Red_Bull.jpg Red Bull (englisch für Roter Stier) ist ein in Österreich hergestellter Energy Drink. Der Firmensitz der Red Bull GmbH ist in Fuschl am See (Salzburg).
Der Koffeingehalt einer Dose (250 ml) entspricht mit 80 Milligramm etwa dem einer Tasse Filterkaffee, laut Ernährungswissenschaftlern entspricht eine Dose Red Bull damit, wie die meisten Energiegetränke, einem kleinen Mokka mit viel Zucker. Der Geschmack erinnert viele an Gummibärchen oder den Hustensirup „Bisolvon Linctus“. Seit 2003 gibt es auch die zuckerfreie Variante Red Bull Sugarfree mit einem Energiegehalt von acht Kilokalorien (zehn in der US-Version) pro Dose, verglichen mit 112,5 Kilokalorien im Falle des Originals.
Es gibt auch ein Red Bull Konzentrat in einer braunen 200ml Flasche, welches aber selber keine Kohlensäure besitzt.
Red Bull ist kein alkoholisches Getränk, es wird jedoch in Lokalen oft als Mixgetränk mit Wodka unter dem Namen Flügerl (Anspielung auf einen Red-Bull-Slogan), Gummibärli oder Ferrari (Red Bull mit rotem Wodka) angeboten, obwohl die Dosen in manchen Ländern mit der Warnung „nicht mit Alkohol mischen“ beschriftet sind.
Eine Ausnahme besteht in Frankreich, dort ist der Energy Drink bis heute (2006) verboten. Die französischen Behörden stützen dieses Verbot auf angebliche Gesundheitsschäden durch den übermäßigen Konsum von Red Bull. Der EuGH hat 2004 letztinstanzlich entschieden, dass das französische Verkaufsverbot nicht gegen die Warenverkehrsfreiheit verstößt. Ähnliche Verbote bestehen in Dänemark und Norwegen.
Das in Kanada verkaufte Red Bull ist eine koffeinierte Version des thailändischen Krating Daeng. Bis Ende 2004 durfte es nicht in Kanada verkauft werden. Nun müssen die zum Verkauf zugelassenen Dosen einen Warnhinweis tragen:
Ärzte und Ernährungswissenschaftler warnen vor den Gefahren eines übermäßigen gemeinsamen Genusses von Alkohol und Koffein. Ihre Warnungen werden oft ignoriert, da Red Bull insbesondere bei intensivem Alkoholgenuss häufig als Mittel gegen Müdigkeit eingesetzt wird.
Das Marketingbudget von Red Bull versteckt sich in der Bilanz unter „Sonstige betriebliche Aufwendungen“. Diese Aufwendungen machen mit einer Höhe von stattlichen 600 Millionen Euro ca. ein Drittel des Umsatzes aus (Stand 2005).
Besonders Jugendliche haben sich seit Einführung des Getränks dafür begeistern lassen, zeitweise war Red Bull ein fester Bestandteil der Jugendkultur etwa in Österreich und Deutschland.
Dabei werden sowohl regionale Events wie zum Beispiel die „Red Bull Flugtage“ als auch überregionale Extremsportevents wie der Red Bull Dolomitenmann, Red Bull Vertigo, die Red Bull X-Alps, die Red Bull Air Race Series, das Red Bull Hare Scramble am steirischen Erzberg oder die World Stunt Awards in Los Angeles gesponsert – wenn immer möglich als Namens-Sponsor.
Ebenfalls Teil des Marketings ist die aktive Teilnahme in verschiedenen Sportarten mit eigenen Teams wie zum Beispiel im Kunstflug mit „The Flying Bulls“, für die extra der Hangar 7 am Salzburger Flughafen errichtet wurde. In der Formel 1 war Red Bull zunächst Sponsor von Sauber und besitzt mit Red Bull Racing seit 2005 ein eigenes Team. Am 1. November 2005 hat Red Bull zusätzlich das Formel-1-Team Minardi übernommen und es auf Scuderia Toro Rosso (Team Red Bull, italienisch) getauft. Ab Februar 2006 wird das Red Bull Racing Team vom Star-Konstrukteur der Formel 1, Adrian Newey (12 WM-Titel mit Williams und McLaren) verstärkt, und es wird auch ab 2006 mit Ferrari-Motoren ausgestattet werden. Das Projekt zur Errichtung eines Motorsportzentrums in Spielberg wurde nach Problemen im Genehmigungsverfahren wieder fallen gelassen (siehe auch A1-Ring). Zusätzlich wird Red Bull ab der Saison 2006 in die Rallye-Weltmeisterschaft zusammen mit Skoda einsteigen und alle 16 WM-Läufe bestreiten. Red Bull hat auch zusammen mit KTM (österreichischer Motorradhersteller) mehrere Teams in der Straßenmotorradweltmeisterschaft.
Weiterhin betreibt Red Bull auch Sponsoring von einzelnen Extremsportlern in Disziplinen wie BASE-Jumping, Gleitschirm-Akro, Kite-Surfen, Wellenreiten, Snowboarden, Skateboarden, Wildwasserkajak, usw. – Hauptsache, es dreht sich in irgendeiner Weise darum, „Flügel“ zu bekommen. Im Jahr 2000 übernahm Red Bull ein Eishockeyteam aus Salzburg und errang unter dem Namen Red Bulls Salzburg im Jahr 2004 den Meistertitel in der Nationalliga. Seither spielen die Salzburger in der höchsten österreichischen Eishockeyliga. Seit 6. April 2005 ist auch der Fußballverein Red Bull Salzburg im Besitz des Getränkeherstellers. Durch die Umwandlung von Austria Salzburg in Red Bull Salzburg wurden massive Diskussionen über das Spannungsfeld zwischen Produktmarketing und Tradition eines Fußballklubs losgetreten. Seit 9. März 2006 ist Red Bull auch Eigentümer des US-amerikanischen Fußballclubs MetroStars, der mittlerweile in Red Bull New York umgewandelt wurde.
Beim deutschen Dosenpfand hatte Red Bull als einziger Dosenhersteller eine Besonderheit mit dem Handel vereinbart: Jede Dose mit einem blauen Verschluss und eingestanztem Stier wurde von jedem beliebigen anderen Anbieter, mit gleichem Verschluss auch wieder entgegengenommen. Die blaue Lasche musste bei dieser Variante also erhalten bleiben. Seit den Neuregelungen zum 1. Mai 2006 müssen alle Getränkehändler, die Dosen führen, jegliche Dosen auch wieder zurücknehmen. Ausnahmen bestehen für Geschäfte, deren Fläche 200 Quadratmeter nicht überschreitet, dabei wird für Ketten die Gesamtfläche angesetzt. Kleinere Geschäfte brauchen weiterhin nur Dosen von Getränken zurück zu nehmen, die sie auch selbst führen. Die zuckerfreie Variante Red Bull Sugarfree ist hingegen zum Teil pfandfrei erhältlich, da es sich um ein diabetikertaugliches Getränk handelt. Es existiert jedoch auch eine Pfand-Variante.
1984 gründete Mateschitz die Red Bull GmbH mit Sitz in Fuschl am See. Mateschitz hält über die Distribution & Marketing GmbH 49 Prozent des Energiedrink-Herstellers. Weitere 49 Prozent besitzt die Hongkonger T.C. Agrotrading Company Limited. Zwei Prozent gehören dem Bangkoker Kaufmann Chalerm Yoovidhya, der in London lebt. Die T.C. Agrotrading ist im Besitz der Familie Yoovidhya mit Familienoberhaupt Chaleo Yoovidhya. Mit den Anteilen von Charlerm Yoovidhya hat somit die Familie Yoovidhya die Mehrheit der Red Bull GmbH inne. Dies ist die offizielle Version, denn ob Dietrich Mateschitz wirklich nur Minderheitseigner ist, wird in der Branche durchaus angezweifelt.
Nach der Verfeinerung der Rezeptur und der Entwicklung eines Marketingkonzepts wurde es 1987 im Markt eingeführt. Heute ist Red Bull in rund 100 Ländern erhältlich und hält trotz zahlreicher Nachahmerprodukte weltweit einen Marktanteil von etwa 70% bei den Energy Drinks (Stand von 2003) und ist damit eines der erfolgreichsten neuen Markenprodukte der letzten Jahre.
In einer Markterhebung hat der US-amerikanische Branchendienst Beverage Digest festgestellt, dass Energy Drinks in den ersten neun Monaten des Jahres 2005 erstmals die Produkte Diet Coke und Diet Pepsi beim Umsatz in Convenience Stores in den USA übertroffen haben.
Markenname (Lebensmittel) | Getränkehersteller | Alkoholfreies Getränk | Unternehmen (Österreich)
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