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Muybridge race horse animated 184px.gif]] Reiten bezeichnet die Fortbewegungsart des Menschen auf dem Rücken eines Tieres. Gemeint ist hierbei meist das Reiten eines Pferdes, genau so gut kann es sich jedoch um jedes andere Tier handeln, das in der Lage ist, einen Menschen auf seinem Rücken zu tragen. Die Kontrolle über das gerittene Tier übt der Reiter meist über Zaumzeug und/ oder spezielle Reiterhilfen aus. Zusätzlich werden den Reittieren die unterschiedlichesten Arten von Sätteln aufgelegt, um dem Reiter einen möglichst komfortablen und sicheren Sitz zu geben.

Ursprünglich als schnelle Reisemöglichkeit eingesetzt, ist Reiten heute in Industriestaaten nur noch im Reitsport, der Freizeitgestaltung oder der sog. Hippotherapie gebräuchlich. Als Reittiere sind neben verschiedenen Pferderassen auch Esel, Maultier und Maulesel, Kamele (Dromedar, Trampeltier und Lama) sowie Elefanten gebräuchlich.

Frauen im Sattel


Das Reiten war für Frauen lange Zeit genauso selbstverständlich wie für Männer. Bis zur Neuzeit saßen sie auch genau wie diese im Sattel, nämlich im so genannten Spreizsitz oder Längssitz, weshalb sie zum Reiten auch Hosen trugen, wenn auch in Europa im Allgemeinen unter dem Rock. Dann entdeckten adlige Damen das Reiten als Freizeitvergnügen und ersannen den Damensitz, auch Quersitz genannt, bei dem die Reiterin seitlich auf dem Pferd sitzt, so dass das Tragen einer Hose nicht mehr unbedingt erforderlich war. Katharina de Medici führte im 16. Jahrhundert einen speziellen Damensattel mit einem zweiten Horn ein, über den die Reiterin ein Bein legte, um das Abrutschen zu verhindern. Obwohl diese Art des Reitens ganz sicher unbequemer und unsicherer war, wurde sie dann um 1800 zur einzig akzeptablen Reitposition für Damen erklärt; der Herrensitz galt nun als "unzüchtig" für das weibliche Geschlecht. Eine "anständige" Frau dürfte öffentlich weder ihre Beine zeigen noch sie grätschen.

Diese Entwicklung führte dazu, dass nun spezielle Reitkostüme für Damen nötig waren, wobei die häufigste Lösung ein langer geteilter Rock war, der zu- und aufgeknöpft werden konnte. Allenfalls sehr diskret konnten Frauen darunter leichte "Beinkleider" tragen. Der Damensitz und die ungeeignete Kleidung führte offenbar zu schweren Reitunfällen, so dass ein "Sicherheitsreitrock" auf den Markt kam, der verhindern sollte, dass der Rock beim Sturz am Sattel hängenblieb. Nach 1900 ritten die ersten Frauen dann wieder im Längssitz, was zu öffentlichen Diskussionen führte. Zu den Befürworterinnen des Herrensitzes gehörte die Frauenrechtlerin Anita Augspurg. In der Zeitschrift Die Woche erschien dagegen 1912 ein Artikel, in dem es hieß: "So berechtigt die Warnung vor dem Seitensitz ist, der im Fall eines Sturzes größere Gefahr birgt, indem der Fuß leicht in der Gabel und im Bügel hängenbleibt, zieht man doch diesen Sitz immer wieder dem Herrensitz vor. Die Linie im Seitensitz ist eine bei weitem elegantere (...).

Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde das "männliche Reiten" bei Frauen weitgehend akzeptiert. Zu dieser Zeit kam auch die Jodhpurhose auf.

Rechtliches (Deutschland)


Das untenstehende blaue Schild weist einen Sonderweg aus, auf dem Reiten erlaubt ist. Das Verbotsschild setzt sich aus dem Zeichen 250 und dem im StVO § 39 (4) aufgeführten SinnbildReiter“ zusammen. Bild:Zeichen 238.png|Reitweg (Zeichen 238) Bild:Zeichen 258.png|Reitverbot (Zeichen 250 + Sinnbild) Bild:Reitverbot Niederlande.jpg|Reitverbotsschild in den Niederlanden

Siehe auch


Pferdesport | Verkehrszeichen | Frauengeschichte

 

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