Uniform von H Goering.jpg, ausgestellt im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr.]]
Reichsmarschall war ein Dienstgrad im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und im Dritten Reich. Fälschlicherweise werden auch die von Napoleon zu Marschällen des Kaiserreiches (Maréchaux d'Empire) ernannten Marschälle von Frankreich oder Großmarschälle seines Palastes als Reichsmarschälle bezeichnet. In Schweden werden auch heute Reichsmarschalle ernannt.
Nach dem Mittelalter geriet der Rang in Vergessenheit.
Die Achselstücke unterschieden sich von denen der Generalfeldmarschälle mit gekreuzten Marschallstäben durch einen Reichsadler der einen Kranz mit den Marschallstäben in den Fängen hielt. Auch erhielt Göring einen besonders wertvollen Marschallstab, der aus Elfenbein gearbeitet war.
Der Rang Reichsmarschall war allerdings eher formaler als tatsächlich struktureller Natur, er machte formal allein Göring vor allen anderen Marschällen zur Nummer Zwei der Wehrmacht hinter Adolf Hitler als Oberbefehlshaber, verlor allerdings seinen Sinn mit den Niederlagen und dem Machtverlust Görings schon lange vor 1945.
In Schweden hat sich die Bedeutung des Reichsmarschalles (Riksmarskalk oder Riksmarsk) im Laufe der Zeit geändert. Im Mittelalter war der Reichsmarschall der Chef der schwedischen Kavallerie. Später wurde der Reichsmarschall davon losgelöst als militärischer Titel vergeben. 1680 änderte man den Titel in Överstemarskalk (Oberstmarschall), aber wechselte 1722 wieder zurück zu Reichsmarschall. Heutzutage ist der Reichsmarschall hingegen der Chef des schwedischen Hofstaates. Als solcher nimmt er an der festlichen Eröffnung eines neuen Reichstages teil. Bis 1982 hatte der Reichsmarschall das Recht als Exzellenz angeredet zu werden.
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