Unter einem Regelkreis versteht man ein System, dessen Ausgangsgröße, die Regelgröße x (Istwerte), möglichst gut seiner Eingangsgröße, der Führungsgröße w (Sollwerte), folgen soll. Kennzeichnend für einen Regelkreis ist der geschlossene Wirkungskreis mit einer negativen Rückkopplung. In einem Regelkreis müssen mindestens zwei Teile unterschieden werden:
1. FR = Regelglied / Regler
2. FSt = Stellglied
3. FS = Regelstrecke
4. FZ = Störgrößenübertragungsglied
5. FM = Meßglied
Es ergeben sich folgende Größen innerhalb des Regelkreises:
Das Messglied nimmt von der Regelstrecke die Regelgröße x als Eingangsgröße auf und verarbeitet sie zur Rückführgröße r weiter, die an die Regeleinrichtung geleitet wird.
Aus der Differenz der Führungsgröße w und der Rückführgröße r entsteht der Regelfehler e.
Die Regeldifferenz e wird im Regelglied verarbeitet zur Hilfsstellgröße yr. Das Stellglied verarbeitet die Hilfsstellgröße yr zur Stellgröße y und beeinflusst damit die Regelstrecke.
Durch Veränderung der Stellgröße y ändert sich die Regelgröße x.
Die Rückführung der Regelgröße über das Meßglied schließt den Regelkreis.
An jeder Stelle des Regelkreises können Störungen z' eingreifen. Im Bild oben verändert die Störgröße z die Regelgröße x. Regelkreise können auch komplexer aufgebaut sein.
z. B. eine Sinusspannung
Die Eingangssignale von Systemen werden durch die Eigenschaften des Systems in Ausgangsgrößen transformiert. Dieser Sachverhalt wird mathematisch folgendermaßen allgemein beschrieben:
Eingangsgröße: x(t) Ausgangsgröße: y(t) Transformation: T
Da die Systeme und Signale mathematisch durch Differentialgleichungen im sogenannten Zeitbereich beschrieben werden, ist die rechentechnische Handhabung bekanntlich schwierig. Zudem erschwert die mathematische Operation der Faltung das Rechnen erheblich.
Die Funktionen des Zeitbereichs werden in Funktionen des Frequenzbereichs mit der imaginären Frequenz Ω transformiert. Symbolisch:
Zeitbereich Frequenzbereich Abhängig von t Abhängig von
x(t) o-O X(iω) mit p = iω kurz X(p) y(t) o-O Y(iω) mit p = iω kurz Y(p) g(t) o-O G(iω) mit p = iω kurz G(p)
In diesem Falle werden Integral- und Differentialoperatoren auf einfache Multiplikationen und Divisionen reduziert.
Eingangsgröße: X(p) Ausgangsgröße: Y(p) System / Übertragungsfunktion: G(p)
Systemtheoretisch beschreiben also sog. Übertragungsfunktion oder Transferfunktion ein System genau.
Grundsätzlich können alle Bestandteile des Regelkreises, wie zum Beispiel Regelstrecke, Regler, Eingangs-, Stör- und Ausgangsgrößen mathematisch durch eine Übertragungsfunktion beschrieben werden. Regelkreise können dabei mehr als eine Eingangs-, Ausgangs- und Störgrößen haben.
Die Mathematik untersucht grundsätzlich kontinuierliche und diskontinuierliche (diskrete) Systeme in der Regelungstechnik.
Im stabilen Fall vermag der Regler der Führungsgröße zu folgen. Im labilen Fall geht der Regler in einen schwingungsfähigen Zustand über. Der instabile Fall wird dabei oft als Resonanzkatastrophe bezeichnet. Diese gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.
Um das zu regelnde System stabil zu halten, gibt es zahlreiche mathematische Verfahren zur Bestimmung der Regelkreisstabilität mit Hilfe von Übertragungsfunktionen und bestimmten Eingangsgrößen.
Die Stabilität kann durch mehrere Verfahren bestimmt werden, die unterschiedliche Aspekte einbeziehen; zum Beispiel nach Nyquist, Hurwitz, Routh oder mit dem Cross-over Modell von McRuer.
Das Verhalten der technischen Systeme kann über die Ausgabe von x-t-Diagrammen, Übertragungsfunktionen, Frequenzgängen, Ortskurven und Wurzelortskurven graphisch dargestellt werden.
Die erstellten Modelle können auf Wunsch mit geeigneter Ausstattung kompiliert und auf eine Elektronik übertragen werden.
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