Reichenau ist eine
Gemeinde im
Bezirk Feldkirchen in
Kärnten.
Geografie
Ebene Reichenau.jpg
Geografische Lage
Die Gemeinde liegt in 1.010 bis 2.334 Metern Seehöhe in den
Gurktaler Alpen. Sie deckt sich im Wesentlichen mit dem Einzugsgebiet der obersten
Gurk und hat im Norden Anteil an der als Skigebiet bekannten
Turracher Höhe und dem
Turracher See, welche sich Reichenau mit der benachbarten steirischen Gemeinde
Predlitz-Turrach teilt.
Gemeindegliederung
Reichenau ist in fünf
Katastralgemeinden (Ebene Reichenau, Sankt Lorenzen, Sankt Margarethen, Wiedweg und Winkl) gegliedert, die insgesamt folgende 21 Ortschaften umfassen (in Klammern Wohnbevölkerung Stand 2001):
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bgcolor="#CCCCCC"
|
! align="center" |
KG Ebene Reichenau || align="center" |
KG Sankt Lorenzen || align="center" |
KG Sankt Margarethen || align="center" |
KG Wiedweg || align="center" |
KG Winkl
bgcolor="#FFFFFF"
| Ebene Reichenau (430) | Sankt Lorenzen (30) | Lassen (24) | Falkertsee (17) | Saureggen (28)
| bgcolor="#FFFFFF"
| Hinterkoflach (99) | | Mitterdorf (117) | Plaß (40) | Turracherhöhe (57)
| bgcolor="#FFFFFF"
| Lorenzenberg (52) | | Patergassen (239) | Rottenstein (52) | Winkl (122)
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| Schuß (74) | | Sankt Margarethen (100) | Seebach (39) |
| bgcolor="#FFFFFF"
| Waidach (14) | | Wiederschwing (59) | Vorderkoflach (75) |
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| | | | Vorwald (258) |
| bgcolor="#FFFFFF"
| | | | Wiedweg (103) |
|
Nachbargemeinden
Geschichte
Die
Gurktaler Alpen waren bis zur
Bronzezeit unbesiedelt. In Ebene Reichenau deutet eine alte Eisengrube auf eine Ansiedlung in keltisch-römischer Zeit hin und der Flussname von
Gurk erinnert an vorrömische Besiedlung. Zur Zeit des
Noricums war das Gurktal teilweise von römischen Kolonialisten bewohnt, darauf, dass sie auch im Gebiet der heutigen Gemeinde Reichenau siedelten, gibt es allerdings keine Hinweise. Gegen Ende der Völkerwanderungen im ausgehenden 6. Jahrhundert zogen sich die Keltoromanen, bedrängt von slawischen Siedlern, auch in abgelegenere Täler zurück. Auf erste slawische Orte deutet die Endung „itz“ im Ortsnamen hin, so etwa die nahe Reichenau gelegenen Sirnitz und Flattnitz. Das Obere Gurktal war aber noch im 9. Jahrhundert, als entlang der Gurk bereits Orte wie
Gurk und Orte um
Straßburg genannt wurden, fast unbewohnt.
Um das Jahr 1000 kamen baierische Siedler nach Kärnten, durch Schenkungen gelangten große Teile in Kirchenbesitz und in die Hand von Klöstern. Der Besitz des Stifts Millstatt reichte bis ins Obere Gurktal. Hier wurden im 10., 11. und 12. Jahrhundert erste Waldrodungen durchgeführt, es entstanden die ersten geschlossenen Ansiedlungen, darunter Gnesau (1160 erstmals erwähnt).
Reichenau wurde erst 1332 erstmals urkundlich erwähnt, der Name deutet auf eine Erschließung des Gebiets durch Brandrodung („Räuchn“) hin. Für die Zeit davor sind verschiedene Besiedlungen nachweisbar; bis 1300 lässt sich eine Rodungstätigkeit bis zur Ortschaft Vorwald feststellen, deren Name daher rührt. Die Besiedelung des Talbodens der sogenannten Ebene um die Ortschaft Reichenau erfolgte erst nach 1300.
Reichenau st lorenzen pfarrkirche.jpg
Die Pfarre Sankt Lorenzen (die höchstgelegene Pfarre Kärntens auf einer Seehöhe von 1460 m, mit Wehrkirche im Ort und, etwas abgelegen, romanische Wallfahrtskirche St. Anna) wurde 1633 selbstständig. Zur Bildung der Steuergemeinden Winkl-Reichenau, Ebene Reichenau, St. Margarethen und Wiedweg kam es erst im Jahr 1829. Diese wurden 1849 zunächst dem Bezirk Feldkirchen angegliedert, 1850 bildete sich die Gemeinde Reichenau.
Die evangelische Kirche in Wiedweg wurde 1845 als Toleranzbethaus errichtet.
Im Jahr 1928 wurde ein Autobusverkehr auf die Turracher Höhe eingerichtet. Seit dieser Zeit entwickelte sich in Reichenau der moderne Fremdenverkehr.
Bevölkerung
Laut Volkszählung 2001 hat Reichenau 2.029 Einwohner, davon besitzen 97,0 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 79,9 % der Bevölkerung bekennen sich zur
römisch-katholischen, 15,8 % zur
evangelischen Kirche und 3,6 % sind ohne religiöses Bekenntnis.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Das obere Gurktal wird von der auch als
Turracher Straße bezeichneten ehemaligen Bundesstraße B95 in Nord-Süd-Richtung durchzogen, die das
Murtal im Norden mit dem
Klagenfurter Becken verbindet. Zwischen Patergassen und Wiedweg zweigt die
Kleinkirchheimer Straße (B 88) als Verbindung über Kleinkirchheim nach Radenthein verläuft, in westlicher Richtung von ihr ab. Von Ebene Reichenau führt die L65 über
Sirnitz in das mittlere Gurktal (
B 93), von dem das obere Gurktal durch die
Enge Gurk, eine nicht für den Straßenverkehr ausgebaute
Klamm, getrennt ist. In Winkl zweigt die
Nockalmstraße ab, die in die
Innerkrems und über die L19 ins
Katschtal führt.
Ansässige Unternehmen
Durch die Schigebiete Turracherhöhe und Falkert im Gemeindegebiet sowie die Nähe zu jenen in Kleinkirchheim und Hochrindl spielt der Winterfremdenverkehr eine gewisse Rolle, durch die Lage in den
Nockbergen am östlichen Rand des
Nationalparks Nockberge, dessen Verwaltung in der Ortschaft Ebene Reichenau ihren Sitz hat, auch der Sommerverkehr. Daneben gibt es keine bedeutenden Gewerbebetriebe.
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus 18 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2003 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:
Weblinks
Ort in Kärnten | Nockberge
Reichenau (Karinthië)