Der Begriff Reichsparteitag wird heute allgemein auf die Reichsparteitage der NSDAP bezogen, die von 1923 bis 1938 in Deutschland stattfanden und besonders ab 1933, in der Zeit des Nationalsozialismus, große Propagandaveranstaltungen der Staatsführung um Adolf Hitler bildeten.
Jeder Parteitag wurde unter einen programmatischen Titel gestellt, der sich auf bestimmte Ereignisse bezog.
Wichtiger Bestandteil der Reichsparteitage waren auch zahlreiche Aufmärsche und Paraden aller Organisationen des NSDAP-Staates (Wehrmacht, SA, SS, Hitler-Jugend, u.a.) und die Verkündung von wichtigen Eckpunkten der nationalsozialistischen Ideologie. So wurden während des Reichsparteitages 1935 die Nürnberger Rassengesetze zum Schutz des deutschen Blutes verkündet. Aber die Machtdemonstration der NSDAP-Verbände sollte sich nicht nur auf das Reichsparteitagsgelände abseits der Innenstadt beschränken. Die Vorbeimärsche der verschiedenen Formationen vor dem "Führer" auf dem im Herzen der Altstadt gelegenen Hauptmarkt - seit April 1933: Adolf-Hitler-Platz - verbanden das Parteitagsgeschehen eng mit Stadt. Zahlreiche, nicht selten begeisterte Zuschauer säumten die Strecke der Marschierenden quer durch die Innenstadt. Auf dem Paradeplatz selbst wurden eigens Holztribünen aufgebaut. Die langen Züge der Massen durch die fahnengeschmückte historische Kulisse Nürnbergs stellten die gewünschte Verbindung her zwischen der ehemaligen "Stadt der Reichstage" und der "Stadt der Reichsparteitage". Die Partei ohne lange Geschichte bemächtigte sich der Vergangenheit des traditionsreichen Gemeinwesens.
Zwischen 1935 und 1938 gehörte auch eine Festaufführung von Richard Wagners Meistersingern am Abend des Eröffnungstages mit zum Programm. Hitler war ein großer Freund Richard Wagners und die Oper galt als Ausdruck der heroisch-deutschen Weltanschauung.
Hauptartikel Reichsparteitagsgelände
Reichsparteitag_1935.jpg Mit dem Ausbau des Parteitagsgeländes 1935 erhielt Nürnberg den Beinamen Stadt der Reichsparteitage, mit dem auch symbolhaft der Machtanspruch der Partei dargestellt werden sollte. Das Gesamtkonzept für das 11 km2 große Reichsparteitagsgelände entwickelte Albert Speer von 1934-1936 und ab 1935 wurde unter großem Zeitdruck begonnen, die Pläne zu verwirklichen, aber das Gelände wurde niemals ganz fertiggestellt. Mit der Luitpoldarena entstand der damals größte Aufmarschplatz der Welt für die SA und SS für 150.000 Teilnehmer, die Kongresshalle für 50.000 Besucher (nicht ganz fertig gestellt), die seit 2001 das Dokumentationszentrum der Stadt Nürnberg beherbergt, das Zeppelinfeld - für 250.000 Teilnehmer und 70.000 Zuschauer gedacht - sowie eine große Fläche als Teilnehmerlager wurden fertiggestellt. Das Märzfeld mit Tribünen für 50.000 Zuschauer wurde nur zur Hälfte fertiggestellt. Das Deutsche Stadion für 400.000 Zuschauer geplant als größtes Sportstadium der Welt verblieb im Planungsstadium, lediglich der Aushub wurde fertig gestellt. Der heutige Silbersee und Silberbuck liegen auf dem Gelände. Die Luitpoldarena wurde nach dem Krieg wieder abgerissen, die restlichen Flächen dienen auch heute noch für Veranstaltungen.
Die Anlage sollten nach Innen und nach Außen den Machtanspruch des Regimes demonstrieren. Die Bauten sollten den Besuchern das Gefühl geben, an etwas sehr Großem teilzuhaben, aber gleichzeitig klein und unbedeutend zu sein. Sie unterstützten den Führermythos und sollten durch das Gemeinschaftsgefühl die Volksgemeinschaft stärken. Mit dem nächtlichen Einsatz von Flakscheinwerfern als Lichtdom (Erläuterungen mit zahlreichen Abbildungen - PDF-Format) sollte die sakrale Atmosphäre der Veranstaltungen unterstrichen werden. Albert Speer war auch größtenteils für die Choreographie und den Lichtdom verantwortlich.
Das Reichsparteitagsgelände stellt die zu Stein gewordene Ideologie der Nationalsozialisten dar.
Die Propagandaveranstaltung von 1934 wurde von ihr mit 16 Kamerateams und über 100 Mitarbeitern zum Film Triumph des Willens verarbeitet. Für die wirkungs- und kraftvollen Bilder erhielt sie den Deutschen Filmpreis und die Goldmedaille in Venedig. Nach dem Krieg wurde die Aufführung des Films wegen Verherrlichung des Nazi-Regimes in Deutschland verboten.
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