Refluxösophagitis (engl.: reflux oesophagitis, Gastroesophageal Reflux Disease *), auch Refluxkrankheit genannt, bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Speiseröhre (Ösophagus), die durch den unphysiologisch langen Rückfluss von Magensaft bedingt ist.
Der Rückfluss von Magensaft an sich ist jedoch nicht schädlich, sondern eher üblich, also physiologisch, und wird auch nicht als störend wahrgenommen.
Meist liegt eine Kardiainsuffizienz zugrunde. Oft steht die Erkrankung auch in Verbindung mit einer Hiatushernie: Fast alle Patienten mit Refluxösophagitis haben eine solche Hernie, aber nicht alle Patienten mit einer solchen Hernie zeigen Symptome der Refluxösophagitis.
Zusätzlich sind meist andere Noxen („Schadstoffe“), wie Kaffee, scharfe Gewürze, Pfefferminze, Alkohol, Tabakrauch oder Medikamente involviert.
Besonders Patienten in Sprechberufen und auch Sänger klagen wegen der Reizungen durch den Magensaft über chronische Kehlkopfentzündungen und ein morgendliches Gefühl, als ob die „Kehle brenne“, und sind deshalb in ihrer Berufsausübung oft stark behindert. Weitere Symptome sind z. B. chronischer Husten, häufig fälschlicherweise als Asthma bronchiale diagnostiziert.
Daneben ist der Verzicht auf ein spätes Abendessen wichtig. Hier empfehlen Ärzte, die letzte Nahrung nicht nach 18 Uhr aufzunehmen. Mehrmals wöchentliches „Dinner Cancelling“, wobei nach 16 Uhr nichts mehr gegessen, sondern nur noch getrunken wird, zeitigt ebenfalls gute Heilungserfolge.
Medikamentös sollte der Wirkung der Magensäure mit Antazida - aber nicht langfristig, da ansonsten der Magen mit einem erhöhten Ausstoß an Magensäure reagiert -, Histamin-H2-Rezeptorblockern und Protonenpumpenhemmern (z. B. Omeprazol, Esomeprazol, Rabeprazol, Pantoprazol) begegnet werden. Zur Akuttherapie sind Antazida besser geeignet, da sie eine rasche Symptomlinderung bewirken. Standard in der Dauertherapie sind Protonenpumpenhemmer. Meist werden dann Medikamente mit dem Wirkstoff Omeprazol (Handelsname beispielsweise OMEP Kapseln) als kostengünstige Variante oder Esomeprazol (Handelsname beispielsweise Nexium mups) als kostenintensivere Variante verordnet.
In gravierenden Fällen, insbesondere bei Stenosen und anhaltenden Schluckbeschwerden, ist eine operative Intervention notwendig. Aufgrund des erhöhten Karzinomrisikos sind regelmäßige gastroskopische Kontrollen notwendig. Dort sollte auch regelmäßig ein Test auf Helicobacter pylori mittels Biopsie durchgeführt werden.
Im Rahmen einer internationalen Studie wurden 2005 insgesamt 160 Patienten mit einer neuen Operationsmethode behandelt. Dabei wird die Speiseröhre an der Verbindung zum Magen mittels einer Naht verengt. Derzeit ist jedoch die Korrektur der Risikofaktoren und medikamentöse Therapie Standard, operative Verfahren sind sehr schweren Fällen vorbehalten.
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