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Wappen Karte
RE-Wappen.jpg Lage der Stadt Recklinghausen in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Regionalverband Ruhr
Kreis: Recklinghausen
Gemeindeart: Große kreisangehörige Stadt
Geografische Lage:
Höhe: 85 m ü. NN
Fläche: 66,4 km²
Einwohner: 124.251 (31. Dezember 2005)
Bevölkerungsdichte: 1871 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 45601–45665 (alt: 4350)
Vorwahlen: 02361
Kfz-Kennzeichen: RE
Gemeindeschlüssel: 05 5 62 032
Stadtgliederung: Kernstadt und 13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 3
45655 Recklinghausen
Website: www.recklinghausen.de
E-Mail-Adresse: presse@recklinghausen.de
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Pantförder (CDU)
Recklinghausen ist eine Stadt im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Mit 124.253 Einwohnern (30. November 2005) ist sie die größte Stadt und Kreisstadt des bevölkerungsreichsten deutschen Landkreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster. Recklinghausen ist in der Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen und Mitglied im Regionalverband Ruhr.

Die Einwohnerzahl der Stadt Recklinghausen überschritt 1949 die 100.000 und machte sie zur Großstadt. Die Einwohnerzahl nahm jedoch danach nicht mehr so stark zu, so dass Recklinghausen heute zu den kleinsten Großstädten Deutschlands gehört. Überregional bekannt ist Recklinghausen vor allem durch die jährlich stattfindenden Ruhrfestspiele. Wie in den meisten Ruhrgebietsstädten vollzog sich auch hier ein Wandel: die Kohlenförderung verlor an Bedeutung, und inzwischen arbeitet ein Großteil der Bevölkerung in der Dienstleistungsbranche.

Geografie


Recklinghausen liegt am Nordrand des Industriereviers im so genannten Emscherland auf der zur Emscherniederung sanft abfallenden Südabdachung der Lippe-Emscher-Platte.

Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Rodelberg mit 124 m über NN, die tiefste Stelle liegt bei der Schule in der Karlstraße und beträgt 43 m über NN. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in West-Ost-Richtung 9,5 und in Nord-Süd-Richtung 10,9 km. Der Umfang des Stadtgebiets beträgt 43 km.

Nachbargemeinden

Folgende Städte grenzen an die Stadt Recklinghausen, sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen, genannt:

Herten, Marl, Oer-Erkenschwick, Datteln, Waltrop, Castrop-Rauxel (alle Kreis Recklinghausen) sowie Herne (kreisfreie Stadt)

Stadtgliederung

In Recklinghausen unterscheidet man neben der Kernstadt folgende 13 Stadtteile, wobei es sich hierbei teils um alte Siedlungen handelt, die 1926 dem Stadtgebiet eingegliedert wurden, oder um neu entstandene Wohngebiete:

Berghausen, Bockholt, Essel, Grullbad, Hillen, Hillerheide, Hochlar, Hochlarmark, König Ludwig, Röllinghausen, Speckhorn, Stuckenbusch, Suderwich (2004: etwas mehr als 10.000 Einwohner)

Hochlar

Hochlar hat etwa 7.500 Einwohner. Der Ort blickt auf eine lange Tradition im Vest zurück und fand erstmals im 9. Jahrhundert urkundliche Erwähnung als Huch Larhe (gerodeter Hügel). In Hochlar fanden zur Zeit der Inquisition auf dem Segensberg Hexen- und Ketzerverbrennungen statt.

Berühmte Ereignisse in Hochlar sind das alle drei Jahre stattfindende Schützenfest, das jedes Jahr aufgeführte Hochlarer Krippenspiel und der alle zwei Jahre stattfindende Erntedankmarkt.

Jedes Jahr findet im Gerätehaus des Löschzuges Hochlar der Tanz in den Mai statt.

König-Ludwig

König-Ludwig/Röllinghausen (16.328 Einwohner) wurde nach der ehemaligen Zeche benannt. Ihr Namensgeber war der bayrische König Ludwig II. Teil des Stadtteils König-Ludwig ist die ECA-Siedlung. Der Bau wurde 1953 durch den Marshallplan der USA ermöglicht. Aus den USA kamen die Mittel, um in Recklinghausen eine Siedlung für ca. 500 Bewohner zu erschaffen. Heute leben ca. 2000 Einwohner in der ECA-Siedlung.

Geschichte und Eingemeindungen


Recklinghausen-Merian.png Recklinghausen wird im Jahr 1017 erstmalig als Ricoldinchuson erwähnt. Ab 1150 wird die Stadt Mittelpunkt des so genannten "Vest Recklinghausen", einem Gerichts- und Verwaltungsbezirk für das gesamte Umland. Das Vest Recklinghausen gehört bis 1802 zum Kurfürstentum Köln. 1236 erhält Recklinghausen die vollen Stadtrechte.

Zwischen 1514 und 1706 sind 100 Hexenprozesse aktenkundig. Höhepunkt der Hexenverfolgungen waren 1580 - 1581 und 1588 - 1589. Letzte als Hexe verurteilte Frau war Anna Spickermann, nach 16 Monaten Haft und Folter 1706 Hinrichtung durch das Schwert, dann verbrannt.

Nach Aufhebung des Kurfürstentums Köln kommt das Vest Recklinghausen zum Herzogtum Arenberg, 1811 zum Großherzogtum Berg (Arrondissement Essen innerhalb des Ruhrdepartements) und 1814 zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein. 1815 wird das Vest endgültig preußisch und der Provinz Westfalen eingegliedert. Recklinghausen bildet eine aus mehreren Gemeinden bestehende Bürgermeisterei und wird Sitz eines Kreises. 1819 wird Herten und 1821 Erkenschwick Teil der Bürgermeisterei Recklinghausen. 1836 wird die Bürgermeisterei in die Stadt Recklinghausen (Einführung der revidierten Städteordnung) und der Landbürgermeisterei (ab 1844 Amt) Recklinghausen geteilt. Zur Stadt gehört die Altstadt und die Stadtteile Hillen und Bruch. Zur Landbürgermeisterei gehören Herten und die Bauerschaften Ebbelich, Langenbochum, Scherlebeck, Bockholt, Disteln, Löntrup, Lenkerbeck, Hüls, Hochlarmark, Stuckenbusch, Hochlar, Speckhorn, Sinsen, Siepen, Oer mit Alt-Oer, Erkenschwick, Essel, Berghausen, Röllinghausen und die Gemeinde Suderwich. 1857 scheidet Herten aus dem Amt Recklinghausen aus und bildet ein eigenes Amt. Am 1. April 1901 scheidet Recklinghausen aus dem Kreis aus und wird eine kreisfreie Stadt, bleibt aber weiterhin Sitz des Kreises. 1914 wird die Stadt an den Rhein-Herne-Kanal angeschlossen.

1926 wird das Amt Recklinghausen aufgehoben und die Gemeinde Suderwich sowie die Bauerschaften Röllinghausen, Berghausen, Hochlarmark, Stuckenbusch, Hochlar, Bockholt, Speckhorn, Börste und Essel Süd nach Recklinghausen eingemeindet. 1949 wird Recklinghausen Großstadt. Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform muss Recklinghausen zum 1. Januar 1975 die Kreisfreiheit wieder aufgeben. Die Stadt wird in den vergrößerten Kreis Recklinghausen eingegliedert.

Religionen

Recklinghausen gehörte von Anfang an zum Erzbistum Köln und war mit dem gesamten Vest dem Archidiakonat Dortmund unterstellt. Diese politische Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Köln ist Ursache dafür, dass die Reformation keinen Fuß fassen konnte. Daher blieb Recklinghausen über Jahrhunderte eine katholische Stadt. Nach Auflösung des Archidiakonats Dortmund 1612 bildete das Vest ein besonderes geistiges Kommissariat innerhalb des Erzbistums Köln. Die Propsteikirche St. Peter in Recklinghausen wurde die Mutterkirche für das gesamte Umland. Nach dem Übergang an Preußen (1815) wurden auch die kirchlichen Strukturen neu geregelt. So kam Recklinghausen 1821 zum Bistum Münster und wurde Sitz eines Dekanats, das später in die Dekanate Recklinghausen-Nord und Recklinghausen-Süd aufgeteilt wurde. Heute gibt es das Kreisdekanat Recklinghausen, das aus mehreren Dekanaten besteht. Dazu gehört auch das Dekanat Recklinghausen mit seinen Pfarrgemeinden.

Im 19. Jahrhundert zogen auch Protestanten nach Recklinghausen. Sie gründeten in der Mitte des Jahrhunderts ihre eigene Kirchengemeinde und erbauten 1847 in Recklinghausen die erste evangelische Kirche im Vest, die Gustav-Adolf-Kirche. Bis 1873 gehörte die vestische Gemeinde Recklinghausen und ihre Nachbargemeinde Dorsten zur Kreissynode Bochum. Dann wurden sie der neu gebildeten Kreissynode Münster einverleibt. Nachdem die protestantischen Gemeinden Ende des 19. Jahrhunderts stark wuchsen bzw. neue Gemeinden entstanden, war eine Teilung der Kreissynode Münster geboten. So entstand 1906 die Kreissynode Recklinghausen, somit wurde die Stadt Sitz eines Superintendenten. Weitere Kirchengemeinden entstanden und aus der Kreissynode wurde der heutige Kirchenkreis Recklinghausen innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen. Ihm gehören die 7 Kirchengemeinden der Stadt (Recklinghausen-Altstadt - Andreaskirche, Bruch, Recklinghausen-Hillerheide, Hochlarmark, Johannes-Kirchengemeinde, Philipp-Nicolai-Kirchengemeinde und Suderwich) an, die sich zum "Evangelischen Gemeindeverband Recklinghausen" zusammen geschlossen haben. Darüber hinaus umfasst der Kirchenkreis Recklinghausen noch Kirchengemeinden in Herten, Marl, Datteln, Oer-Erkenschwick, Waltrop und Haltern am See.

Ende 2005 lag der Anteil der Katholiken bei 42,9%, evangelisch waren 28,2%.

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden in Recklinghausen gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und Evangelisch-Methodistische Gemeinden (Methodisten). Es befinden sich auch drei Versammlungen (Gemeinden) von Zeugen Jehovas in Recklinghausen. Die Neuapostolische Kirche ist ebenfalls im Ort vertreten.

Inzwischen existieren in Recklinghausen auch mehrere Moscheen. Fünf Moscheen werden vom Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ) zwei weitere vom Türkisch-Islamischen Verein betrieben. Außerdem existieren noch weitere islamische Gebetsräume, Kulturvereine und Gemeindezentren.

In der alten jüdischen Schule (heute Rabbi-Selig-Auerbach-Haus) unterhält eine kleine jüdische Gemeinde ein Begegnungszentrum. Im Keller befindet sich eine Mikwe, ein rituelles jüdisches Tauchbad.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1949 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Recklinghausen die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1962 erreichte die Bevölkerungszahl mit 131.569 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2005 lebten in Recklinghausen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 122.381 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
-
1300 1.050
-
1520 2.500
-
1782 2.030
-
1830 3.135
-
1. Dezember 1840 ¹ 3.319
-
3. Dezember 1849 ¹ 3.893
-
3. Dezember 1855 ¹ 4.066
-
1. Dezember 1871 ¹ 4.858
-
1. Dezember 1875 ¹ 6.100
-
1. Dezember 1880 ¹ 7.296
-
1. Dezember 1885 ¹ 9.199
-
1. Dezember 1890 ¹ 14.041
-
2. Dezember 1895 ¹ 20.644
-
Jahr Einwohner
-
1. Dezember 1900 ¹ 34.019
-
1. Dezember 1905 ¹ 44.396
-
1. Dezember 1910 ¹ 53.701
-
1. Dezember 1916 ¹ 54.052
-
5. Dezember 1917 ¹ 53.107
-
8. Oktober 1919 ¹ 60.626
-
16. Juni 1925 ¹ 60.352
-
16. Juni 1933 ¹ 87.411
-
17. Mai 1939 ¹ 86.313
-
31. Dezember 1945 86.098
-
29. Oktober 1946 ¹ 89.787
-
13. September 1950 ¹ 104.791
-
25. September 1956 ¹ 123.835
-
Jahr Einwohner
-
6. Juni 1961 ¹ 130.581
-
31. Dezember 1965 130.728
-
27. Mai 1970 ¹ 125.237
-
31. Dezember 1975 122.437
-
31. Dezember 1980 119.418
-
31. Dezember 1985 117.897
-
25. Mai 1987 ¹ 119.991
-
31. Dezember 1990 125.060
-
31. Dezember 1995 127.216
-
31. Dezember 2000 124.785
-
30. Juni 2005 122.381
¹ Volkszählungsergebnis

Politik


An der Spitze Recklinghausens gab es schon seit dem 13. Jahrhundert einen Rat, der aus den 12 Schöffen entstand. Doch verschwand der Begriff Schöffe erst im 14. Jahrhundert zugunsten der Ratsmänner. Ab 1378 gab es den Bürgermeister und die Räte. Sie wurden alljährlich am Stephanustag gewählt. Erst 1781 wurde die jährliche Wahl abgeschafft. Danach gab es 4 Bürgermeister und 4 Beigeordnete. Recklinghausen war Mitglied im Vestischen Landtag, der bis 1808 durch die Stadt Recklinghausen einberufen wurde.

Ab 1808 gab es zwei auf 5 Jahre gewählte Bürgermeister, denen ein Sekretär und ein Inspektor zur Seite standen. 1811 wurde die Munizipalverfassung nach französischem Vorbild eingeführt. 1837 trat die preußische Städteordnung in Kraft. Danach stand ein Bürgermeister an der Spitze der Stadt, der nach Erlangung der Kreisfreiheit den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Mit der Wiedereingliederung der Stadt in den Kreis Recklinghausen trugen die Stadtoberhäupter die Titel "Bürgermeister" bzw. "Stadtdirektor". 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Oberbürgermeister und Bürgermeister

Oberstadtdirektoren und Stadtdirektoren

  • 19461950: Dr. Josef Hellermann, Oberstadtdirektor
  • 19501962: Dr. Wilhelm Michaelis, Oberstadtdirektor
  • 19621974: Josef Legeland, Oberstadtdirektor
  • 19741984: Lorenz Amely, Oberstadtdirektor
  • 19841999: Peter Borggraefe, Stadtdirektor

Wappen

Das Wappen der Stadt Recklinghausen zeigt in Grün eine goldene Stadtmauer mit offenem Tor, darin ein aufrechter goldener Schlüssel mit Bart oben, die ein goldenes Kirchengebäude mit spitz bedachtem Hauptturm über Fassadengiebel und Seitentürmen mit Zwiebeln umgibt. Die Stadtfarben sind grün-gelb. Das Wappen wurde der Stadt 1908 von König Wilhelm II. von Preußen verliehen.

Städtepartnerschaften

Recklinghausen unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Patenschaft:

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Im Stadtgebiet Recklinghausens kreuzen sich die Bundesautobahnen A 2 Oberhausen–Hannover und A 43 Wuppertal–Münster. Ferner führen die Bundesstraßen B 51 und B 225 durch das Stadtgebiet. Der Hauptbahnhof Recklinghausen ist Haltepunkt auf der Bahnlinie Münster–Essen–Köln, hinzu kommt im Nahverkehr der Bahnhof Recklinghausen Süd und als weitere Eisenbahnstrecke nur mehr für den Güterverkehr die Hamm-Osterfelder Bahn. Im Norden der Stadt liegt auch der kleine Verkehrslandeplatz Loemühle. Im Süden der Stadt liegt der Stadthafen Recklinghausen am Rhein-Herne-Kanal.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Buslinien der Vestische Straßenbahnen GmbH (Sitz in Herten). Bis 1982 hatte diese Verkehrsgesellschaft auch noch Straßenbahnlinien, deren Betrieb eingestellt wurde. Der Name der Verkehrsgesellschaft blieb jedoch erhalten. Alle Buslinien in der Stadt und im Umland verkehren innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr.

Medien

In Recklinghausen erscheinen als Tageszeitung die "Recklinghäuser Zeitung" sowie eine Lokalausgabe der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)". Das Studio des Radiosenders "Hitradio Vest" befindet sich ebenfalls in Recklinghausen (Der Sender ist für den gesamten Kreis Recklinghausen außer Gladbeck verantwortlich)

Bildung

Die Stadt ist Sitz traditionsreicher Schulen wie des Gymnasium Petrinum, das seine Tradition auf die erstmals 1421 erwähnte Lateinschule der Stadt zurückführt und bis heute eine der wenigen Schulen der Region ist, die als erste Fremdsprache neben Englisch auch Latein anbietet. Die Lateinklassen werden deshalb von Schülerinnen und Schülern aus ganz Recklinghausen und den Nachbarstädten besucht. Es bestehen weiterhin seit 1924 das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, ursprünglich Aufbaugymnasium für begabte Schüler, das Hittorf-Gymnasium, das Marie-Curie-Gymnasium, ursprünglich Städtisches paritätisches Lyceum als Zusammenlegung der 1866 gegründeten Höheren katholischen Töchterschule und der 1881 gegründeten Privaten evangelischen Töchterschule und schließlich seit 1965 das neusprachlich-naturwissenschaftliche Theodor-Heuss-Gymnasium in Recklinghausen-Süd. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterführender Schulen wie die Realschule der Maristen-Schulbrüder. Im Gesamtschulbereich sind die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, die Wolfgang-Borchert Gesamtschule und die Städt. Gesamtschule Suderwich in Recklinghausen ansässig. In Recklinghausen befindet sich seit 1995 eine Abteilung der 1992 gegründeten Fachhochschule Gelsenkirchen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Recklinghausen verfügt mit den jährlich stattfindenden "Ruhrfestspielen" über ein kulturelles Ereignis, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. An Freizeitmöglichkeiten sind auch die Trabrennbahn, der Tierpark und die Westfälische Volkssternwarte mit Planetarium zu nennen. Am Rande der Stadt entsteht das weitläufige Naherholungsgebiet Landschaftspark Emscherbruch.

Für Theaterfreunde bietet Recklinghausen mehrere Tournee-Gastspiele an. Ferner gibt es das Theater im Depot. Die Stadt ist auch Heimat der Neuen Philharmonie Westfalen (Landesorchester Nordrhein Westfalen), die zum 1. November 1996 aus dem Philharmonischen Orchester der Stadt Gelsenkirchen (Orchester des Musiktheaters im Revier – MiR) und des Westfälischen Sinfonieorchesters hervorging. Träger sind die Städte Gelsenkirchen und Recklinghausen und der Kreis Unna.

Als freie und offene Kulturgruppen, die sich in Recklinghausen engagieren und etabliert haben seien das Theater Gegendruck sowie das Alternative Kulturzentrum zu erwähnen.

Museen

  • Ikonen-Museum - Es ist das bedeutendste Museum ostkirchlicher Kunst in der westlichen Welt.
  • Vestisches Museum - Es präsentiert christliche Kunst aus dem Vest Recklinghausen, Stadt- und Landesgeschichte sowie naive Kunst.
  • Kunsthalle Recklinghausen
  • Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben - In dem Museum der RWE AG in dem denkmalgeschützten Gebäude des alten Umspannwerks wird die Geschichte der Elektrizität dargestellt.

Bauwerke

Recklinghausen Roland01.jpg | Recklinghausen-Kirkby-Sculpture.JPG]] Der historische Stadtkern Recklinghausens ist weitgehend erhalten. Das historisch bedeutendste Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt ist die katholische Propsteikirche St. Peter. Weitere Bauwerke sind Reste der Stadtmauer, die Engelsburg Recklinghausen, das 1908 errichtete Rathaus und das Ruhrfestspielhaus. Im Stadtgebiet finden sich noch zwei als Industriedenkmäler erhaltene Fördergerüste: ein Stahlkastenstrebengerüst der Zeche Recklinghausen II und ein seltenes Turmgerüst der Zeche General Blumenthal, nahe der A43.

Die Ziegelsteinskulptur des dänischen Künstlers Per Kirkeby steht vor dem Ehrenmal für die Opfer der Weltkriege am Lohtor am Rande der Innenstadt. Das 26 m lange und 6 m hohe Bauwerk aus etwa 30.000 Ziegelsteinen besteht aus sechs großen und sieben kleinen Bögen und ist in den Gehweg integriert.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar: Rosenmontagsumzug
  • März/April (bis Palmsonntag): "Palmkirmes"
  • Mai/Juni: Ruhrfestspiele
  • Dezember: Nikolauszug und Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Die Stadt Recklinghausen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1871: Prof. Dr. h.c. Wilhelm Caspers
  • 1881: Hugo Peus, Justizrat
  • 1884: Dr. Bernhard Hölscher, Priester, Lehrer und Gelehrter
  • 1890: Friedrich Hagemann, Bürgermeister a.D.
  • 1892: Alexander Otto Robert von Reitzenstein, Königlicher Landrat und Geheimer Regierungsrat
  • 1898: Dr. med. Rudolf Drecker, Kreis-Physikus
  • 1909: Hugo Werne, Justizrat
  • 1913: August Strunk, Beigeordneter und Apotheker
  • 1915: August Randebrock, Bergwerksdirektor
  • 1918: Heinrich Vogelsang, Kommerzienrat
  • 1918: Franz Limper, Kommerzienrat
  • 1923: Josef Wesener, Rentner
  • 1927: Herzog Engelbert Maria von Arenberg
  • 1930: Hermann Bresser, Rentner
  • 1933: Paul von Hindenburg, Reichspräsident
  • 1938: Dr. Ing. h.c. Karl Still
  • 1950: Prof. Dr. med. Gustav Schulte, Chefarzt des Knappschaftskrankenhauses
  • 1959: Prof. Dr. Theodor Heuss, Bundespräsident
  • 1966: Otto Burrmeister, Ruhrfestspielleiter
  • 1971: Dipl.-Ing. Dr. Ing. h.c. Karl-Friedrich Still
  • 1974: Heinrich Auge, Alt-Oberbürgermeister
  • 1989: Prof. Thomas Grochowiak, Künstler

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur


  • Westfälisches Städtebuch; Band III 2. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1954
  • Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 – 1945, hrsg. von Walther Hubatsch, Band 8: Westfalen. Marburg an der Lahn, 1980
  • 750 Jahre Stadt Recklinghausen, Werner Burghardt (Stadtarchivar), Verlag Rudolf Winkelmann 1986, ISBN 3-921052-20-3
  • Periodika: Vestische Zeitschrift, seit 1891, Index zu Recklinghausen
  • Periodika: Vestischer Kalender, seit 1923, Inhaltsverzeichnis Recklinghausen betreffend

Weblinks


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