| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Regensburg.gif | Karte regensburg in deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | |
| Fläche: | 80,76 km² |
| Einwohner: | 129.175 (Stand 30.06.05) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.878,6 Einwohner je km² |
| Höhe: | 326 - 471 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 93001 - 93059 |
| Vorwahl: | 0941 |
| Kfz-Kennzeichen: | R |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 62 000 |
| Stadtgliederung: | 18 Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung | Rathausplatz 1 93047 Regensburg |
| Offizielle Website: | www.regensburg.de |
| E-Mail-Adresse: | pr_stadt@regensburg.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Hans Schaidinger (CSU) |
| Mehrheitspartei: | CSU |
Gegenwärtig hat die Stadt 130.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz und knapp 152.000 Einwohner als Wohnbevölkerung und steht damit nach München, Nürnberg und Augsburg an vierter Stelle unter den Großstädten des Freistaates.
Die Stadt ist Bischofssitz der römisch-katholischen Diözese Regensburg, hat drei Hochschulen und bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Die nächsten Großstädte sind Nürnberg etwa 88 km nordwestlich und München etwa 103 km südwestlich von Regensburg.
Die Stadt ist stark von Industrie (Automotive, Elektrotechnik, Maschinenbau, Zucker) geprägt. Die Arbeitslosigkeit liegt, für eine Großstadt ungewöhnlich, seit einigen Jahren stetig unter dem bayerischen Landesdurchschnitt (Mai 2006: 6,8 %). Mit 720 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten je 1000 Einwohner hat Regensburg nach Frankfurt am Main die höchste Arbeitsplatzdichte in Deutschland.
Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau im Grenzbereich der drei Landschaften Bayerischer Wald, Fränkischer Jura und Alpenvorland, am Westrand der niederbayerischen Lößebene (Gäuboden).
Im Stadtgebiet mündet von Norden kommend der Fluss Regen, ein linker Nebenfluss der Donau, unweit der Regensburger Altstadt. Bereits einige Kilometer zuvor hat die Donau die ebenfalls von links einmündende Naab aufgenommen. Teile der Stadt liegen auf Inseln in der Donau.
Das Stadtgebiet Regensburgs ist in 18 Stadtbezirke eingeteilt, aufgeführt in der Liste der Stadtbezirke am Ende des Artikels. Sie besitzen keine politischen Gremien. Folgende Städte und Gemeinden, die alle zum Landkreis Regensburg gehören, grenzen an die Stadt Regensburg. Sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lappersdorf, Zeitlarn, Wenzenbach, Tegernheim, Barbing, Neutraubling, Obertraubling, Pentling, Sinzing und Pettendorf.
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1830 in der Stadt 16.000 Einwohner, so waren es 1900 bereits 45.000. Bis 1939 stieg die Einwohnerzahl auf 96.000 und blieb unter der Grenze von 100.000. Deshalb blieb die Altstadt von Regensburg auch von Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg verschont. Anno 1945 überschritt die Bevölkerungszahl die Grenze von 100.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 129.175. Dabei zählen nur Hauptwohnsitze nach Abgleich mit den anderen Landesämtern. Am 31. Dezember 2005 betrug der Bevölkerungsstand (Gesamtbevölkerung aus Haupt- und Nebenwohnsitzen) 151.717. Für die genaue Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1830 siehe Tabellen in Einwohner und Fläche Regensburg.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts beschränkte sich Regensburg weitgehend auf das Gebiet des alten Römerlagers und einiger weiterer umfriedeter Gebiete im Westen. Mit der Eingemeindung von Kumpfmühl erfolgte 1810/18 ein Sprung über die heutige Bahnlinie in Richtung Süden. Von Beginn des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich Regensburg in einer Serie von Eingemeindungen, besonders in den Jahren 1924, 1938 und 1977. Für die genaue Folge einschließlich der hinzugewonnen Fläche siehe Einwohnerzahl und Fläche von Regensburg.
Der Regensburger Donaubogen ist bereits seit der Steinzeit besiedelt. Anfang 2006 wurden etwa 100 m östlich der Mauern des späteren Legionslagers keltische Gräber mit teilweise hochwertigen Grabbeigaben gefunden. Sie wurden auf etwa 400 v. Chr. datiert.
Die römische Geschichte Regensburgs beginnt mit der Einrichtung eines Kohortenkastells um etwa 79 n. Chr im heutigen Stadtteil Kumpfmühl. Das Lager diente als Beobachtungsposten für die Naab- und Regenmündung und war durch Graben und Pfahlpalisaden, später auch durch eine Steinmauer, gesichert. In ihm war entweder eine rund 500 Mann starke berittene Kohorte oder eine rund 1.000 Mann starke Doppelkohorte Fußsoldaten untergebracht. Eine Donausiedlung im Bereich der heutigen westlichen Altstadt wird ebenfalls für diese Zeit vermutet. Das Kastell und die Zivilsiedlung(en) wurden im Rahmen des Markomannensturms in der zweiten Hälfte der 160er Jahre zerstört.
Nach dem Zurückdrängen der Markomannen bis ca. 170 wurde auf Anordnung von Kaiser Marc Aurel das Legionslager "Castra Regina" (Lager am Regen) errichtet. Dieser Steinbau mit seiner ca. 10 m hohen Mauer, den vier Toranlagen und zahlreichen Türmen ist heute noch gut im Grundriß der Regensburger Altstadt erkennbar. Von seiner Einweihung im Jahre 179 n. Chr. ist heute noch die steinerne Inschrift über dem Osttor erhalten, die als die Gründungsurkunde Regensburgs gilt. Im Lager war die III. Italische Legion mit ca. 6.000 Soldaten stationiert. Es war militärischer Hauptstützpunkt der Provinz Raetia und bildete somit eine Ausnahme im römischen Verwaltungssystem, da die Legion nicht in der "Hauptstadt" der Provinz, in Augsburg, stationiert war. Die Völkerwanderung führte um 400 n. Chr. zur militärischen Aufgabe des Kastells, das fortan eine mauerbewehrte Zivilsiedlung war.
270404_regensburg-kapelle-st-georg-und-afra_1-640x480.jpg Von etwa 500 n. Chr. bis 788 n. Chr., als Tassilo III. von Kaiser Karl dem Großen abgesetzt wurde, war Regensburg der Hauptsitz der bajuwarischen Herzöge, der Agilolfinger. Regensburg ist eines der ältesten Bistümer Deutschlands, das bereits einige Jahrzehnte bestand, als es 739 n. Chr. von Bonifatius dem Canonischen Recht und somit dem Bischof von Rom unterstellt wurde. Obwohl Regensburg als Reichsstadt 1542 protestantisch wurde, blieb die Stadt immer katholische Bischofsstadt, wenn auch zeitweise von anderen Bistümern mitverwaltet.
Im 9. Jahrhundert war Regensburg eine der wichtigsten Städte des Ostfränkischen Karolingerreiches. Hemma († 876), die Gemahlin des Kaisers Ludwig des Deutschen, sowie die zwei letzten Ostfränkischen Karolingerherrscher, Kaiser Arnulf von Kärnten († 899) und sein Sohn König Ludwig das Kind († 911) wurden hier in der Benediktinerabtei St. Emmeram beigesetzt. Die massive Bauweise der Mauer war bereits im frühen Mittelalter ausschlaggebend für die Wahl des Ortes zur Residenz der bajuwarischen Herzöge und die Erhebung als Bischofsstadt gewesen. Daran setzt die Befestigung der Stadterweiterung aus dem Jahr 920 mit Mauer und Doppelgraben an.
Von 1207 bis 1256 wurde die Unabhängigkeit der Stadt durch König Philipp und Kaiser Friedrich II. als Freie Reichsstadt gewährt. Dies führte zusammen mit dem lukrativen Fernhandel und dem Auszug der Herzöge und Könige nach Landshut 1255 und später München zu einem Erstarken der Bürgerschaft. Vermutlich nach 1260 wurde mit dem Bau des Regensburger Doms St. Peter begonnen. Zusammen mit der Steinernen Brücke sind das die Wahrzeichen der Stadt.
Das 13. und 14. Jahrhundert verbrachten die Regensburger mit dem weiteren Aufbau ihres Staates und der Kontrolle des umliegenden Gebietes. Damit begann der über Jahrhunderte fortbestehende Konflikt mit dem umliegenden Herzogtum Bayern. Es konnte sich Regensburg von 1486 bis 1496 mittels einer Blockade einverleiben. Die Stadt gelangte danach wieder in Reichsfreiheit, verarmte aber zusehends. Kaiser Maximilian I.. musste wiederholt Hungeraufstände militärisch niederschlagen. 1519 wurde in einem Pogrom die damals größte jüdische Gemeinde Deutschlands vertrieben. Die Regensburger nutzten das Machtvakuum nach dem Tode Maximilian I. am Neujahrstag 1519 bis zur Krönung von Karl V. Das alte Judenviertel wurde zerstört und es entstand eine lukrative Wallfahrt zur schönen Maria auf dem heutigen Neupfarrplatz.
Regensburg wurde 1542 als Folge von Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Rat evangelisch. Man erhoffte sich dadurch eine größere Unabhängigkeit vom katholischen Bischof und vom Kaiser. Der Konflikt mit dem Fürstbischof, der im Regensburger Hochstift residierte, eskalierte dadurch aber weiter.
Regensburg war von Anfang an ein wichtiges Zentrum des Ostfränkischen Reichs - aus diesen Verwaltungsinstanzen entwickelte sich später der Reichstag. Hier wurden so weitreichende Entscheidungen getroffen, wie die Unabhängigkeit Österreichs, Reichsheerfahrten und die Gründung von Reichsfürstentümern. Von 1663 bis 1806 wurde der Reichstag umgewandelt in den Immerwährenden Reichstag. Im Immerwährenden Reichstag tagten nicht nur die Regenten des Heiligen Römischen Reiches, sondern in der Regel Gesandte aus ganz Europa. Architektonisches Zeugnis dieser Zeit sind die zahlreichen Gesandtschaften in der gleichnamigen Straße in Regensburg. Der wirtschaftliche Nutzen für die Stadt war aber gering, da die Gesandten weder zoll- oder steuerpflichtig waren.
1803 fiel eine der letzten Entscheidungen des Reichstags: Der Reichsdeputationshauptschluss führte mit zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806. Diese Entscheidung läutete neben dem Verlust der politischen Bedeutung auch den langsamen wirtschaftlichen Verfall der Stadt ein.
020704_regensburg-reichstagssaal-erker_1-480x640.jpg Die Stadt wurde ein eigenständiges Fürstentum unter Carl Theodor von Dalberg, bis sie 1809 durch Napoleon erobert wurde. Dalberg wurde gezwungen, Regensburg am 28. Februar 1810 nach Bayern einzugliedern. Am 22. Mai 1810 übernahm der neue Landesherr die Stadt offiziell. Nach dem Übergang an Bayern wurde Regensburg Hauptstadt des Regenkreises beziehungsweise nach der neuen Kreiseinteilung 1838 Hauptstadt des Kreises "Oberpfalz und Regensburg", aus dem 1948 der "Kreis" beziehungsweise 1953 der "Regierungsbezirk Oberpfalz" hervorging. Die Stadt wurde direkt der Regierung als Kreisfreie Stadt unterstellt und ist Sitz des Landkreises Regensburg.
Die Stadt begann nur langsam wieder an Bedeutung zu gewinnen und wurde 1859 an das Eisenbahnnetz mit Verbindungen nach Nürnberg und München angeschlossen. Bis heute bedeutend ist die Eröffnung des Luitpoldhafens 1910 (mittlerweile als Westhafen bekannt).
1933 fand auf dem Neupfarrplatz eine Bücherverbrennung statt. Regensburg hatte im zweiten Weltkrieg unter schweren Luftangriffen zu leiden, welche die Altstadt allerdings kaum in Mitleidenschaft zogen. Angegriffen und getroffen wurden hauptsächlich die am Stadtrand gelegenen Messerschmitt-Werke (siehe auch Operation Double Strike), damals die größten Flugzeugwerke in Europa. Bei insgesamt 20 Bombenangriffen der Royal Air Force und der 8. US Air Force 1943-45 starben an die 3.000 Menschen, darunter viele Kriegsgefangene. 1945 erfolgte eine Teilsprengung der Donaubrücken. Die Stadt selbst wurde jedoch schließlich kampflos übergeben, nicht zuletzt aufgrund einer Demonstration der Regensburger Frauen und des Dompredigers Dr. Johann Maier am 23. April 1945. Maier forderte die Übergabe, damit die Stadt nicht beschädigt würde. Am folgenden Tag wurde er wegen "Sabotage" öffentlich hingerichtet.
Regensburg_um_1900.jpg Die Stadt begann sich nach dem Krieg langsam wieder aus ihrem Schlaf zu erholen. 1945 überschreitet die Einwohnerzahl 100.000. Wesentlich beigetragen hierzu haben der Bau des Osthafens 1960, die Ansiedlung von Siemens, die Grundsteinlegung der Universität 1965, der Fachhochschule Anfang der 70er Jahre und schließlich 1978 die Eröffnung des umweltpolitisch umstrittenen Main-Donau-Kanals. 1986 nimmt das BMW-Werk bei Harting die Produktion auf. Außerdem baute Siemens (heute Infineon) in den 80er Jahren eine Fabrik zur Chipherstellung. 1992 wird das Universitätsklinikum eröffnet. 1997 wird Regensburg mit dem Europapreis für seine hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet.
Der historische Stadtkern Regensburgs ist weitestgehend erhalten und damit die größte mittelalterliche Altstadt Deutschlands. Außerdem besitzt sie die größte Anzahl an Geschlechtertürmen nördlich der Alpen, was ihr den liebevollen Beinamen "Nördlichste Stadt Italiens" beigetragen hat.
739 n. Chr. wurde vom Hl. Bonifatius das Bistum Regensburg gestiftet. In der Folgezeit wurden auch zahlreiche Klöster gegründet. Die Stadt selbst wurde 1245 reichsunmittelbar und führte ab 1528 die Reformation ein (am 15. Oktober 1542 war die erste öffentliche Abendmahlsfeier). Da im Stadtgebiet jedoch weiterhin der Bischofssitz und viele Klöster waren, die nicht zur Reichsstadt selbst gehörten, blieb das katholische Bekenntnis in der Stadt weiterhin vertreten und wurde durch zahlreiche Zuwanderungen zum vorherrschenden Bekenntnis.
Das Bistum Regensburg war zunächst der Erzdiözese Mainz, dann dem Erzbistum Salzburg unterstellt. Auch wenn durch Pfründehäufung Regensburg oft der persönlichen Anwesenheit seines Oberhirten entbehrte, so gibt es seit der Canonischen Errichtung des Bistums eine nur durch die Ernennungsmodalitäten geringfügig unterbrochene Folge der Regensburger Bischöfe bis heute. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 mussten die Verluste der Reichsfürsten im linksrheinischen Gebiet ausgeglichen werden. An den erzbischöflichen Stuhl von Mainz war bis dato das Amt des Kurerzkanzlers gebunden. Dies war 1803 Carl Theodor Anton Maria Reichsfreiherr von Dalberg. Diesen Titel führte Dalberg bis zu seinem Tode 1817. 1817/1821 wurde das Bistum Regensburg neu umschrieben und der "Kirchenprovinz München und Freising" unterstellt. Das Bistum Regensburg ist bis heute das flächenmäßig größte bayerische Bistum mit 14.665 Quadratkilometer und setzt sich aus 33 Dekanaten zusammen. Die Pfarrgemeinden der Stadt Regensburg gehören heute innerhalb des Bistums zum Dekanat Regensburg, das mit den Dekanaten Laaber, Alteglofsheim, Donaustauf und Regenstauf die Region Regensburg bildet.
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Die protestantischen Gemeinden wurden nach Einführung der Reformation von einem Superintendenten geleitet. Als Kirchenverwaltungsbehörde bestand ein Konsistorium. Nach dem Übergang an Bayern 1810 wurden die Gemeinden Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Innerhalb dieser Landeskirche gehören sie heute zum Dekanat Regensburg im gleichnamigen Kirchenkreis. 1950 waren ca. 80 % röm. kath. und 15 % protestantisch. Aufgrund von Zuwanderung und Kirchenaustritt sank die Zahl auf jeweils 60 % zu 15 %.
Bei Grabungen am Neupfarrplatz wurden 1995 Reste der Synagoge wiederentdeckt. Hier richtete die Stadt ein Informationszentrum ein, das document Neupfarrplatz. Es informiert unterirdisch über die wechselhafte Geschichte des Neupfarrplatzes: Jüdisches Ghetto und Religionszentrum von internationaler Bedeutung, Juden-Vertreibung, Katholische Wallfahrtskirche Zur Schönen Maria, Evangelische Neupfarrkirche als Mutterkirche des österreichischen und süd-osteuropäischen Protestantismus. Der Grundriss der ehemaligen Synagoge wird heute durch ein vom israelischen Künstler Dani Karavan gestaltetes begehbares Bodenrelief aus weißem Beton nachgezeichnet, das am 13. Juli 2005 eingeweiht wurde.
Regensburg unterhält die folgenden Städtepartnerschaften:
Ferner hat die Stadt Regensburg 1951 die Patenschaft über die Sudetendeutsche Volksgruppe übernommen Patenschaftswortlaut vom 10. November 1951.
Das Wappen der Stadt Regensburg zeigt in Rot zwei schräg gekreuzte silberne Schlüssel. Die Stadtflagge ist Weiß und Rot. Die Schlüssel sind das Attribut des Heiligen Petrus, dem Patron des Regensburger Domes und der Stadt. Der Heilige Petrus ist in den Siegeln der Stadt schon seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar, doch wurde er im Laufe der Geschichte unterschiedlich dargestellt. Ab 1395 zeigt das Sekretesiegel der Stadt Schlüsselwappen unter der Gestalt des Stadtpatrons. Seit 1398 wurde das Wappen in Wappenbüchern abgebildet. Seit 1549 wird das Wappen als Wasserzeichen der Regensburger Papiermühle verwendet. Ab diesem Jahr treten die Schlüssel als Symbole auch allein auf und wurden später ebenfalls mehrmals verändert. Sie konnten sich jedoch als Stadtwappen behaupten.
Altes_Rathaus_Rgbg.jpg Die politische Führung basierte jahrhundertelang auf der Reichsunmittelbarkeit. Regensburg erhielt 1245 durch Kaiser Friedrich II. das Recht der Selbstverwaltung und das Privileg "einen Bürgermeister und Rat zu setzen". Damit war sie reichsunmittelbar (Freie Reichsstadt) und blieb es bis 1803. Der Rat hatte 16 Mitglieder. Diese Zahl wurde bis 1803 beibehalten. Zwischen 1803 und 1810 war Regensburg Kurfürstentum unter dem Reichserzkanzler Carl Theodor von Dalberg. 1809 stand die Stadt unter französischer Besatzung. Mit dem Übergang an Bayern 1810 wurde Regensburg Hauptstadt des Regenkreises und wurde ab 1811 durch einen königlichen "Polizeidirektor" geleitet.
Ab 1818 stand an der Spitze der Stadt ein "Erster Bürgermeister", der ab 1907 den Titel "Oberbürgermeister" erhielt. Heute gibt es neben dem Oberbürgermeister noch zwei weitere hauptamtliche Bürgermeister. Der Oberbürgermeister und der Stadtrat werden jeweils für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt. Beide Wahlen finden am gleichen Termin statt. Der Stadtrat setzt sich aus 50 gewählten Mitgliedern und dem Oberbürgermeister zusammen. Darüber hinaus gibt es vier berufsmäßige Stadträte ohne Stimmrecht: Wirtschafts- und Finanzreferent, Rechts- und Umweltreferent, Planungs- und Baureferent und Kulturreferent. Für die Liste aller Oberbürgermeister der Stadt Regensburg siehe: Liste der Oberbürgermeister von Regensburg
Parallel zum Bedeutungsverlust der Bahn ging eine Aufwertung der automobilen Anbindung einher. Bis in die 1980er Jahre mündeten alle Autobahnen um Regensburg in die Bundesstraßen. Erst seit dieser Zeit ist Regensburg in allen Himmelsrichtungen vollständig an das Netz der deutschen Autobahnen angeschlossen. Die A 3 führt nach Nürnberg und Passau und berührt die Stadt an der Universität im Süden. Sie kreuzt die A 93 nach München und Hof im Südwesten von Regensburg bei Pentling. Die A 93 durchquert die Stadt im Westen und ist dort überbaut. Die Bundesstraße B 8 führt nach Nürnberg und Passau, die B 15 nach Hof und Landshut, die B 16 nach Cham und Ingolstadt sowie die B 15n nach Landshut.
Der Hafen Regensburg ist mit einem Gesamtumschlag 2003 von 6.681.000 t (Schiff: 3.194.000 t) der größte Hafen Bayerns. Seine Lage am Europakanal Rhein-Main-Donau macht ihn zu einem wichtigen Umschlagplatz zwischen den Nordseehäfen und Osteuropa. Für Wanderer ist Regensburg am malerischsten entlang der Donau oder der Naab zu erreichen, für Fahrradfahrer über den Donauradweg, den Fünfflüsseradweg oder den Naabradweg. Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen 70 Buslinien der Regensburger Verkehrsbetriebe GmbH (RVB) und des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV). Zwischen 1903 und 1964 betrieb die Stadt ein kleines Straßenbahnnetz. Derzeit laufen Planungen für den Bau eines Stadtbahnnetzes. Dafür werden bereits Trassen freigehalten bzw. Bauwerke (Nibelungenbrücke) entsprechend ausgelegt.
Aus Regensburg berichten mehrere Rundfunkanstalten. Der Bayerische Rundfunk unterhält das Regionalstudio Ostbayern und der regionale Fernsehsender TVA sendet Informationen über die Region Regensburg/Kelheim/Straubing/Cham. Die Radiosender “gong fm“ und “Charivari“ haben ebenfalls ihren Sitz in Regensburg.
Die Mittelbayerische Zeitung, die größte Tageszeitung der Region, erscheint in Regensburg. Eine weitere Regensburger Tageszeitung, die aber nur wenig wahrgenommen wird ist die „Donaupost”, Ableger des Straubinger Tagblatts. Erwähnenswert ist auch die seit 1998 erscheinende "Regensburger Soziale Straßenzeitung und Monatsmagazin Donaustrudl" mit einer Auflage von ca. 7000 Exemplaren.
1992 wurde das Universitätsklinikum in Betrieb genommen. Es bildet den Abschluss des Ausbaus der Universität Regensburg zur Volluniversität, in der alle wesentlichen wissenschaftlichen Studiengänge angeboten werden. Die erste Ausbaustufe umfasste seit den frühen 1980er-Jahren die Zahn-, Mund- und Kieferklinik. Das Klinikum zählt zu den modernsten in Europa. Es hat 3.200 Beschäftigte, etwa 1.500 Studierende der Human- und Zahnmedizin, die höchste Versorgungsstufe vier sowie einen Einzugsbereich von zwei Millionen Einwohnern aus den Regierungsbezirken Oberpfalz und Niederbayern. Aktuell verfügt es über 804 Betten und 12 Dialyseplätze. 2004 wurden 97.936 ambulante Behandlungen, 28.635 stationäre Behandlungen bei einer durchschnittliche Verweildauer von acht Tagen durchgeführt.
Die weiteren, teilweise mit dem Uniklinikum zusammen arbeitenden Krankenhäuser sind das Krankenhaus St. Josef, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und die Klinik St. Hedwig für Geburten und Kinder. Seit 1852 gibt es mit dem Bezirksklinikum Regensburg auch eine Nervenheilanstalt in der Stadt.
Zu den bedeutendsten Firmen der Stadt gehören heute BMW, Siemens, Infineon, Osram, Maschinenfabrik Reinhausen, Bosch Siemens Hausgeräte GmbH, AREVA Sachsenwerk, Starkstrom Gerätebau, Toshiba und Andritz-Fiedler Perforier-Technik. Im Stadtosten hat Siemens VDO Automotive ihren Konzernsitz und betreibt eines der größten Entwicklungszentren Deutschlands. Außerdem ist Regensburg der Standort der ältesten Zuckerfabrik Bayerns; das 1899 gegründete Werk gehört heute zur Südzucker AG.
Die Ansiedlung von Zukunftsbranchen wird durch die Stadt aktiv gefördert. Einrichtungen wie das Gründerzentrum it-Speicher oder der BioPark mit inzwischen über 30 Biotech-Firmen sind Bestandteile einer wirtschaftlichen Neustrukturierung der Stadt. Zu Zeiten des New Economy-Booms wurden hier eine Reihe von Unternehmen gegründet wie Amazon.de, Adori AG, Feedback AG, Offerto.de oder die SPiN AG, womit Regensburg zeitweise eines der Zentren der deutschen Internetwirtschaft war. Einige Unternehmen (beispielsweise Amazon) sind allerdings zwischenzeitlich in geografisch günstiger gelegene Regionen in Deutschland übergesiedelt (von Amazon.de ist nur ein Teil des Kundensupports verblieben), während andere Unternehmen (beispielsweise Adori oder Feedback) mit dem Absturz des Neuen Marktes untergingen.
Des weiteren findet sich in der Regensburger Altstadt eine überdurchschnittliche Anzahl von Gastwirtschaften, darunter bayrische Traditionslokale, gehobene Restaurants, Cafes, sowie Studentenkneipen. Besonders im Sommer ist die Stadt als Ausflugsort recht beliebt. Hinzu kommt die in Relation zur Größe der Stadt recht hohe Anzahl an Studenten (ca. 25.000). Bekannte Regensburger Brauereien sind Kneitinger und Bischofshof.
Auf dem Neupfarrplatz sind heute die Reste der erst 1995 wiederentdeckten Synagoge und des mittelalterlichen Judenviertels zu sehen. An der Adolph-Kolping-Straße, im Parkhaus an der D.-Martin-Luther-Straße und am Ernst-Reuter-Platz sind Reste der römischen Kastellmauern zu sehen. Das gotische Ostentor von 1300 war das Eingangstor zur Stadt von Osten. Von Touristen viel besucht ist die Historische Wurstkuchl an der Donau, die als älteste Wurstbraterei der Welt gilt. Zwar erst 1616 erstmals erwähnt, soll der Ursprung der historischen Wurstkuchl ein kleines Gebäude gewesen sein, das an der Stadtmauer angelehnt, während des Baus der Steinernen Brücke von 1135 bis 1146 als Baubüro diente. Als das Bauwerk vollendet war, zog das Baubüro aus und wurde zur Garküche. Die Kundschaft waren meistens Hafen- und Bauarbeiter. Hafenarbeiter gab es viele, weil der Hafen jahrhundertelang intensiv als Umschlagplatz für Waren aus aller Welt genutzt wurde. Deshalb findet man auch unterhalb der Steinernen Brücke den Salzstadel und oberhalb den Amberger Stadel. Die Bauarbeiter kamen dagegen vom Regensburger Dom, der sich damals noch im Bau befand.
Geprägt ist das Stadtbild auch durch die so genannten Patrizierburgen (Geschlechtertürme) wie das Haus an der Heuport oder das sogar als Kaiserherberge für Karl V. dienende Goldene Kreuz am Haidplatz, wo er mit der Regensburger Gürtlertochter Barbara Blomberg einen Sohn zeugte, der als Don Juan de Austria in die Geschichte einging. Weitere große Patrizerburgen sind das Goliathhaus, das Runtingerhaus und das Zandthaus.
Der 1260 entstandene Goldene Turm in der Wahlenstraße ist wohl der bekannteste der Regensburger Geschlechtertürme, mit denen die Patrizierfamilien ihren Reichtum und Einfluss zur Schau stellten. Heute dürfen Studenten dort wohnen. Ebenfalls sehenswert ist der Baumburger Turm. Nicht zuletzt wegen dieser das Stadtbild prägenden Türme bezeichnet man Regensburg gelegentlich als "nördlichste Stadt Italiens", während es für Johann Wolfgang Goethe die "deutscheste aller Städte" war. Am westlichen Stadtrand befindet sich das Kloster Prüfening.
In der Nähe von Regensburg befinden sich die 1842 von dem bayrischen König Ludwig I. in Auftrag gegebene und vom bayrischen Hofarchitekten Leo von Klenze erbaute Walhalla bei Donaustauf und die 1863 erbaute Befreiungshalle bei Kelheim. 210704_regensburg-dachauplatz-minoritenkirche_1-480x640.jpg
Regensburg ist ferner die Geburtsheimat einiger berühmter Personen ihrer Zeit. Der in Regensburg geborene Don Juan de Austria, ein unehelicher Sohn von Kaiser Karl V. und der Regensburger Bürgertochter Barbara Blomberg, fungierte als Führer der Flotte der heiligen Allianz in der siegreichen Seeschlacht über die Osmanen bei Lepanto. Nicht alle Persönlichkeiten behielten ihren Wirkungskreis in Regensburg. Die wichtigsten listet der Artikel Söhne und Töchter von Regensburg in chronologischer Reihenfolge.
Geschichte
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