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Regionalbusse oder Regiobusse verbinden im ÖPNV Städte und Gemeinden miteinander. Sie dienen der Erschließung des ländlichen Raumes und vernetzen ihn mit größeren Städten, Wirtschaftszentren oder Bahnstrecken.

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Vom Überlandbus zum Regiobus


In Deutschland sind Überlandbuslinien relativ häufig frühere Bahnbus- und Postbuslinien. Diese wurden von den Bahnbus-Nachfolgeunternehmen (Regionalbusgesellschaften) übernommen. Ein weiterer großer Betreiber ist die Veolia Verkehr GmbH. In Österreich betreibt die ÖBB-Postbus GmbH ein Regionalnetz.

Überlandbusse haben sich zunächst parallel zum Schienenverkehr entwickelt. Die zunehmende Motorisierung und der Verfall zu langsam gewordener Eisenbahnstrecken führten zu Fahrgastverlusten. Zunächst glaubte man, mit Bussen (auch Schnellbussen) eine billigere Alternative zum Schienenverkehr zu haben. Der Betrieb auf Unrentabel gewordenen Bahnlinien wurde Ausgedünnt, einem langsame Niedergang folgte schließlich das Sterben des Bahnangebots. Der mögliche Komfort von Regionalbahnen und die Problematik, Autofahrer zur Nutzung ebenfalls auf der Straße fahrender, langsamerer, Verkehrsmittel zu bewegen, wurde nicht erkannt.

Die Entwicklung der letzten Jahre führte im Busverkehr zu z. T. erheblichen Fahrgastverlusten. Es wurde versucht, die Attraktivität durch eine Angleichung an Stadtbusse (RegioTakt, Busse ähnlich den Stadtbus-Fahrzeugen, Verkürzung von städteverbindenden Linien zu Stichlinien ins Umland der Städte) zu erhöhen. Viele direkte Regionalverbindungen zwischen größeren Städten und über längere Strecken wurden aufgegeben. Überlandlinien wurden zu Regional- oder Regiobuslinien.

Heute sind in manchen Regionen die Regiobusse in einer ähnlichen Lage wie damals der Schienenverkehr auf dem Lande: 60 bis 80 Prozent der Busbenutzer sind Schüler, die vorhandenen großen Busse sind nur noch im Schülerverkehr ausgelastet.

Weitere Entwicklung


Die Entwicklung des Regionalverkehrs verläuft in unterschiedlichen Richtungen:
  • Ausbau: Steigerung der Attraktivität durch
    • Übersichtlichere Netzgestaltung, leicht Merkbare Taktzeiten und Taktverdichtung auf Hauptlinien,
    • Express-, Schnellbus und Direktbuslinien,
    • Erschließung neuer Verkehrsbereiche
      • Freizeit- und Touristiklinien neben dem Schüler-, Berufs- und Pendlerverkehr.
      • Nachtbusse als zusätzliches Angebot am späten Abend und nach Mitternacht (meistens zwischen 0.00 Uhr und 2.00 Uhr früh z.B. als Discobus). Sie verkehren oft nur in den Nächten von Freitag auf Samstag und / oder vor Sonn- und Feiertagen. Zum Einsatz können Klein- oder Anrufbusse kommen.
      • Haustür-Bedienung oder Ausstieg zwischen den Haltestellen in dünn besiedelten Gebieten bzw. im Spätverkehr (vgl. Trampbus).
    • Einbindung in Verkehrsverbünde. Die Gemeinschaftstarife bringen übersichtliche Angebote (Waben oder einheitliche Gemeindetarife - den Stadttarifen ähnlich).
  • Konzentration auf wenige wichtige Linien. Viele Ortschaften sind per Bus nur noch aus einer Richtung erreichbar.
  • Umstrukturierung der Regiobusnetze
    • von einem flächendeckenden Angebot zum Ergänzungsnetz im Kontext von Schienenverkehr, neu entwickelten Ortsbuslinien, Anrufbussen, Park and Ride u. a. Im Blickpunkt steht die Erhaltung einen "Mindestversorgung" an Mobilität ohne PKW im ländlichen Raum,
    • als Anpassung an veränderte Fahrgastströme. Neue Umsteigemöglichkeiten Bus / Schiene durch die Einbindung in Gemeinschaftstarife führt zum Abbau von Parallelverkehren, die Fahrgäste müssen zum Bahnhof gebracht und von dort wieder abgeholt werden.
  • Rückzug aus dünn besiedelten Gebieten, von unrentablen Strecken als Folge von Fahrgastrückgang und Subventionskürzungen. Ein Ersatz findet durch Ortslinien mit Klein- und Rufbussen, Sammeltaxen statt.

Stadt und ländlicher Raum


Regionallinien bilden zusammen mit Stadt- und Ortsbuslinien das öffentliche Busnetz des ÖPNV. Bei nah aneinandergrenzenden Städten oder in städtischen Ballungsräumen (Ruhrgebiet, Rhein-Main-Region) werden Regiobusse zu Stadtbussen unter anderem Namen – nur weil sie Stadtgrenzen überschreiten sind es Regiobusse.

Im ländlichen Raum sind die Fahrgastzahlen zurückgegangen. Um einen durchgehenden Taktverkehr bis in die Nachmittags- und Abendstunden anbieten zu können, sind Kleinbusse und Anruflinien notwendig. Eine Möglichkeit dazu ist, im Anschluss an Stadtbuslinien Kleinbusse zu den umliegenden ländlichen Orten einzusetzen. Eine Weitere ist die Integration der Regiobusse in Stadtbusnetze, um die Busse wenigstens auf Teilstrecken auszulasten - die dann ab der städtischen Tarifgrenze oft leer weiterfahren (der Einsatz von Gelenkbussen verschlimmert das noch). Beide Systeme sind wegen der verlängerten Fahrzeit durch den hohen Fahrgastwechsel im Stadtgebiet für die Fahrgäste wenig attraktiv.

Regiobusse müssen im Stadtbereich schneller sein als Stadtlinien – schon wegen der insgesamt längeren Fahrzeit. Das ist durch eine Beschränkung auf wichtige Haltestellen und direkte Fahrtstrecken zu erreichen. Im ländlichen Raum werden dann nur Ortszentren bedient, die Verteilung der Fahrgäste auf einzelne Gemeindeteile erfolgt mit Ortsbussen. Ein möglichst dichter Regiotakt steigert die Attraktivität dieser Hauptlinien.

Oft kann der Betrieb an Sonn- und Feiertagen nur auf den Hauptlinien aufrechterhalten werden. Der Einzugsbereich zentraler Haltestellen vergrößert sich dann durch Bike and Ride Plätze bzw. gute Anfahrtsmöglichkeiten mit PKW. Eine verbesserte Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des Angebots.

Um die Attraktivität der Angebote zu steigern, sind neue Städteschnellbuslinien entstanden (besonders in NRW, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein). Sie verbinden unter Ausnutzung von Schnellstraßen bzw. Autobahnen und teilweise mit Reisebusstandard weiter entfernt liegende Orte miteinander.

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