Reinach (BL) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.
Die von ihrer Einwohnerzahl her eine Stadt darstellende grösste Gemeinde des Kantons Basel-Landschaft liegt auf 303 m ü.M.
Die erste schriftliche Überlieferung in welcher Reinach als Rinacho erwähnt wird stammt aus der Regierungszeit von Ludwig Garewart, welcher 1164 - 1176 Bischof von Basel war. Im Jahr 1194 war vermerkt, dass Reinach zum Kloster Beinwil gehörte.
Beim grossen Basler Erdbeben im Jahr 1356 wurde ein Grossteil des Dorfes zerstört. 1373 geriet das Bistum Basel in Schulden und Reinach wurde an die Herren Hannemann und Ulrich von Ramstein verpfändet. Erdbebenkreuz.JPG Als 1501 Basel der Eidgenossenschaft beitrat, blieb Reinach ein Teil des Bistum Basel. Die Reinacher mussten bis 1511 nach Pfeffingen zur Kirche gehen und erhielten erst dann ihre eigene Pfarrei mit Dorfkirche. Ab 1525 war Reinach reformiert, kehrte aber 1595, unter dem Basler Bischof Christoph Blarer von Wartensee, wieder zum alten Glauben zurück.
Reinach wurde zum wirtschaftlichen Zentrum, zum Sitz der Amtsschaffnerei und besass das Frucht- und Salzmagazin der beiden Vogteien Birseck und Pfeffingen.
In Folge der Französischen Revolution floh 1792 der Bischof von Basel und das Birseck wurde von französischen Truppen besetzt. Unter französischer Herrschaft wurde Reinach dann für kurze Zeit Kantonshauptort des Département du Mont Terrible. Im Jahr 1800 wurde die Zahl der Départemente reduziert und das Dorf wurde nun von der Hauptstadt Colmar aus regiert. Erst mit dem Wiener Kongress von 1815, der das Birseck dem Kanton Basel und der Eidgenossenschaft zusprach, wurde sein Schicksal enger mit jenem der Schweiz verknüpft.
Während der Basler Kantonsteilung, der Auseinandersetzung zwischen der Stadt und der Landschaft, verhielten sich die Reinacher stadttreu, wurden dann aber 1833, mit dem übrigen Birseck, Teil des neuen Kantons Basel-Landschaft.
Mit seinen etwas mehr als 1200 Einwohnern war Reinach auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein reines Bauerndorf. Der grosse Rebberg, der heute beinahe vollständig überbaut ist, gehörte zum Ortsbild.
Noch bis in die 1930er Jahre bot sich das heutige zentrale Schulgelände der Gemeinde mit dem Bachmatten-, dem Lochacker- und dem Weiermattschulhaus als weite offene Flur dar. Es war - wie der Name andeutet - sumpfig und teilweise sogar mit Schilf bestanden, so dass sich auch Störche wohl fühlten.
Den Beginn der stürmischen Reinacher Bevölkerungsentwicklung brachte eigentlich das Jahr 1907, das der abseits der damaligen Jurabahn liegenden Gemeinde mit der Eröffnung der Trambahn Basel-Aesch erstmals Schienenanschluss an die nahegelegene Rheinstadt verschaffte. Reinachs Einwohnern boten sich jetzt einerseits die grossen Vorteile der näher gerückten Stadt mit ihren vielfältigen Erwerbsmöglichkeiten und dem reichen kulturellen Angebot, andererseits lockten aber auch ländliche Wohnruhe und grosse Baulandreserven immer mehr Neuzuzüger ins Birsecker Dorf. Mit der Motorisierung beschleunigte sich der Wandel vom Bauerndorf zur Pendler- und Agglomerationsortschaft noch mehr, so hatte 1950 das Dorf 3'475 Einwohner und in den folgegenden drei Jahrzehnten verfünffachte sich die Bevölkerung bis auf über 18'000.
Im Abstand von vier Jahren führen die Reinacher Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe die AGIR (Ausstellung des Gewerbes und der Industrie Reinach) durch. Initiiert wurde diese KMU-Messe 1980 von Willi Baader (damaliger Präsident des Gewerbe- und Industrievereines Reinach) und Willy Goettin. 1982 wurde sie mit 70 Firmen zum ersten mal durchgeführt. 2002 waren 130 Unternehmen vertreten. Die nächste AGIR findet 2006 statt.
In Ost-Westlicher Richtung durchquert die Buslinie 64 die Stadt und verbindet sie mit dem Bahnhof Dornach-Arlesheim an der S-Bahnlinie 3 und andererseits mit Therwil/Biel-Benken.
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