Reichsbanner_chapter_Stockheim.png | Blitzbanner.png der seit 1931 verwendeten Blitzbanner]] Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund deutscher Kriegsteilnehmer und Republikaner (Reichsbanner) war ein überparteiliches Bündnis in der Weimarer Zeit zum Schutz der Republik gegen ihre Feinde an den politischen Rändern.
An der Spitze der politischen Organisation stand der Bundesvorstand mit dem 1. und 2. Vorsitzenden, drei Stellvertretern, Bundeschatzmeister, Bundeskassierer, Schriftführer, Technischer Leiter, Bundesjugendleiter, den jeweiligen Vertretern und 15 Beisitzern. Der erste Bundesvorsitzende war bis zum 3. Juni 1932 Otto Hörsing. Sein Stellvertreter und späterer Nachfolger war Karl Höltermann. Unter der Bundesebene war das Reichsgebiet in Gaue, Kreise, Bezirke und schließlich Ortsvereine eingeteilt. Die Vorstände aller Organisationsebenen sollten satzungsgemäß aus Mitgliedern aller republikanischen Parteien zusammengesetzt sein.
Parellel dazu bestand die nach militärischem Vorbild strukturierte technische Organisation. Kleinste Einheit war die Gruppe mit einem Gruppenführer und 8 Mann. 2-5 Gruppen bildeten einen Zug, 2-3 Züge bildeten eine Kameradschaft, was einer Kompanie des Heeres entsprach, 2-5 Kameradschaften eine Abteilung und 2-5 Abteilungen einen Bezirk. Mindestens zwei Bezirke bildeten einen Kreis. Auf Gau- und Bundesebene überschnitten sich technische und politische Ebene. Der Bundesvorsitzende war gleichzeitig auch Bundesführer, entsprechend auch die 32 Gauvorsitzenden Gauführer. Das Führungspersonal der technischen Ebene war durch Rangabzeichen zu erkennen. Der Bundesführer trug z. B. auf dem linken Unterarm den Bundesadler (schwarz auf rotem Feld, mit goldener kreisrunder Einfassung) und zwei darüber liegenden schwarzrotgoldenen Streifen. Dem Reichsbanner gehörten 1932 nach eigenen Angaben über drei Millionen Mitglieder an.
Am 16. Dezember 1931 bildete das Reichsbanner mit der Arbeiter-Turn- und Sportbewegung (ATSB), dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) sowie der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands die Eiserne Front. Dem Reichsbanner fiel hier die wehrtechnische Leitung zu, die angesichts immer schärfer werdender Gewalttaten durch Angehörige der SA und des Roten Frontkämpferbundes (RFB) immer wichtiger wurde.
Die letzte Bundesgeneralversammlung des Reichsbanners tagte am 17./18. Februar 1933 in Berlin, im März werden Reichsbanner und Eiserne Front im gesamten Reich verboten. Die Mitglieder von Reichsbanner und Eiserner Front wurden von diesem Zeitpunkt an systematisch verfolgt, in Konzentrationslager deportiert und zum Teil ermordet.
In die Illegalität gedrängte Reichsbanner-Gruppen, darunter vor allem die Angehörigen der Schufos, stellten einen wichtigen Bestandteil des sozialdemokratischen Widerstandes gegen das NS-Regimes dar. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Gruppen um Theodor Haubach und Karl Heinrich in Berlin und um Walter Schmedemann in Hamburg sowie die Sozialistische Front in Hannover.
Das Reichsbanner wurde 1953 als "Bund aktiver Demokraten e.V." wiedergegründet, konnte aber nie an die Mobilisierungserfolge aus der Weimarer Republik anknüpfen. Der Verein hat heute etwa 1.000 Mitglieder und seinen organisatorischen Schwerpunkt im Raum Frankfurt am Main. Der Schwerpunkt der Arbeit des heutigen Reichsbanners liegt im Bereich der politischen Bildung. Neben der Wanderausstellung "Für eine starke Republik!" gibt der Verein seit fünfzig Jahren eine vierteljährlich erscheinende Zeitung heraus.
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