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Die Mittlere Reife, je nach Bundesland auch "Mittlerer Schulabschluss", "Fachoberschulreife", "Sekundarabschluss I", "Realschulabschluss" oder gelegentlich auch "das Einjährige" genannt, ist im Regelfall der Abschluss an einer Realschule, einer Berufsfachschule (z.B. in Baden-Württemberg), im Mittlere-Reife-Zug einer Hauptschule (in Baden-Württemberg Werkrealschule), an einer Wirtschaftsschule in Bayern, oder an einer Gesamtschule nach Klasse 10. Das Zeugnis der Mittleren Reife ist die Voraussetzung zum Besuch von Schulformen der Sekundarstufe II (Fachoberschulen (FOS), Berufsoberschulen (BOS), Berufskollegs (BK), Gymnasien usw.). Je nach Bundesland und Schulart ist die Aufnahme an einer weiterführenden Schule jedoch außerdem an einen bestimmten Notendurchschnitt gebunden. In einigen Bundesländern wird auch zwischen einem "normalen" Abschluss, d.h. einem Abschlusszeugnis des 10. Schuljahrs, und einem "qualifizierten" Abschluss, dem eine Prüfung vorausgegangen ist (z.B. Erweiterter Sekundarabschluss I) unterschieden. Nur der Qualifizierungsvermerk berechtigt dann zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe.

Schularten die einen mittleren Bildungsabschluss ermöglichen


Da Schulpolitik Ländersache ist, regeln in den einzelnen Bundesländern die jeweiligen Schulgesetze, Richtlinien und Erlasse, an welchen Schularten die Mittlere Reife/Fachoberschulreife erreicht werden kann.

Realschule

Die Realschule führt nach der 10.Klasse zur Mittleren Reife.

Hauptschule

An einer Hauptschule kann die Mittlere Reife erreicht werden, wenn der Schüler (bei entsprechend guten Noten) in einen Sonderzweig eingestuft wird:

Gymnasium

Am Gymnasium werden nach der 10. Schulklasse entweder Sonderprüfungen (für den Erwerb der FOS-Reife) durchgeführt oder es reicht das Versetzungszeugnis in die Jahrgangsstufe 11 und damit der Erwerb des erweiterten Sekundarabschlusses I als Nachweis für die Mittlere Reife.

Berufsschule

Der erfolgreiche Abschluss einer Berufsausbildung (Lehre) kann unter bestimmten Umständen ebenfalls zur Mittleren Reife führen, wenn weitere allgemeinbildende Unterrichtsfächer an der Berufsschule belegt werden und ein bestimmter Notendurchschnitt erreicht wird.

Zweiter Bildungsweg

Daneben gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten über den Zweiten Bildungsweg, beispielsweise per Fernunterricht, über die Abendrealschule oder über Sonderschulformen an beruflichen Schulen (z. B. Berufskolleg). Voraussetzung hierfür ist der Hauptschulabschluss.

Polytechnische Oberschule

Ein vergleichbares Zeugnis wurde in der früheren DDR nach Abschluss der 10. Klasse der polytechnischen Oberschule erreicht.

Geschichte


Die „Mittlere Reife“ wurde/wird auch als so genanntes „Einjähriges“ bezeichnet, in weit zurückliegenden Zeiten als „Abitur-I“. Das „Reifezeugnis“ nach Abschluss des Gymnasiums war demnach das „Abitur-II“.

Das Einjährige hieß so, weil junge Männer mit diesem Bildungsabschluss statt des normalen 3jährigen Wehrdienstes auf freiwilliger Basis (bei Selbstkostentragung für Unterkunft, Verpflegung, Uniform, Kaltwaffe und bei Reitenden Einheiten auch Pferd) nur 1 Jahr dienten. Diese nannte man Einjährig-Freiwillige und die Mittlere Reife hieß "wissenschaftliche Befähigung für den Einjährig-Freiwilligen Militärdienst". Sie konnten danach Reserve-Unteroffizier und zum Teil auch Reserveoffizier werden. Diese Befähigung war auch Voraussetzung für den Besuch verschiedener Fachschulen und bestimmter Beamtenlaufbahnen (etwa dem heutigen Mittleren/Gehobenen Dienst vergleichbar), weshalb sie auch im allgemeinen Bildungsleben eine große Bedeutung hatte.

Weblinks


Abschlüsse und Zertifikate

 

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