| Wappen | Karte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Sin_escudo.svg Wappen | Karte reinsdorf in sachsen.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Sachsen | bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Chemnitz | bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | Zwickauer Land | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 280 - 415 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 21,17 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 8.696 (31. Oktober 2005) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 411 Einwohner/km² | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 08141 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 0375 | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | Z | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 14 1 93 350 | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile: Friedrichsgrün, Reinsdorf und Vielau | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Gemeindeverwaltung: | Wiesenaue 41 08141 Reinsdorf | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | www.reinsdorf.de | bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | gemeinde@reinsdorf.de | ||
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Steffen Ludwig (parteilos) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Gemeinde befindet sich im Erzgebirgsvorland, östlich von Zwickau. Reinsdorf besteht aus den 3 Ortsteilen Reinsdorf, Vielau und Friedrichsgrün.
Der größte und mit ca. 4.500 Einwohnern bevölkerungsreichste Ortsteil ist Reinsdorf. Er liegt nördlich und gliedert sich wiederum in das landwirtschaftlich geprägte Oberdorf und das durch Bergbau beeinflusste Niederdorf sowie die im 19. Jahrhundert entstandene Wilhelmshöhe, eine Siedlung mit etwa 1.000 Einwohnern auf einer Anhöhe im Südwesten des Ortsteiles.
Auersberg (Erzgebirge).jpg von Reinsdorf aus gesehen]] Der Ortsteil Reinsdorf verläuft langgestreckt von West nach Ost im Tal des Dorfbaches. Im Westen öffnet sich das Tal zur Zwickauer Mulde. In östlicher und südlicher Richtung steigt das Profil sanft an, um im Süden wieder zum Tal des Vielauer Baches hin abzufallen. Nördlich erhebt sich die Endmoräne der Elstervereisung im Pleistozän auf 400 m über NN. Von hier aus sind bei guter Sicht die Gipfel des mittleren und westlichen Erzgebirges sowie des Vogtlandes zu erkennen. Der Blick reicht vom auf der tschechischen Seite des Erzgebirges gelegenen Keilberg bis nach Thüringen und ins Leipziger Land.
Das Landschaftsbild wird durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Im Westteil des Ortsteiles Reinsdorf sind die heute bewaldeten Halden des eingestellten Steinkohlebergbaues unübersehbar.
Die Ortsteile Vielau und Friedrichsgün schließen sich im Süden an. Vielau hat etwa 3.200 Einwohner und liegt im Tal des Vielauer Baches, der bei Wilkau-Haßlau in die Zwickauer Mulde mündet. An dieser Stelle befindet sich der "Bogenstein", ein steiler Fels am Muldenufer und Ausläufer des Erzgebirges. Das Landschaftsbild wird ebenfalls durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Im Westen bildet der Vielauer Wald die Grenze zu den benachbarten Städten Wilkau-Haßlau und Zwickau.
Friedrichsgrün liegt auf einer Anhöhe im Südosten der Gesamtgemeinde und schließt sich an den Ortsteil Vielau an. Hier leben etwa 1.000 Einwohner. Das Gebiet von Friedrichsgrün ist mit etwa 1 km² das kleinste der drei Ortsteile und entsprechend dicht besiedelt.
Angrenzende Gemeinden sind Mülsen und die Städte Wilkau-Haßlau und Wildenfels im Landkreis Zwickauer Land sowie die kreisfreie Stadt Zwickau.
Die ältesten Zeugen einer Siedlungstätigkeit im Tal des Reinsdorfer Baches sind Überreste einer frühdeutschen Wallanlage. Dieser so genannte "Wohl zu Reinsdorf" befindet sich am heutigen Pfarrhaus, war seinerzeit von einem Wassergraben umgeben und diente wahrscheinlich dem Schutze der Einwohner und deren Habe.
Der Name Reinsdorf geht zurück auf den Wildenfelser Lehnsträger Heinrich von Rybinsdorff. Er wird in alten Urkunden zwischen 1225 und 1260 mehrfach erwähnt. Historische Dokumente nennen 1254 als Gründungsjahr des Ortes Rybinsdorff. Im Laufe der Zeit wandelte sich dieser Name zum heutigen Reinsdorf. Als Siedler zogen Hessen, Franken und böhmische Landleute in die Wildnis, rodeten Wälder, schufen Ackerland, bauten Unterkünfte für sich und ihr Vieh und errichteten die 1345 urkundlich erwähnte erste Kirche, von der jedoch fast nichts mehr erhalten ist. Der Ort wurde als typisches Waldhufendorf angelegt. Prägend sind die wehrhaften Vierseithöfe, die im Oberdorf auch heute gut erhaltenen sind. Das Wappen zeigt einen Bienenkorb mit 43 Bienen. Diese symbolisieren die 43 Reinsdorfer Güter Wildenfelser Anteils, sollen aber auch auf Fleiß und Wohlstand der Reinsdorfer Bauern hinweisen. Röhrensteg Zwickau.jpg Die Reinsdorfer Besitzung der Grafschaft Wildenfels erstreckte sich über 1 ¼ Wegstunden (ca. 7 km) den Bach entlang, von der Höhe am Einsiedel (Gasthof) bis zu den Stadtgütern Zwickaus. Die Stadt an der Mulde wurde lange Zeit mit Trinkwasser aus dem Reinsdorfer Talgrund versorgt. Die hölzernen Röhren führten das Wasser über eine bis heute erhaltene Brücke, den "Röhrensteg", in die Stadt.
1525 zogen Reinsdorfer Bauern im Bauernkrieg zusammen mit anderen gegen das Hartensteiner Schloss, belagerten es, unterlagen aber einige Wochen später. 1529 hielt die Reformation Einzug. Unter dem Dreißigjährigen Krieg litt Reinsdorf schwer. Von 1632 an zogen Truppen verschiedener Heerführer immer wieder mordend, plündernd und brennend durch den Ort, so "dass man nicht mal mehr ein Vieh schreihen hörte".
Während der napoleonischen Befreiungskriege fand am 29. Mai 1813 auf Reinsdorf-Pöhlauer Flur ein Überfall des preußischen Rittmeisters Colomb auf ein überlegenes französisches Regiment statt. Mit 82 Mann nahm er einen ganzen französischen Artilleriepark mit 6 Offizieren, 116 Mann Reiterei, 80 Mann Infantrie und mehreren hundert Trossoldaten ein. Das einzige Opfer wurde auf dem Reinsdorfer Friedhof beigesetzt. Der „Colombstein“ an der B173 erinnert heute an dieses Ereignis.
Der Ort besaß über Jahrhunderte landwirtschaftlichen Charakter mit unverändert ca. 700 Einwohnern, deren Anzahl sich jedoch von 1810 bis 1900 auf 7.300 mehr als verzehnfachte. Wichtigste Ursache für diesen Zuwachs war der Aufschwung des Steinkohlebergbaus. Während im Oberdorf, östlich der Kirche, nach wie vor die Landwirtschaft dominierte, veränderte der Bergbau mit der folgenden Industrialisierung im westlichen Teil des Ortes Landschaft und Bevölkerungsstruktur. Durch die notwendige Schaffung von Wohnraum entstand der Ortsteil „Wilhelmshöhe“ und das Niederdorf wandelt sich zum Arbeiterwohngebiet.
Der Kohlenabbau, der seit dem 14. Jahrhundert in Zwickau und Umgebung betrieben wurde, begann auf Reinsdorfer Flur im Gebiet der Standesherrschaft Wildenfels um das Jahr 1540. Nach nur vereinzelten Grabungen und Schürfungen im 17. Jahrhundert wurde die Steinkohle im 18. Jahrhundert ein begehrter Brennstoff, da sich die Wälder erschöpften und die Holzpreise stiegen. Die mit Feuer arbeitende Industrie nutzte immer mehr die Steinkohle als Brennstoff. Den eigentlichen Wert der Steinkohle zu erkennen, blieb jedoch erst dem 19. Jahrhundert, dem Jahrhundert des Dampfes, vorbehalten. Anfang des 19. Jahrhunderts begannen verschiedene Gutsbesitzer in Reinsdorf wieder mit der Suche nach Steinkohle und teuften Schächte bis ca. 24 m Tiefe. Bekannt ist, dass um 1805 auf Reinsdorfer Flur mindestens 7 Schächte mit Teufen von 8 bis 24 m und unterschiedlichem Erfolg aufgefahren wurden. Ab 1820 wurden die "Kohlenbauern" in Reinsdorf immer erfolgreicher und ernsthafte Konkurrenten für die Besitzer der Kohlenschächte auf Oberhohndorfer und Zwickauer Flur. Die Reinsdorfer hielten sich nicht mehr an die im Land Sachsen geltende Kohlenordnung. Der Widerstand der Reinsdorfer Bauern führte am 21. November 1823 zu deren Aufhebung. Mit der Aufhebung der Kohlenordnung, der Einführung der Dampfkraft Ende der 20er Jahre und der Koksherstellung 1830 nahm der Bergbau eine lebhafte Entwicklung. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten für Tiefbauanlagen, die vielfach von einzelnen Grundbesitzern allein nicht mehr aufzubringen waren. Viele entschlossen sich zur Feldzusammenlegung und Beschaffung von Fremdkapital. Dies führt zur Gründung einer Vielzahl von Steinkohlenbau-Vereinen. Das für Reinsdorf wirtschaftlich und sozialpolitisch bedeutendste Unternehmen war das Steinkohlenwerk Morgenstern, das im Jahr 1867 als Familienunternehmen Sarfert & Wiede gegründet wurde. Sein 107,49 Hektar großes Grubenfeld erstreckte sich bei einer Breite von 500 Metern in 2,6 Kilometer Länge von Süd nach Nord quer über die ganze Reinsdorfer Flur von der Vielauer bis zur Pöhlauer Flurgrenze. Am 25. April 1889 wurde die bestehende Gesellschaftsform in eine Gewerkschaft umgewandelt. Teufen von mehr als 1.000 m wurden erreicht. Bis zur Einstellung des Steinkohlenbergbaus im Zwickau-Oelsnitzer Raum 1978 zählte man im Ort mehr als 30 Schachtanlagen. Der verbliebene Förderturm und weitere Anlagen des Schachtes II der Gewerkschaft Morgenstern sind heute ein Bergbau- und Heimatmuseum.
1870/71 nahmen Reinsdorfer Soldaten am Deutsch-Französischen Krieg teil, den 4 Toten wurde am Sedanstag 1895 am Pfarrgut ein Obelisk gewidmet. 1929 kam ein Denkmal für die über 200 Gefallenen des Ersten Weltkrieges hinzu und 1997 die Eintragung der über 400 Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.
1891 wurde die dritte, die St. Jacobus-Kirche geweiht. Vorbild war die St. Nicolaikirche in Aue. Die Reinsdorfer Kirche ist die höchste des früheren Landkreises Zwickau und spiegelt den damaligen Wohlstand der „Kohlenbauern“ im Ort wider.
1923 sollte Reinsdorf nach Zwickau eingemeindet werden. Dies scheiterte jedoch am energischen Widerstand der Bürger.
Am 17. April 1945 wurde Reinsdorf von amerikanischen Truppen besetzt, die im Juli von den Sowjets abgelöst wurden. Der Ort entwickelte sich in den folgenden Jahren des sozialistischen Aufbaus und beging 1954 seine 700-Jahr-Feier. Im gleichen Jahr verwüstete eine Hochwasserkatastrophe die Region.
Seit 1989 nimmt der Ort eine dynamische Entwicklung. Die gesamte Infrastruktur wurde modernisiert und ausgebaut, Wohn- und Gewerbegebiete entstanden und das Vereinsleben erlebte einen Aufschwung. Im Jahre 1999 wurde Reinsdorf per Gesetz mit den benachbarten Orten Vielau und Friedrichsgrün vereinigt.
Friedrichsgün wurde erst im Jahre 1755 gegründet. Der Ort war ursprünglich ein Weberdorf.
Der Name erinnert an Friedrich Graf zu Solms-Wildenfels, denn der Ort wurde auf dessen Land angelegt. Das Ortswappen zeigt den Solmsschen Löwen. Die Farbe Blau steht für die Grafschaft Solms-Wildenfels. Hammer und Schlegel weisen auf den früheren Bergbau.
Die 3 lutherischen Kirchgemeinden gehören zum Kirchenbezirk Zwickau der sächsischen Landeskirche. Die methodistische Erlöserkirche bildet zusammen mit Mülsen einen Pfarrbezirk innerhalb des Kirchenbezirks Zwickau der Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland.
1529 hielt die Reformation Einzug in Reinsdorf. Seit etwa 1590 ist eine Pfarramtskanzlei nachweisbar, die ältesten Kirchenbuchaufzeichnungen reichen bis ca. 1610 zurück, zahlreiche Kirchenbücher wurden im Dreißigjährigen Krieg vernichtet. Dieser setzte auch der Kirche arg zu. August 1633 wurde der Pfarrer Theodor Matthesius von kaiserlichen Soldaten erschossen, der Diakon Johannes Francke starb am Ende dieses Jahres. Von 1638 bis 1641 fand wegen der Kriegswirren keine einzige Trauung statt, in einer Chronik ist zu lesen: „war lauter Krieg… nicht mehr ein Vieh habe man an diesen Ort schreien hören.“
Auch durch den Krieg war die erste Kirche baufällig geworden. 1691 begann man sie abzutragen, am 19. Juli 1693 wurde die zweite, eine Saalkirche, die ihren Turm im Osten hatte eingeweiht. Der Altar befand sich wohl am oder im Turm und war mit einfachen Gemälden versehen, über ihn die Orgel und eine gebogene Sängerbühne. Das Kirchenschiff versah man mit einer hölzernen Felderdecke, an den Emporenbrüstungen befanden sich Darstellungen vom Leben Jesu zwischen Geburt und Himmelfahrt. Dazwischen standen die Figuren vom Altar der ersten Kirche. 1780 wurde ein Taufstein aus Wildenfelser Marmor installiert. Am 28. Juni 1783 schlug innerhalb von 5 Minuten ein Blitz in die Kirche ein und beschädigte die Orgel sehr.
Ende des 19. Jahrhunderts war auch diese Kirche baufällig und zudem für die durch die Industrialisierung gewachsene Bevölkerung zu klein. Für den Neubau wurde der in Zwickau lebende Baurat Dr. Otto Mothes beauftragt, durchgeführt wurden die Arbeiten durch den Reinsdorfer Baumeister Wilhelm Junghans, die Zimmerarbeiten führten der Reinsdorfer Bauunternehmer Erich Haupt und der Zwickauer Lieske durch. Die zweite Kirche wurde Schritt für Schritt abgetragen, so dass während des Baus in ihr noch Gottesdienste gefeiert wurden, zuletzt am 21. Juni 1891. Am 26. Oktober 1891 wurde die neue Kirche geweiht.
Die dritte Reinsdorfer Kirche wurde im neugotischen Stil als Ziegelrohbau mit Agaer Verblendsteinen in roter Farbe erbaut, das Kirchenschiff ist kreuzförmig. Der Turm der vorhergehenden Kirche blieb erhalten, wurde erhöht und mit Strebefeilern versehen. Obenauf wurde ein vergoldeter Engel gesetzt. Bedauerlicherweise stürzte bei den Turmbauarbeiten ein Dachdecker ab. Emporen und Gewölbe werden von gusseisernen Säulen getragen, die in der Cainsdorfer Marienhütte hergestellt wurden. Südlich des Chorraumes befindet sich die Sakristei, nördlich die Taufkapelle. Über dem Sandsteinaltar befindet sich ein hölzerner Aufbau mit fünf lebensgroßen Figuren aus einer Münchener Holzbildhauerkunstanstalt: Links und rechts zwei Evangelisten, in der Mitte Christus als Weltenkönig. An der Kanzel sind Petrus (mit dem Schlüssel), Paulus (mit dem Schwert), Martin Luther und Philipp Melanchthon dargestellt. Ursprünglich stand eine Orgel von E. Müller aus Werdau in der Kirche, 1910 wurde sie von der Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden umgebaut und hat nun zwei Manuale, ein Pedal, 18 Register und viele Nebenstimmen. Das Gestühl aus Eiche hat 950 Sitzplätze.
Die Kirchenfenster über den Emporen wurden 1907 – 1909 von der Firma Türke und Co aus Zittau bemalt, 1933/34 das Turmdach mit Kupfer bedeckt. 1956 wurden neue Glocken geweiht, 1965/66 fand eine Kirchenrenovierung statt. Unter Leitung des Bärenwalder Malermeisters Siegfried Tröger wurde 1974 – 1976 der innere Raum renoviert. Seit der Wende fanden und finden immer noch aufwändige Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten statt.
Das heutige Pfarrgut war ursprünglich ein vierseitiger Wirtschaftshof für die Versorgung des Pfarrers, in den 1930er wurde 3 Seiten abgebrochen. Seither wird das Gebäude für Gemeindeaktivitäten genutzt. 1997 wurde es zusammen mit dem vorliegenden Platz umfassend saniert, im oberen Teil des Hauses befinden sich Wohnungen, die von der Kirchgemeinde vermietet werden. Westlich davon steht das 1892 villenartig errichtete Pfarramt mit Kanzlei und Pfarrwohnung. Der Friedhof erstreckt sich nördlich der Kirche, daran schließt sich der Pfarrwald, die „Klinge“ an.
Die Kirchgemeinde besteht aus etwa 1100 Mitgliedern. Es existieren verschiedene Gemeindekreise, darunter der 1888 gegründete Kirchenchor, der auch schon an verschiedenen CD-Produktionen mitgewirkt hat. Andere sind der Junge-Erwachsenen-Kreis Hoffnungsfunke, Gymnastikabende für ältere und jüngere Frauen, ein Posaunenchor, Flötenkreis, Seniorenkreis Frauen und Mütterdienst Männerwerk Gesprächskreis, Junge Gemeinde, Konfirmandenuntericht, Christenlehre, Vorschulkreis und ein Mutter-Kind-Kreis. Meistens findet neben den sonntäglichen Gottesdienst auch ein Kindergottesdienst statt und trifft sich die Landeskirchliche Gemeinschaft.
Entwicklung der Einwohnerzahl (Stichtag 31. Dezember):
In den 1990er Jahren gab es im Zuge der Gemeindegebietsreform im Freistaat Sachsen Bestrebungen, Reinsdorf nach Zwickau einzugemeinden. Dieser Plan scheiterte letztendlich und es kam 1999 zum Zusammenschluss der Orte Friedrichsgrün, Reinsdorf und Vielau zur Einheitsgemeinde Reinsdorf. Bürgermeister ist seit 1999 Steffen Ludwig.
Der Gemeinderat wurde zur Kommunalwahl am 13. Juni 2004 zu letzt gewählt und besteht aus 18 Mitgliedern. Die Sitzverteilung ist wie folgt:
City Council Vote Reinsdorf 2004.png
Außerdem existiert für den Ortsteil Friedrichsgrün ein Ortschaftsrat. Er hat 9 Mitglieder, die sich wie folgt verteilen:
Daneben bestehen Schulpartnerschaften mit
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts treffen sich Gleichgesinnte, um nach Feierabend ihren Interessen nachzugehen. Den Anfang machte 1839 der Reinsdorfer Leseverein mit einer eigenen Bibliothek. Heute sind in Reinsdorf 37 Vereine ansässig. Um die Arbeit der Vereine zu unterstützen, wurde das ehemalige Schulgebäude III zum Vereinshaus umgebaut. Jeder der drei Ortsteile verfügt über eine freiwillige Feuerwehr. Im Ort gibt es mehrere Sport- und Hartplätze, einen Allwettersportplatz, einen Tennisplatz und Sporthallen.
Das gut ausgebaute Wegenetz lädt zum Wandern und Radfahren ein. Der historische Fahrweg des Ortsteiles Reinsdorf, die „Wiesenaue“, ist auf der gesamten Länge von etwa 8 km als Radweg ausgebaut und verbindet vor allem die Bauerngehöfte im Ort, aber auch kommunale und Infrastruktureinrichtungen wie Schulen, Rathaus, Bibliothek, Seniorenheim, Behindertenwohnheim und –werkstatt, Kirche, die Wohngebiete und führt zum Mühlrad am Klingenbach. Im Oberdorf des Ortsteiles Reinsdorf befindet sich ein Reiterhof. Daneben laden der Friedrichsgrüner Park, die Vielauer Brauerei und das Heimat- und Bergbaumuseum in Reinsdorf zum Besuch ein.
Reinsdorf liegt an der Ausfahrt Zwickau-Ost der A 72 (Chemnitz – Hof). Durch den Ort führen die Staatsstraßen 283 (Zwickau in Richtung Hartenstein mit Anschluss an die A 72) sowie die S 277 (Vielau zur B 93 in Wilkau-Haßlau). Ein weiterer Autobahnzubringer von der B 173 ist geplant. Von hier aus kann die B 93 mit Anschluss an die A 4 (Dresden – Erfurt) direkt erreicht werden. Die Linie 135 der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (im Verkehrsverbund Mittelsachsen) führt von Zwickau über Reinsdorf, Friedrichsgrün und Vielau nach Wilkau-Haßlau.
Nach 1990 wurden in Reinsdorf und Friedrichsgrün Gewerbegebiete ausgewiesen. Daneben existieren neu erschlossene Wohngebiete in allen drei Ortsteilen. In Reinsdorf ist nahezu flächendeckend Versorgung mit Erdgas, Breitband und DSL möglich. Der Ort ist an eine zentrale Abwasserbehandlung angeschlossen. Innerörtliche Straßen und Wegeverbindungen befinden sich in gutem bis sehr gutem Ausbauzustand.
In der Ortsmitte des Ortsteiles Reinsdorf befindet sich ein 2004 erbautes Seniorenheim. Daneben existiert ein Wohnheim für Behinderte und eine Werkstatt für Behinderte des Lebenshilfe Sachsen e.V. Die Ortsteile verfügen über kommunale Bibliotheken, niedergelassene Ärzte und Zahnärzte und Verkaufsstellen für Waren des täglichen Bedarfs.
Reinsdorf ist Standort einer Mittelschule. Die ehemals selbständigen Grundschulen der drei Ortsteile werden gegenwärtig am Standort Vielau vereinigt. Daneben existiert eine private Berufsfachschule für Wirtschaft und Sozialwesen, die jedoch im Schuljahr 2005/2006 nach Wildenfels umziehen wird.
Ferdinand Schumann, ein Enkel des in Zwickau geborenen Komponisten Robert Schumann, ließ sich in Reinsdorf nieder und führte die hiesige Apotheke. Er ist in Reinsdorf bestattet.
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"Reinsdorf (Sachsen)".
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