Reinhold Schneider (* 13. Mai 1903 in Baden-Baden, † 6. April 1958 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Schriftsteller.
Von 1912-1921 besuchte Reinhold Schneider das heutige Markgraf-Ludwig-Gymnasium. Während dieser Zeit zerfiel das Deutsche Kaiserreich und wütete der Erste Weltkrieg, was nicht nur Auswirkungen auf das ganze Land hatte, sondern auch speziell die Familie Reinhold Schneiders traf. Das Hotel Messmer sah sich unüberwindlichen finanziellen Schwierigkeiten gegenüber und musste seine Pforten schließen. Kurz nach Reinhold Schneiders 19. Geburtstag erschoss sich sein Vater. Reinhold Schneider versuchte ebenfalls, jedoch erfolglos, seinem Leben ein Ende zu setzen.
1938 ließ er sich in Freiburg im Breisgau nieder. Hier war er Mitglied des "Freiburger Kreises" um den Publizisten Karl Färber. In jenem Jahr erschien seine kritische Szenenfolge "Las Casas vor Karl V", in welcher Unterdrückung, Rassenwahn und falsch verstandene Religiosität angeprangert wurden. Letztendlich wurden Reinhold Schneiders Werke verboten — so wie die vieler anderer Autoren der "Inneren Emigration". Im Zweiten Weltkrieg wurden vor allem seine Sonette gegen Größenwahn und Krieg heimlich von Hand zu Hand gereicht, die ebenso wie seine anderen Schriften im Alsatia-Verlag im elsässischen Kolmar erschienen. Die Anklage wegen Hochverrats vom April 1945 kam wegen des Zerfalls des Deutschen Reiches nicht mehr zur Verhandlung.
Diese Einstellung und seine zahlreichen Friedensaufsätze, die teilweise in marxistischen Zeitschriften erschienen, hatten auf der einen Seite die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahre 1956 zur Folge, auf der anderen Seite jedoch auch die vollkommene berufliche Isolierung. Seine Arbeit für Zeitungen und Radiosender war nicht mehr gefragt. Nur wenige seiner Mitstreiter aus den Zeiten der "Inneren Emigration" blieben mit ihm in Kontakt, so vor allem Werner Bergengruen, mit dem ihn bis zuletzt eine tiefe Freundschaft verband.
Als 1957 das Hotel Messmer abgerissen wurde, setzte Reinhold Schneider in der autobiographischen Skizze "Der Balkon" dem Haus und der Kurstadt Baden-Baden ein Denkmal.
Am 6. April 1958 starb Reinhold Schneider an den Folgen eines Unfalls in Freiburg. Er wurde im Familiengrab in Baden-Baden zur letzten Ruhe gebettet.
Mann | Deutscher | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Lyrik | Roman, Epik | Geboren 1903 | Gestorben 1958 | Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
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