es keinen Impuls-Unterschied der Band-Minima gibt (siehe Bandlücke).
Es gibt drei bekannte Rekombinationsarten:
Direkte Rekombination Hier rekombiniert ein Elektron strahlend mit einem Loch. Das entstandene Photon besitzt die Energie E = h*ν, die mindestens so groß ist wie die Energie der Bandlücke. Als Formel für die direkte Rekombination wird zumeist die Ladungsträgerdichte mit einem materialabhängigen konstanten Rekombinationsfaktor Cdir angesetzt. Sie lautet damit, mit den Ladungsträgerdichten n, p und der intrinsischen Ladungsträgerdichte ni:
Shockley-Read-Hall(SRH)-Rekombination Bei diesem Rekombinationsmechanismus springt das Elektron zuerst auf ein Rekombinationsniveau, das sich etwa in der Mitte der Bandlücke befindet, und rekombiniert darauf mit einem weiteren Sprung mit einem Loch, unter Freiwerdung thermischer Energie in Form von Gitterschwingungen. Die Energieniveaus in der Bandlücke entstehen durch Defekte im Kristallgitter, wie beispielsweise Dotieratome. Da eine Rekombination über ein Bandniveau weniger Energie erfordert, ist diese zumeist wahrscheinlicher als die direkte Rekombination. Defektatome werden somit zu Rekombinationszentren, oder Fallen für freie Ladungsträger (engl. Trap). Bei der SRH-Rekombination handelt es sich also um eine nicht-strahlende Rekombination. Sie läßt sich mit den Ladungsträgerlebensdauern und ansetzen:
Auger-Rekombination Die Auger-Rekombination ist ebenfalls eine nicht-strahlende Rekombination. Ein Leitungsband-Elektron gibt zwar seine Energie durch den Sprung in ein Loch im Valenzband ab, diese Energie wird allerdings vollständig von einem anderen Leitungsband-Elektron aufgenommen. Dieses Elektron relaxiert anschließend wieder zum Leitungsband-Minimum. Es gibt also wieder seine Energie in Form von Gitterschwingungen ab, um seine Energie zu minimieren.
Als Oberflächenpassivierung werden technische Verfahren zur Absättigung der ungebundenen Oberflächenzustände bezeichnet. Bei Silizium wird dies meist durch ein thermisch aufgewachsenes Oxid erreicht (Siliziumdioxid). Eine Passivierung läßt sich auch mittels Siliziumnitrid über PECVD-Verfahren erreichen. Passivierungsschichten sind besonders für hocheffiziente Solarzellen von Interesse (Rückseitenpassivierung).
Ungesättigte Bindungen treten weiterhin an Korngrenzen bei polykristallinen Halbleitern auf. Eine Sättigung kann bei Silizium beispielsweise über Wasserstoff erfolgen, das man bei hohen Temperaturen in das Material eindiffundieren lässt.
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"Rekombination (Physik)".
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